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Eine Fernstraße als Lebensader

Geschichten an, neben und abseits der B 96 Eine Fernstraße als Lebensader

Für viele Menschen in Oberhavel hat die Bundesstraße 96 eine große Bedeutung. Sie ist die Verkehrslebensader in der Region. Für vor gut zehn Jahren war sie die Strecke, die zur Ostsee nach Rügen führte. Marc Kayser hat ein Buch über die B 96 geschrieben – erzählt aber auch viele Geschichten abseits der Strecke.

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Das Buch von Marc Kayser, erschienen bei Bild und Heimat.

Quelle: Robert Tiesler

Oberhavel. Die B 96 ist ohne Zweifel nach der Autobahn die größte Verkehrslebensader im Landkreis. Zu DDR-Zeiten war die damalige F 96 die längste Fernverkehrsstraße im Land. Viele Menschen in Oberhavel verbindet auch heute noch etwas mit ihr.

Der Autor Marc Kayser hat ein Buch über sie geschrieben: „Große Freiheit Ost – Auf der B 96 durch ein wildes Stück Deutschland“, erschienen im Verlag Bild und Heimat. Mehrere Wochen lang reiste er für sein nicht ganz 200 Seiten dünnes Buch von Zittau im Süden bis nach Sassnitz im Norden. Er traf Menschen oder sah sich bestimmte Orte an der Strecke an. So jedenfalls der Ansatz. Klar, dass er damit auch das Oberhavel-Gebiet bereiste.

Der Autor Marc Kayser an einer kleinen Raststätte bei Gransee

Der Autor Marc Kayser an einer kleinen Raststätte bei Gransee.

Quelle: Verlag Bild und Wissen

Allerdings schweift er mit seinen Geschichten immer wieder ab von der B 96, seinem eigentlichen Thema. „Vorbei an Oranienburg, entlang am Grabowsee“, heißt es da auf Seite 79. Obwohl dieser gar nicht an der Bundesstraße liegt. Er erzählt von der ehemaligen Lungenheilstätte und übernachtet im Zelt am See. Ein anderes Gruselparadies soll „nicht mal zehn zügige Autominuten von der B 96 entfernt“ liegen: die Bunkeranlagen in Prenden bei Wandlitz. Dabei liegen sie im Nachbarkreis Banim, und sicher sehr viel weiter von der B 96 entfernt.

Auch besucht Marc Kayser Zehdenick, das an der B 109, nicht aber an der B 96 liegt, und rollt dort die schon erzählte „Deutschboden“-Story von Moritz von Uslar auf. Ein paar Seiten weiter geht es um Rheinsberg. Erst in Fürstenberg ist er wieder auf Kurs und trifft sich dort mit Gerd Palm von der Bürgerinitiative „B 96 raus!“, um das schmale Nadelöhr in der Havelstadt und den Kampf um eine Umgehung näher zu beleuchten.

Die B 96

Die Bundesstraße 96 ührt von der Ostsee kommend über Fürstenberg, Gransee und Löwenberg durch Teschendorf und Nassenheide, an Oranienburg vorbei weiter nach Birkenwerder und Hohen Neuendorf. Zwischen Berlin-Frohnau und Hermsdorf führt sie auf einem kurzen Stück durch Glienicke. Der komplette Streckenverlauf führt von Sassnitz auf Rügen nach Zittau.

Das Buch „Große Freiheit Ost – Auf der B 96 durch ein wildes Stück Deutschland“ von Marc Kayser ist erschienen im Verlag Bild und Heimat. Es hat 187 Seiten, kostet 14,99 Euro.

Der ehemalige Entenschnabel und der Verlauf der Berliner Mauer auf der B 96 in Glienicke, die Himmelspagode in Hohen Neuendorf, der Zoff um die Nassenheider Umgehungsstraße – das sind alles keine Themen im Buch rund um die Bundesstraße, und das ist dann doch ziemlich enttäuschend. Zumal auch davor und danach die Geschichten auch interessant sind, aber viel zu oft mit der Bundesstraße selbst nichts zu tun haben.

Das sei aber auch gar nicht der Ansatz gewesen, sagte Marc Kayser in einem Gespräch mit der MAZ. Immer wieder habe es Schilder an der Strecke gegeben, die in bestimmte Richtungen weisen. Es sei seine Motivation gewesen, auch diese Orte abseits der Straße zu beleuchten. „Ich hätte es als sträflicher empfunden, diese Orte wegzulassen. Die B 96 ist ja der Dreh- und Angelpunkt vieler schöner Orte und Gegenden, die an ihr liegen und mit ihren Quer- und Landstraßen, die auf sie führen, eine Schatulle vieler Geschichten aus und über unser Land“, verteidigt Marc Kayser sein Konzept für das Buch. Die Strecke sei ein Ausgangspunkt für ein Lebensgefühl, und das sei es, was er erzählen wollte – auf oder irgendwo abseits der Strecke.

Von Robert Tiesler

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