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Oberhavel Eine Straße als Brücke
Lokales Oberhavel Eine Straße als Brücke
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00:20 12.10.2017
Diese Figurengruppe schufen Astrid Mosch aus Hohenwalde und Lutz Kommallein aus Ringenwalde. Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf/Birkenwerder

„Diese Straße ist eine Brücke“, sagte Roland Matticzk. „Eine Brücke von Kunst zu Künstlern, Künstlern zu Bürgern, von Stadt zu Stadt und Nachbar zu Nachbar.“ Dass so etwas aus seinem acht Jahre alten Vorschlag für eine Straßengalerie wird, hätte er selber kaum für möglich gehalten, gesteht er.

Doch seine Nachbarn hätten ihn damals bestärkt, als sie sich gegen den zu breiten Ausbau der Birkenwerder Straße wehrten: „Wir wollten nicht nur meckern, sondern konstruktive Vorschläge bringen“, blickt Matticzk zurück. Als der Straßenausbau dann vor zwei Jahren beschlossen wurde, hatte sich viel verändert: „Meine Agentur Sehstern arbeitete mittlerweile für das Stadtmarketing von Hohen Neuendorf – und in das neue Konzept von Stadtkultur und Bürgernähe passte diese Kunststraße punktgenau hinein.“ Und alle, die ihm vorwarfen, er wolle nur seine eigene Straße schön machen, bestätigte er: „Ja, aber nicht nur die Straße, sondern die ganze Stadt.“ Bürgerschaftliches Engagement setze eben vor der eigenen Haustür an. Und mit diesem Ergebnis könne der Skulpturen-Boulevard ein Modell sein, an dem sich andere orientieren können und das Mut mache, Eigeninitiative zu entwickeln.

„Aquarius“ gehört zu den 13 Ausstellungsstücken, die ab sofort auf dem Skulpturen-Boulevard zu sehen sind. Quelle: Helge Treichel

Erstmals haben sich die Nachbarkommunen Birkenwerder und Hohen Neuendorf für ein grenzüberschreitendes Kunstprojekt zusammengeschlossen, am Sonnabendnachmittag wurde Einweihung gefeiert. Acht namhafte Künstler der Region bringen für zwei Jahre ihre Kunst als Leihgabe auf die Straße. Danach sollen die Ausstellungen wechseln. Ergänzt werden die elf Arbeiten durch zwei Jugendkunstprojekte, die in den nahen Jugendhäusern entstehen. Damit wird Verkehrsberuhigung zu Kunst – und umgekehrt.

Auch Landrat Ludger Weskamp (SPD) ließ es sich als Hohen Neuendorfer nicht nehmen, die erste Open-Air-Galerie in Oberhavel mitzueröffnen. Gewählt wurde dafür die Grenze zwischen beiden Orten, wo die aus Kupfer getriebene Skulptur „Mondkuss“ von Achim Kühn aus Alt-Glienicke platziert ist. Sie symbolisiert – gewollt oder nicht – die Annäherung zweier Pole. Kunst sei „ein Thema, das verbindet“, stellte Weskamp zufrieden fest: Man rede miteinander statt übereinander. Der Landrat bezeichnete die Straßengalerie als „Aushängeschild, das Tor zum Briesetal“. Dieser zusätzliche Hotspot beweise, dass man in diesen Orten nicht nur gut wohnen und leben kann, „sie bieten auch gute Kunst“.

„Wir sind an einem Punkt, wo man Straßenbau völlig neu definiert“, sagte Bürgermeister Stephan Zimniok (B.i.F.) in seiner Ansprache. Er freue sich, dass Birkenwerder „Teil dieser Transformation ist“ und richtete seinen Dank an alle Beteiligten.

Er wolle nicht verhehlen, dass dieses Projekt auch einige Kontroversen sowie Ecken und Kanten mit sich brachte, sagte Hohen Neuendorfs Beigeordneter Volker-Alexander Tönnies (SPD). Und Initiator Matticzk habe nicht nur viel Schweiß investiert, sondern auch die eine oder andere Träne.

Zahlreiche Anwohner verfolgten die Einweihungszeremonie des Boulevards vor Ort mit. Quelle: Helge Treichel

Zahlreiche Anwohner gingen mit, als sich der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr von der Hohen Neuendorfer Seite und die Formation „Birkenbrass“ von Birkenwerder her auf die Ortsgrenze zubewegten. Mit dabei waren auch die Vertreter der Sponsoren wie die EMB Energie Mark Brandenburg. Der Energieversorger, der unmittelbar am Boulevard seine Niederlassung hat, zählte zu den allerersten Projektunterstützern außerhalb der Verwaltungen und steuerte „einen guten vierstelligen Betrag“ bei, verrät Niederlassungsleiter Dirk Lüdecke. Engagiert haben sich auch Netto, die Himmelspagode sowie die Agenturen Sehstern und inter-idee.

Bei der Eröffnungsfeier war neben den beiden Jugendlubs auch die Freiwillige Feuerwehr Birkenwerder mit von der Partie. Die Kameraden hielten Würstchen Kesselgulasch und Getränke bereit. Mitglieder des Briesetalvereins warben für eine weitere Gemeinschaftsaktion: „Birkenwerder blüht auf“. In kleinen Tütchen verteilten sie als „Starterkit“ von der Gemeinde angeschaffte Blumenzwiebeln, die jeder auf dem Grünstreifen vor seinem Grundstück pflanzen darf.

Von Helge Treichel

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