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Oberhavel Eine Grüne in der Polizeifachhochschule
Lokales Oberhavel Eine Grüne in der Polizeifachhochschule
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21:00 21.07.2016
Ursula Nonnemacher udn Rainer Grieger führten gute Gespäche. Quelle: Foto: Andrea Kathert
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Oranienburg

Der Polizeidienst ist eigentlich nicht das Metier von Ursula Nonnemacher. Die Landtagsabgeordnete der Grünen ist eher im Gesundheitsressort zu Hause. Doch die Fraktion von Bündnis90/Die Grünen zählt nur fünf Abgeordnete. „Bei uns hat jeder einen großen Bereich“, sagte sie am Donnerstag in Oranienburg während ihrer Sommertour. Die Kollegen aus der SPD-Fraktion hätte es da besser. Dort stünden für den Bereich, den sie berackert, sieben bis acht Abgeordnete bereit.

Um so wichtiger ist es Ursula Nonnemacher, sich vor Ort zu informieren über Themen, die sie mit entscheiden muss. Und ganz fremd sind ihr Polizisten in Uniform nun auch nicht. „Ich war 26 Jahre Fachärztin für Innere Medizin“, erzählt sie. Bei ihren Einsätzen auf dem Notarztwagen hätte sie viel mit Polizisten zu tun gehabt.

Am Donnerstag aber, als sie der Fachhochschule der Polizei einen Besuch abstattete, erhielt sie ganz neue Einblicke in die Ausbildung von Polizeibeamten für den mittleren und den gehobenen Dienst. Begleitet vom Präsidenten der Schule; Rainer Grieger, und zwei Polizeischülern sah die Grünen-Politikerin, wie man funken lernt, wie das Schießtraining abläuft, wie Tatorte gesichert oder Verbrecher in Wohnungen gestellt werden.

Vor dem Hintergrund des neuen Landeshaushaltes für 2017/18 sprachen Nonnemacher und Grieger natürlich auch über innere Sicherheit und die Aufstockung des Polizeiapparates. Die Landtagsabgeordnete ist schon froh darüber, dass inzwischen alle Fraktionen einsehen, dass die Polizeireform nachgebessert werden muss. „Wir müssen unbedingt nachsteuern.“ Die innere Sicherheit sei eine Kernkompetenz des Staates. Im Entwurf des neuen Haushaltes ist eine Aufstockung auf 8200 Beamte vorgesehen. Ob das schon reicht, ist noch unklar. Der Abbau der Polizeistellen hatte bei einem Stand von 8900 begonnen.

Auf die neuen Zielzahlen im Haushalt muss sich natürlich die Fachhochschule der Polizei einstellen. „Gegenwärtig haben wir jährlich 300 neue Anwärter“, sagt Rainer Grieger. „Wir richten uns auf 350 oder noch mehr ein“, meint Ursula Nonnemacher. So lange es sich um eine kurzzeitige Erhöhung der Schülerzahlen handelt, kann der Präsident mitgehen. „An unserer Fachhochschule wird das nicht scheitern“, bekräftigt Rainer Grieger. „So flexibel sind wir, das bekommen wir hin.“

Problematisch ist eher, ob sich genug Anwärter in der Fachhochschule vorstellen und die hohen körperlichen und intellektuellen Anforderungen erfüllen können. Nur ein Bruchteil der Interessenten besteht die Aufnahmeprüfung. „Wir brauchen keine Rambo-Typen und auch keine Weicheier“, sagt Grieger. Die Richtigen auszufiltern, sei schwierig. Und die Konkurrenz aus anderen Bundesländern und anderen Berufsbranchen ist groß.

Der weltweite Terror ist natürlich auch an der Fachhochschule ein Thema. Auch wenn es dafür in Brandenburg keine Anhaltspunkte gebe, meint Grieger, müsse jeder mit solchen Szenarien vertraut sein. Würzburg habe gezeigt wie spontan so etwas passieren kann. Deshalb ist auch die Ausbildung in Oranienburg auf solche Fälle ausgerichtet. Ganz neu ist so etwas für die Polizeischüler nicht. Nach Amokläufen an Schulen wurden derartige Szenarien schon oft durchgespielt. Inzwischen trainieren die Polizeischüler auch schon mit den neuen Maschinenpistolen, mit denen die Beamten künftig ausgestattet werden. „Im Notfall die Waffe gegen Menschen richten zu müssen, das muss man auch erst mal lernen“, sagt der Präsident der Fachhochschule.

Von Andrea Kathert

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