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Oberhavel Eine belastende Situation für alle
Lokales Oberhavel Eine belastende Situation für alle
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00:38 26.03.2018
Großeinsatz für die Germendorfer Feuerwehr in der Nacht zum 25. September des vergangenen Jahres. Quelle: Julian Stähle
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Germendorf

Sind die Brandstiftungen in Germendorf nun Geschichte? Nach der ersten Erleichterung, die sich mit der Festnahme eines 26-jährigen Tatverdächtigen am vergangenen Sonntag breit gemacht hat (MAZ berichtete), fragen sich die Leute jetzt, was die Ermittlungen der Polizei wohl alles ans Tageslicht bringen werden. Für konkrete Ergebnisse ist es momentan noch früh. „Noch gibt es keinen neuen Ermittlungsstand“, hieß es am Mittwochvormittag aus der Staatsanwaltschaft in Neuruppin. Nachdem der Tatverdächtige einem Haftrichter vorgeführt worden war, und dieser Haftbefehl erlassen hatte, wurde der 26-Jährige in die Justizvollzugsanstalt nach Wulkow (Ostprignitz-Ruppin) gebracht. Dort wird der Mann, gegen den nach Aussage der Polizei ein dringender Tatverdacht vorliegt, weiter vernommen. Die weiteren Ermittlungen werden zeigen, ob und welche Brandstiftungen aus der Vergangenheit dem Tatverdächtigen zur Last gelegt werden können.

„Die Ermittlungen stehen erst ganz am Anfang“, sagte am Mittwoch Olaf Bendin. Ehe mögliche Straftaten nicht bewiesen sind, so der Ortsvorsteher von Germendorf weiter, wolle er mit Aussagen vorsichtig sein. Man müsse abwarten, was die Befragungen und Untersuchungen der Polizei ergeben. Ihm, so Olaf Bendin, liege gegenwärtig schriftlich weder die Information über mögliche Geständnisse noch irgendwelche anderen Ermittlungsergebnisse vor. Und das sei sicher auch nicht von heute auf morgen zu erwarten. Bis dahin gelte die Unschuldsvermutung. Sollte sich herausstellen, dass die Brandserie nach der jüngsten Festnahme als aufgeklärt gilt, wäre dies natürlich eine Erleichterung für Germendorf und seine Einwohner.

Nach Informationen aus der Polizeidirektion Nord vom Dienstag, soll es sich bei dem Tatverdächtigen um ein ehemaliges Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Germendorf handeln. Das hat inzwischen auch Sven Marten bestätigt. Wie Oranienburgs Stadtbrandmeister am Mittwoch informierte. war der 26-Jährige von 2001 an bis zum 7. Juni dieses Jahres in der Germendorfer Wehr. Dann sei er aus eigenem Antrieb ausgetreten. Eine Begründung für diesen Schritt habe es nicht gegeben. Das sei bei einem Austritt aber auch kein Muss. Beim Verlassen der Germendorfer Wehr sei der 26-Jährige Oberlöschmeister gewesen.

Während seiner Zeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Germendorf ist der Tatverdächtige nach Einschätzung des Stadtbrandmeisters „ein sehr engagiertes Mitglied“ gewesen. Auf die Frage, ob es in der Vergangenheit in der Germendorfer Wehr Vermutungen oder Anhaltspunkte für die Annahme gab, dass der Feuerteufel womöglich aus den eigenen Reihen stammen könnte, antworte Sven Marten am Mittwoch: „Ja, es gab Vermutungen.“ Und es habe auch immer wieder das eine oder andere Gesprächen zu diesem Thema unter den Kameraden gegeben. Zu den Anhaltspunkten könnten aber nur die Ermittlungsbehörden eine Aussage machen. Danach gefragt, ob der Tatverdächtige womöglich bei Einsätzen unter den Feuerwehrleuten war, die immer zuerst am Brandort aufgetaucht sind, meinte Oranienburgs Stadtbrandmeister: „Dazu kann ich keine Angaben machen.“

Sven Marten kündigte an, dass man mit den Kameradinnen und Kameraden in Germendorf über die Ereignisse noch gesondert sprechen werde. Fest stehe, „das so etwas eine Belastung für alle ist.“

Für Zehdenicks Stadtbrandmeister Gerd Ritter ist das alles sehr deprimierend und „ein ganz schlimmes Thema – sowohl für die Feuerwehr selbst als auch für die Bevölkerung. Solche Fälle würden das Vertrauen in die Feuerwehr beschädigen. Die Kollegen gerieten dadurch schnell unter Generalverdacht, obwohl 99,9 Prozent einfach gut und ordentlich ihre Arbeit machen und das im Ehrenamt. Ob es eine Erklärung für Brandstifter in den Reihen der Feuerwehr gibt? Jeder Feuerwehrmann spüre wohl bei Einsätzen, so Gerd Ritter, wenn das Adrenalin nach oben geht. Es gebe Ausreißer, die, wenn der Kick längere Zeit ausbleibt, offenbar nachhelfen. Aber das sei die absolute Ausnahme. Man müsse das auch mal ins Verhältnis zu den vielen Hunderten Einsätzen der Feuerwehr setzen.

Kurz nach der Wende habe auch in Zehdenick mal ein junger Feuerwehrmann gezündelt. Der Kollege habe die Feuerwehr und auch die Stadt dann sehr schnell verlassen. „Letztlich mus man sagen“, so Zehdenicks Stadtbrandmeister, dass die Feuerwehr unsere Gesellschaft abbildet. Unsere Kameraden kommen aus allen Bereichen.“

Von Bert Wittke

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