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Eine Viertelstunde bis zum Unfallort

Hennigsdorf Eine Viertelstunde bis zum Unfallort

Der Hennigsdorfer Feuerwehrmann Paul John hat den Hangar des Rettungshubschraubers „Christoph Berlin“ am Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn besucht. In den vergangenen Jahren war der rote Hubschrauber rund 330-mal zur Stelle, wenn in Oberhavel Menschen verunglückt waren.

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Der Hennigsdorfer Feuerwehrmann Paul John mit seiner Freundin Jenny Ligmann am Rettungshubschrauber in Marzahn.

Quelle: Foto: privat

Hennigsdorf/ Berlin. Immer wieder landen in Oberhavel Rettungshubschrauber, wenn gerade kein Notarztwagen verfügbar ist. In den vergangenen beiden Jahren waren es jeweils rund 330 Einsätze, in diesem Jahr bislang 76. Der Hennigsdorfer Feuerwehrmann Paul John erhielt nun einen Einblick in den Alltag dieser Kollegen im Hangar des Rettungshubschraubers „Christoph Berlin“ am Unfallkrankenhaus Berlin-Marzahn. Die Standorte der Hubschrauber in der Region seien so gewählt, dass sie binnen kürzester Zeit zum Einsatz kommen. „Wir konnten uns davon überzeugen, dass ein alarmierter Hubschrauber innerhalb von zwei Minuten in der Luft ist, nachdem der Alarm eingegangen war.“ Keine 15 Minuten später sei er an seiner Einsatzstelle gelandet. „Jeder Handgriff sitzt, der Pilot startet die Maschine und schon hebt die H145 mit rund 1000 PS und vier Mann Besatzung ab.“ Die Kollegen im Unfallkrankenhaus seien dafür 24 Stunden, 365 Tage im Jahr bereit, um professionelle Hilfe leisten zu können.

Auch die Zusammenarbeit mit der Hennigsdorfer Feuerwehr sei gut, die Einsätze aus der Luft liefen unkompliziert ab. Grundsätzlich müsse ein Landeplatz 35 mal 70 Meter groß sein – das ist die doppelte Breite und die vierfache Länge eines Hubschraubers. Wenn der Hubschrauber-Pilot es anfordert, richtet die Feuerwehr einen solchen Landeplatz ein. Dafür kämen etwa der Sportplatz oder der Festplatz in der Ruppiner Straße in Frage. Doch es sei nicht immer möglich, dass der Hubschrauber auch dort landen könne, weil der Unfallort etwa zu weit weg sein könne. Zuletzt sei der Hubschrauber etwa auch mal auf dem Havelplatz gelandet, erinnert sich Paul John. Er appelliert in diesem Zusammenhang an Bürger, sich möglichst fern von den Hubschraubern zu halten. „Da werden kleine Steine aufgewirbelt, anderswo sind auch schon Straßenschilder oder Bauzäune durch die Gegend geflogen“, so John.

Das ist aber nicht das einzige Problem mit den Hubschraubern. Der Veltener Feuerwehrmann Frank Steinbock, in der Ofenstadt Vorsitzender des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung, hat wiederholt kritisiert, dass sie im Kreis zu häufig zum Einsatz kommen. Die Bevölkerung wachse, die Leute würden älter – da hätten die verfügbaren Notärzte oft genug zu tun, so dass die Luftrettung einspringen muss. Das könne aber oft wertvolle Sekunden kosten. „Der Landkreis sollte zwei Notarztfahrzeuge zusätzlich anschaffen, das würde die Lage im Südkreis entspannen.“

Das sei aber kurzfristig nicht vorgesehen, erklärte Kreis-Sprecher Ronny Wappler. Dem Kreis stehen aktuell drei Notarzteinsatzfahrzeuge, 18 Rettungswagen, drei Krankentransportwagen und Reservefahrzeuge zur Verfügung. Der Einsatz der Notärzte erfolgt von den jeweiligen Standorten an den Krankenhäusern Oranienburg, Hennigsdorf und Gransee zusammen mit Rettungstransportwagen.

Von Marco Paetzel

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