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Eine Dusche nach der Nachtschicht

Oranienburg Eine Dusche nach der Nachtschicht

Das wievielte Mal er bei einer Bombenentschärfung dabei sei, könne er gar nicht mehr zählen, berichtete gestern Polizeihauptkommissar Frank Fiedler, der seit 1981 für die Oranienburger Polizei arbeitet. „Das waren schon einige.“ Auch am Mittwoch war er wieder im Einsatz. Bei der Kontrolle des Sperrkreises.

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Mit der Drehleiter wurde überprüft, ob noch ein Bewohner in der Wohnung in der Albert-Buchmann-Straße ist.

Quelle: Julian Stähle

Oranienburg. Das wievielte Mal er bei einer Bombenentschärfung dabei sei, könne er gar nicht mehr zählen, berichtete am Mittwoch Polizeihauptkommissar Frank Fiedler, der seit 1981 für die Oranienburger Polizei arbeitet. „Das waren schon einige.“

Gestern war er von den Ehrenamtlichen der Freiwilligen Feuerwehr Lehnitz, die mit vielen anderen Kameraden für die beiden Kontrollrunden des Sperrkreises zuständig waren, gerufen worden, weil man vermutete, dass sich noch jemand in einer Wohnung in der Albert-Buchmann-Straße aufhält. „Das ist fahrlässig und strafbar“, so Stephan Liedtke, Pressesprecher der Feuerwehr. Bereits um 8 Uhr hätte der Sperrkreis geräumt sein müssen, doch immer wieder käme es vor, dass Bürger der Aufforderung, den Bereich zu verlassen nicht nachkommen, weiß Liedtke. Bis zu 1000 Euro Strafe plus die Kosten des Einsatzes drohen den Personen, die sich weigern, den Sperrkreis zu verlassen.

Nach dem Klingeln an der Haustür sei der Hörer der Gegensprechanlage abgenommen worden, berichtet Bonny Thielke von der Feuerwehr Lehnitz. Ihr Kollege Maik Beier glaubt das Schließen eines Fensters gesehen zu haben. Neben der Polizei wird auch der Hausmeister der Woba, sowie die Drehleiter der Feuerwehr und der Schlüsseldienst angefordert. Es droht die gewaltsame Öffnung der Tür. Doch weitere Kontrollen lassen vermuten, dass sich doch niemand mehr in der Wohnung aufhält. Man bricht die Maßnahme ab.

An jeder Haustür wird geklingelt, Aufgang für Aufgang. In der Augustin-Sandtner-Straße hielten sich gegen 8.30 Uhr noch zwei junge Italienerinnen in der Wohnung auf. Man gab ihnen einige Minuten sich anzuziehen. Sie seien von der Nachtschicht gekommen erzählen sie, und wollten nur kurz duschen. Mit den Bomben sei das alles ein „bisschen komisch“, so die beiden, so etwas kenne man aus Italien nicht. „Wir sind ein bisschen in Sorge.“ Mit dem Auto fuhren sie nach Berlin. In anderen Aufgängen wurden ältere und mobilitätseingeschränkte Personen angetroffen und mit dem Fahrdienst abgeholt. Auch eine Schwangere, die nicht mehr in die Sammelunterkunft laufen konnte. Für Bürger nichtdeutscher Herkunft habe man zudem ein Papier in Arabisch dabei, so Liedtke. Insgesamt mussten an diesem Morgen zwölf Personen den Sperrkreis verlassen, bis er zur Bombenentschärfung freigegeben werden konnte.

Von Ulrike Gawande

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