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Eine, die zufasst

Schulzendorf Eine, die zufasst

Für Schulzendorf ist sie ein Segen: Alle Arbeiten, die die Kommune „irgendwie“ in Eigenregie erledigen müsste, dürfte und sollte, wird von Beate Lindenau erledigt. Sie ist Gemeindearbeiterin.

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Beate Lindenau an ihrem Arbeitsplatz im Gemeindezentrum.

Quelle: Stefan Blumberg

Schulzendorf. Theoretisch könnte sie auch in Schlappen zu ihrem Arbeitsort gehen. Sie wohnt schließlich schräg gegenüber vom Gemeindezentrum, weniger als einen Katzensprung entfernt. Dieses Gebäude im Rönnebecker Weg 11 ist ihr Reich. Es ist der gesellschaftliche Mittelpunkt von Schulzendorf, Treffpunkt für alle Festlichkeiten und Feiern: Geburtstage, Frauentag, Weihnachtsfeier, Trauerfeier. Wenn Gäste im Anmarsch sind, war Beate Lindenau schon längst da. Tische rücken und eindecken, Stühle aufstellen, Kaffee kochen, da sein. Und wenn alle Gäste weg sind, beginnt für sie die zweite Schicht: aufräumen, abwaschen, sauber machen. „Ich kann nichts stehen und liegen sehen“, sagt die Gemeindearbeiterin des Ortes. Geringfügig angestellt ist sie. Drei Stunden in der Woche. Ortsvorsteher Carsten Dräger schüttelt den Kopf. „Die reichen hinten und vorn nicht. Beate leistet mindestens das Dreifache. Sie macht mehr, als sie muss. Wirbelt so lange, bis alles perfekt ist.“ Allein für den Frauentag in der vergangenen Woche war sie anderthalb Stunden beschäftigt.

Müller an der Bushaltestelle: „Wir waren früher doch auch nicht anders“

Seit mehr als fünf Jahren macht sie diesen Job, übernahm ihn damals von ihrer Freundin. Zu ihren Aufgaben zählt allerdings nicht nur, sich um das Gemeindezentrum zu kümmern. An der Bushaltestelle räumt sie den Müll weg. Besonders die Jugendliche würden regelmäßig Dreck hinterlassen. Sie nimmt’s ihnen nicht übel: „Wir waren doch früher auch nicht anders“, so die 56-Jährige. An der Haltestelle leistet sie auch den Winterdienst. Wenn Schnee gefallen ist oder Glätte das Gehen beeinträchtigt, steht Beate Lindenau morgens um 4 Uhr auf der Matte und beginnt mit dem Schieben und Streuen. Auch um das Gelände um die Feuerwehr herum – es grenzt unmittelbar ans Gemeindezentrum – und die Pflege des Mühlenparks, inklusive Rasen mähen, gehört(e) zu ihren Aufgaben. Jedoch hat sie mit Ulrich Bruhse einen Unterstützer gefunden, der ebenfalls geringfügig angestellt ist (zwei Stunden pro Woche). Über die Zusammenarbeit und die Absprachen mit dem Amtswirtschaftshof – hier geht es zum Beispiel  um  das  Abholen des zusammengefegten Laubs – findet Beate  Lindenau  nur lobende Worte.

Ehrenamtlich kümmert sie sich gemeinsam mit ihrer Freundin, der 79-jährigen Elfriede Korpal, um die Pflege der Kriegsgräber auf dem Schulzendorfer Friedhof. Zudem betreut die Witwe und Mutter zweier Kinder ihre pflegebedürftige Schwiegermutter und führt deren Haushalt.

Carsten Dräger: „Beate hat alles im Blick, was im Dorf passiert. Sie arbeitet gern und gut. Sie ist eine, die zufasst. Bei dem, was sie tut, hat sie unser vollstes Vertrauen.“

Von Stefan Blumberg

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