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Eine Frau für Velten-Süd

Quartiersmanagerin für sozialen Brennpunkt Eine Frau für Velten-Süd

Stephanie Marsch wird sich als neue Quartiersmanagerin in den nächsten vier Jahren um den Stadtteil Velten-Süd sowie die angrenzenden Wohngebiete am Kuschelhain und Thälmannsiedlung kümmern. Finanziert wird ihre Stelle im Rahmen des Bund-Länder-Förderprogramms „Soziale Stadt“, mit dem der soziale Brennpunkt aufgewertet werden soll.

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Stephanie Marsch (r.) mit Bauamtsleiter Berthold Zenner und Bürgermeisterin Ines Hübner.

Quelle: Foto: Paetzel

Velten. Jeden Dienstag macht Stephanie Marsch ihre Runde durch Velten-Süd, um sich mit Bewohnern auszutauschen. „Die Leute sollen wissen, dass sie mich ansprechen können, wenn sie Ideen haben oder ihnen etwas aufstößt.“ Seit April ist Marsch neue Quartiersmanagerin für Velten-Süd, den Kuschelhain und die Ernst-Thälmann-Siedlung. Doch sie ist nur immer dienstags vor Ort, sie könne Dinge deshalb nur anstoßen. „Wenn die Nachbarn zusammenkommen und gemeinsame Interessen finden, wäre das toll.“ Marsch will ein Wir-Gefühl schaffen, den Zusammenhalt im Stadtteil stärken. Am Ende sollen Initiativen entstehen – wie die Krabbelgruppe mit sieben bis acht Müttern und Babys, die regelmäßig im Bürgerhaus zusammenkommt.

Doch die Stadtplanerin hat viel Arbeit vor sich: Velten-Süd ist noch immer der soziale Brennpunkt in der Stadt. Dabei wurden hier schon etwa zehn Millionen Euro investiert, seit das Quartier 2001 in das Förderprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wurde. In den 1990er-Jahren lebten in dem Plattenbau-Viertel vor allem Arbeitslose und sozial Schwache. Heute sind die Neubauten saniert. Es gibt Bürgerhaus, Erlebnisspielplatz oder Fitnessparcours. Doch noch immer sind laut Marsch etwa ein Drittel der Bewohner arbeitslos. „Natürlich ist nicht alles Friede-Freude-Eierkuchen, aber wir haben gute Voraussetzungen.“ Marsch, die auch schon in Quartieren in Neukölln oder Marzahn gearbeitet hat, will Akteure wie Kitas, Schulen, Wohnungsunternehmen und die Bürger vernetzen, um den Stadtteil voranzubringen.

Das Quartiersmanagement für vier Jahre – Marschs Institut Weeber und Partner führt die Arbeit des bisherigen Managements S.T.E.R.N. fort – ist eine von 36 Maßnahmen, die mit Fördergeldern vom Bund-Länder-Programm „Soziale Stadt“ zur weiteren Aufwertung des Stadtteils umgesetzt werden könnten. Das entschieden die Veltener Stadtverordneten im Februar. Unter anderem könnte im Rahmen des Programmes auch eine „grüne“ Achse samt Skater- und Radweg von der Ernst-Thälmann-Straße bis zum Gleispark entstehen. „Wir wollen den Stadtteil auch baulich stärker in die Stadt integrieren“, so Veltens Bauamtsleiter Berthold Zenner.

Auch das Quartier selbst soll aufgehübscht werden. So soll etwa ein Nachnutzungskonzept für die ehemalige Kaufhalle soll gefunden werden. Die Halle könnte für Skaten oder Fußball genutzt ­werden. Auch der Straßenraum im Eingangsbereich der Siedlung solle neu gestaltet werden. „Dabei ist es wichtig, die Bewohner an der Gestaltung mit zu beteiligen“, sagt Stephanie Marsch.

Weitere Projekte, die Marsch koordinieren soll, könnten der Suchtprävention, der Verbesserung der Ernährung, Hilfe bei Bewerbungen oder der Beteiligung von Bewohnern am Geschehen im Stadtteil dienen. „Im Sommer werde ich auch einen Rundgang mit den Bewohnern machen“, so die Quartiersmanagerin. Ab Herbst soll ihr Büro im Bürgerhaus dann auch für Sprechstunden offenstehen.

Von Marco Paetzel

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