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Eine Gulaschkanone für Kralupy

Hennigsdorf Eine Gulaschkanone für Kralupy

Eine alte NVA-Gulaschkanone haben fünf Hennigsdorfer Feuerwehrleute gestern zur Wehr der tschechischen Partnerstadt in Kralupy gebracht. Sie wird in Hennigsdorf nicht mehr gebraucht, weil es mittlerweile eine neue Kanone gibt. Die Verbindung zur Partnerwehr in Kralupy ist traditionell sehr eng.

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Tobias Handrick, Toni Stars, Tim Abraham, Mario Hosenfelder (v.l.) und Robert Heinsius brachten die Kanone nach Kralpuy. Das bisherige Gefährt in Tschechien aus Sowjetzeiten ist alt und verrostet (kleines Foto)

Quelle: FotoS: Paetzel

Hennigsdorf. Tausende Eisbeine und unzählige Portionen Erbsensuppe köchelten in der alten Gulaschkanone aus NVA-Zeiten vor sich hin. „Die haben wir zu jedem Bockbierfest rausgeholt, auch bei anderen Hennigsdorfer Festen war sie im Einsatz“, erklärt Robert Heinsius, zweiter Vorsitzender des Feuerwehrfördervereins. Doch die Hennigsdorfer Wehr hat längst eine neue Gulaschkanone der Marke „Kärcher“ angeschafft, die statt mit Kohle nun mit Gas betrieben wird und auch mehr Portionen erhitzen kann. Die alte Kanone, die die Feuerwehr seit Mitte der 1990er-Jahre nutzt, hat aber noch längst nicht ausgedient. Deshalb schenkt sie der Feuerwehrförderverein „Florian“ nun ganz offiziell der Wehr in Hennigsdorfs Partnerstadt Kralupy.

Gestern fuhren Robert Heinsius und vier andere Feuerwehrleute das alte DDR-Gefährt vom Fabrikat FÜK 180/62 (Baujahr 1962) zu den Mitgliedern der Wehr in Kralupy. Vier Stunden waren die fünf Männer bis in die tschechische 18 000-Einwohner-Stadt unterwegs, um sie den Freunden feierlich zu übergeben. „Der Kessel ist noch okay, aber Lack und Reifen müssen mal erneuert werden“, so Heinsius. Auf jeden Fall sei die alte NVA-Kanone um Längen besser als das rostige Gefährt aus Sowjetzeiten, das die Tschechen aktuell noch nutzen. „Die sind handwerklich so begabt, die kriegen sie wieder richtig gut hin“, glaubt Heinsius.

Die Verbindung der Feuerwehrleute nach Kralupy ist traditionell eng, zweimal im Jahr fährt eine Hennigsdorfer Delegation zum Besuch dort hin. Im Frühjahr nehmen sie an einem Wettkampf teil, bei dem die Feuerwehrleute einen Parcours meistern und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen müssen, auch das Stadtfest in Kralupy ist für die Hennigsdorfer jedes Jahr Pflicht. Auch die Tschechen kommen regelmäßig in die Stahlstadt. „Es geht um den Erfahrungsaustausch, aber wir sind längst auch miteinander befreundet und besuchen uns privat“, sagt Robert Heinsius. Genauso eng sei die Verbindung der Hennigsdorfer Wehr und des Fördervereins zu den Wehren in den Partnerstädten Sroda Wielkopolska (Polen) und Choisy-le-Roi (Frankreich).

Heinsius und sein Förderverein mit rund 60 Mitgliedern – Feuerwehrleuten, Ehemaligen sowie Familie und Freunde – unterstützen die Arbeit der Ehrenamtler. Sie organisieren Feiern, beschaffen Helme oder Übungspuppen fürs Training. Auch bei der Herrichtung des Aufenthaltsraumes mit Bar half der Verein. „Wir wollen der Wehr danken, dass sie uns die Gulaschkanone überlassen hat“, so Heinsius.

Von Marco Paetzel

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