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Eine clevere Idee für dringende Geschäfte

„Nette Toilette“ in Glienicke/Nordbahn Eine clevere Idee für dringende Geschäfte

In Glienicke/Nordbahn fiel der Startschuss für die „Nette Toilette“. Ab Oktober machen drei Kaffeehaus-Betreiber ihre Sanitäreinrichtungen zu öffentlichen WCs. Eine Aktion, die in Aalen im Jahr 2001 ins Leben gerufen wurde und seither in ganz Deutschland Schule macht. Ach ja: Die Gemeinde zahlt dafür, dass sich niemand mehr etwas verkneifen muss.

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Die Startriege (v. l.: Bürgermeister Hans G. Oberlack und Ideengeberin Stefanie Julier mit Zertifikat, Markus Wolf (Family Keramik & Café), Claudia Kupfer (Glienicker Kaffeehaus), Jutta Hauck von der Gemeindeverwaltung, Sylvia Franz (Käseglocke) und Gemeindevorsteher Martin Beyer.

Quelle: Foto: Helge Treichel

Glienicke. Anfangs habe er ein wenig schmunzeln müssen, als die damalige SPD-Gemeindevertreterin Stefanie Julier die vergleichsweise kostengünstige Lösung für ein mitunter ziemlich dringliches Problem im Ort vorschlug, gesteht Bürgermeister Hans G. Oberlack (FDP). Das sei allerdings allein dem Titel geschuldet gewesen: „Nette Toilette“. Ab 1. Oktober steht diese besondere Form von öffentlichen WCs auch in Glienicke zur Verfügung. Der Clou: Die Gemeinde zahlt den Inhabern von zunächst drei Cafès einen jährlichen Obolus von 700 Euro, damit diese ihre Sanitäreinrichtungen ganz offiziell öffentlich machen – jedenfalls zu ihren Öffnungszeiten.

Bundesweit einheitliche Aufkleber

Das wird an roten Aufklebern zu erkennen sein, auf denen Piktogramme zugleich über die örtlichen Gegebenheit informieren, zum Beispiel Barrierefreiheit oder einen Wickelraum. Diese Aufkleber übergab Jutta Hauck vom Fachbereich Bauen und Umwelt der Gemeindeverwaltung am Dienstag an die drei Inhaber der Kaffeehäuser. Zwar hätten sie noch nie jemanden weggeschickt, betonten alle, aber nun müsse keiner mehr ein schlechtes Gewissen haben, falls er oder sie mal müssen.

Die Glienicker sind die Ersten in Oberhavel

Glienicke gehört mit der Teilnahme an dieser Aktion zu den Vorreitern im Land Brandenburg. Das Projekt war im Jahr 2001 in Aalen gestartet worden. Inzwischen beteiligen sich bundesweit 220 Kommunen. In Brandenburg ist es lediglich noch Bad Liebenwerda. Und sogar Berlin ist in diesem Zusammenhang ein weißer Fleck auf der Landkarte, sagt Jutta Hauck. Die Kommunen zahlen eine einmalige Nutzungsgebühr, deren Höhe sich nach der Einwohnerzahl richtet. 1230 Euro waren das in Glienicke. Dem stünden deutlich höhere Kosten für den Bau und Unterhalt von öffentlichen Toilettenhäuschen gegenüber, argumentiert die Verwaltungsmitarbeiterin.

Eine App findet die „Nette Toilette“

Eine der 1751 „Netten Toiletten“ in Deutschland zu finden, ist übrigens leicht, jedenfalls mit Smartphone: Eine kostenlose App (IOS und Android) lotst direkt dorthin. Das wird um so sicherer, je mehr Kommunen sich beteiligen.

Von Helge Treichel

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