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Oberhavel Eine Drag Queen in der Bibliothek
Lokales Oberhavel Eine Drag Queen in der Bibliothek
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00:50 10.03.2018
Drag Queen Gaby Tupper im Gespräch mit Kindern in der Stadtbibliothek Hennigsdorf Quelle: Foto: Enrico Kugler
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Hennigsdorf

Wer das Kärtchen mit der Nummer vier am Tresen verlangt, der trifft an diesem Mittwoch auf Gaby Tupper. Wie ein Buch können die Besucher der Bibliothek die Berlinerin für ein paar Minuten ausleihen, um etwas über ihre Lebensgeschichte zu erfahren. Und Gaby Tuppers Buch ist dick, hat unzählige Kapitel. „Wir könnten drei Tage lang über mich reden“, sagt sie. Kein Wunder. Gaby Tupper ist Drag Queen, singt und moderiert als Frau verkleidet auf großen Berliner Bühnen an Orten wie dem SO 36, der „Bar jeder Vernunft“ oder der Akademie der Künste. Sie ist süchtig nach Rouge und Rampenlicht.

Elf außergewöhnliche Menschen zu Gast

Auch elf andere Menschen mit außergewöhnlichen Geschichten sind am Mittwoch im Rahmen der Frauenwoche nach Hennigsdorf gekommen, um bei der Veranstaltung „Lebendige Bibliothek“ ihre Geschichten zu erzählen. Mit dabei ist etwa ein HIV-Positiver, ein ehemaliger Obdachloser, eine Rollifahrerin, eine Sehbehinderte, ein geflüchteter Syrer oder eine manisch-depressive Frau. Am Vormittag erzählen sie Oberschülern ihre Geschichten, am Nachmittag kommen dann alle Interessierten in die Bibliothek.

Drag Queen Gaby Tupper, die ihr Coming Out mit 16 Jahren hatte, will vor allem mit den Menschen ins Gespräch kommen, um Vorurteile abzubauen. „Ich bin ein schwuler Mann, der gerne seine weibliche Seite auslebt“, sagt Gaby über sich. Sie ist tief gefallen, war alkoholsüchtig und depressiv. Und dann sind da die ständigen Diskriminierungen auf der Straße. „Einige rufen ,Scheiß Tunte’, andere fassen mir an die Brüste und den Po“, sagt die Drag Queen. Einmal hat sie auch ein Taxifahrer angebaggert, ihr eindeutige Avancen gemacht. Gaby Tupper geht das gegen den Strich, sie will aufrütteln. „Wenn die Leute hier in Hennigsdorf davon erfahren, dann haben wir die Welt ein Stückchen besser gemacht.“

Irina Brüning spürt keine sexuelle Anziehung

Ein paar Meter weiter sitzt das lebendige Buch mit der Nummer eins. Irina Brüning aus Berlin hatte noch nie Sex, sie ist asexuell. Schätzungsweise etwa ein Prozent der Bevölkerung fühlt sich nicht körperlich zu anderen hingezogen. Mit Anfang 20 war sich die Berlinern sicher, dass sie asexuell ist. Zwar hatte auch Irina Brüning in der Jugend Freunde, die Beziehungen zerbrachen aber allesamt. „Ich wollte immer nur knuddeln und mich gut unterhalten. Sex gehörte für mich nie dazu“, sagt die 32-Jährige.

Mittlerweile lebt die Übersetzerin in einer festen Beziehung mit einem asxuellen Mann, kennengelernt haben sie sich über das Forum des Vereins AktivistA für Asexuelle, den Brüning mitgegründet hat. Viele Besucher fragen sie, ob sie überhaupt lieben könne. „Ja, sonst würde ich meinem Freund keine Kosenamen geben, fünf Stunden mit ihm telefonieren oder ihn vermissen“, antwortet sie dann. Und ist froh, dass sie ein Vorurteil mehr aus dem Weg geräumt hat.

Von Marco Paetzel

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