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Oberhavel Eine Fratze zur Suppe
Lokales Oberhavel Eine Fratze zur Suppe
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00:32 22.10.2015
Bestens gewappnet für Halloween: Nele (12 Jahre) aus Bärenklau.
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Kremmen

Alle Mühe vergebens. Miriam zerrt und zerrt, doch der Riesenkürbis bleibt wie angewurzelt auf dem Boden stehen. Er ist einfach zu schwer für die Zweijährige, die mit ihrer Tante Undine und Nichte Neele auf dem Kremmener Kürbisfest unterwegs ist. Alles kein Problem, die beiden Größeren helfen gerne.

Hokkaido, Acorn, Sweet Dumpling, Butternut, Blue Banana, Kürbisse in allen Farben und Formen, die Auswahl an dem Stand ist gewaltig. Gerade hat Neele zwei kleine Zierkürbisse entdeckt. Dem Trio aus Bärenklau geht es vor allem um die Optik. Den Großen nehmen wir für Halloween, die beiden Kleinen als Dekoration, sagt Undine.

Ganz kulinarisch geht es in der dahinter liegenden Scheune zu. Mike Carroll, Gastronomieleiter auf dem Spargelhof Kremmen, lässt Herzhaftes servieren. Flammkuchen mit Apfel und Kürbis, und natürlich Kürbissuppe. Die peppen wir mit Muskatnuss und weiteren Gewürzen auf, sagt er. Welche, will er nicht verraten. Gerade Hokkaido-Exemplare landen oft im Topf. Auf der Bühne um die Ecke erinnern Kinder der Kremmener Goethe-Grundschule an ihr schweres Schicksal. „Man kocht uns und isst uns auf“, singen die Kleinen.

Es war viel los am Sonnabend im Kremmener Scheunenviertel. Doch Ellen Brunner hatte in den Vorjahren schon weitaus mehr Besucher erlebt. Kein Wunder, da schien immer die Sonne, erinnert sie sich. An solchen goldenen Herbsttagen stand die Vorsitzende des Vereins Scheunenviertel Kremmen oft an der Straße, um die Massen an Autos zu freien Parkplätzen zu lotsen. Gerade die vielen Berliner hätten für starken Andrang gesorgt.

Die Stimmung ist dennoch gut auf dem Fest, das ihr Verein mit dem Spargelhof Kremmen organisiert hat. Ellen Brunner freut besonders, dass auch Asylbewerber mit ihren Kindern anwesend sind. Hier können sie völlig ungezwungen Kontakte zu Einheimischen knüpfen, findet sie.

Nun dröhnen Trommelschläge über das Areal. Die „Drums Alive“-Gruppe vom Kremmener Sportverein tritt erstmals auf dem Kürbisfest auf. Heidi Sommer will so auf ihr Angebot aufmerksam machen. Es fördere die Koordination, sei gut für Herz und Kreislauf und mindere Stress, so die Übungsleiterin. Zudem sei es nicht selten eine „Einstiegsdroge“ für andere Sportarten des Vereins.

Oliver aus Berlin zieht es eher in das weiße Zelt, wo Kinder Fratzen in große, orangenfarbene Kürbisse schnitzen. Zufrieden trägt er gleich zwei dieser gruseligen Köpfe vor sich her. Es sei das Werk seines vierjährigen Sohn Riley, nun ja, beinahe. „Er hat mehr assistiert“, scherzt er.

Steffi, ebenfalls aus Berlin, sieht in dem Gemüse vor allem Nahrung. Sie greift in die Kiste mit den seltenen Delicata. Die könne man wie Zucchini braten, sagt sie. Extra deswegen sei sie zum Kürbisfest gekommen: „Im Supermarkt finde ich die nicht.“

Von Fritz Hermann Köser

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