Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Eine geballte Ladung Glück für die Ofenstadt
Lokales Oberhavel Eine geballte Ladung Glück für die Ofenstadt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:30 15.10.2016
Glücksbringer: 100 Schornsteinfeger und die Black Sambas, eine Schornsteinfegertrommelgruppe aus Stade (Niedersachsen). Quelle: Ulrike Gawande
Anzeige
Velten

Ein imposanter Ort, ein originelles Projekt und eine tolle Atmosphäre. So fasste Kulturstaatssekretärin Ulrike Gutheil am Donnerstagabend die Vernissage „Feuermauerkehrer – Vom Wandergesellen zum Glücksbringer“, eine Sonderausstellung des Veltener Ofen- und Keramikmuseums zur Geschichte des Schornsteinfegerhandwerks, zusammen. Schirmherr der Ausstellung, im Rahmen des Themenjahres Handwerk des Kulturlandes Brandenburg, ist Ministerpräsident Dietmar Woidke.

Die Trommelgruppe Black Sambas sorgten für ordentlich Stimmung. Quelle: Ulrike Gawande

100 Schornsteinfeger aus Brandenburg, Berlin und Niedersachsen bildeten in ihren schmucken schwarzen Kehranzügen mit blitzenden Knöpfen den eindrucksvollen Rahmen zur Eröffnung der Ausstellung. „Es gibt für dieses Thema keinen besseren Ort“, war sich die Staatssekretärin sicher. Zumal Sonnabend der Tag des Schornsteinfegers sei. Auch Oberhavels Landrat Ludger Weskamp war begeistert: „Was soll in Velten noch schief gehen, bei so vielen Schornsteinfegern?“ Das könne für die Ofenstadt ja nur eine glückliche Zukunft bedeuten.

Bürgermeisterin Ines Hübner mit den glücksbringenden Schornsteinfegern. Quelle: Ulrike Gawande

Auf Glück hofft auch Udo Arndt, Vorsitzender des Fördervereins des Ofenmuseums. Denn man will den Museumsstandort auch nach Schließung der Ofenfabrik Schmidt & Lehmann, in dessen Obergeschoss das Museum untergebracht ist (MAZ berichtete) in jedem Fall erhalten. „Tüchtig sein reicht in diesem Fall nicht, man braucht auch Glück.“ Ähnlich sah das Veltens Bürgermeisterin Ines Hübner, die deshalb ihren Glückstaler, den jeder Besucher von den Schornsteinfegern bekommen hatte, an Staatssekretärin Gutheil weitergab, in der Hoffnung, dass aus Potsdam Unterstützung für den Erhalt des Museums kommen möge.

Die Tausendfüßlergruppe des evangelischen Kindergartens sang ein Schornsteinfegerlied. Quelle: Ulrike Gawande

Aber warum gelten Schornsteinfeger eigentlich als Glücksbringer, fragte Landesinnungsmeister Markus Hirschnitz die Besucher. Und klärte auf: „Wir schwarzen Männer bewahren Hauseigentümer vor Rußbränden, bei denen nicht selten Häuser oder Städte niederbrannten.“ 8000 Schornsteinfegerbetriebe gibt es heute deutschlandweit. Doch die Wurzeln dieses traditionsreichen Handwerks reichen nach Norditalien, wo bis ins 20.Jahrundert hinein schmale, kleine Knaben quasi als „lebende Besen“ das Reinigen der Schornsteine übernahmen, erklärte Museumsleiterin Nicole Seydewitz. Vermietet oder verkauft wurden die Kinder als „piccolo rüsca“ von armen Familien an sogenannte Patroni. In Berlin-Brandenburg bildete ein Generalprivileg von 1734 die erste rechtliche Grundlage des Schornsteinfegerwesens.

Geballte Frauenpower bei den Schornsteinfegern: Jessika Weiß (2.v.l) und Maria-Xenia Müller (2.v.r.) haben gerade ihre Ausbildung begonnen. Quelle: Ulrike Gawande

Seitdem hat sich viel verändert: Statt Besen und Kratzer, benötigen die Schornsteinfeger heute Tablets, mit denen sie ihre Messungen durchführen können. Aber die Faszination ein Dach zu besteigen sei geblieben, verrät Jessika Weiß, Schornsteinfegerazubi aus Eisenhüttenstadt. „Der Beruf hat Tradition und Zukunft. Er bietet Abwechslung: Technik, Kundenkontakt und man ist oft draußen.“

Von Ulrike Gawande

Ein alter Goldarmring aus Nassenheide – das ist nur eines von vielen interessanten Exponaten. „130.000 Jahre Kulturgeschichte im Land Brandenburg – Spuren im Sand“. So heißt der Rundgang durch das archäologische Landesmuseum in Brandenburg/Havel, zu dem am 30. Oktober eingeladen wird.

15.10.2016

20.222,47 Euro! Dieses Geld ist beim Benefizlauf am 14. September 2016 am Granseer Strittmatter-Gymnasium zusammengekommen. Die Summe ist nun bekannt gegeben worden. Nach sieben Jahren, in denen die Schüler für den Verein „Ärzte helfen“ laufen, kratzen die „Strittmatters“ an der Sechsstelligkeit.

15.10.2016

Der kreiseigene Abfallentsorger AWU hat Anwohner der Puschkinallee verärgert. Sie sollen ihre Tonnen und Gelben Säcke plötzlich bis zu 200 Meter weit zur nächsten Straßenecke bringen, damit sie abgeholt werden können. Die überwiegend älteren Leute wehren sich gegen diese Dienstleistung für den Dienstleister – und hoffen auf das klärende Vor-Ort-Gespräch.

14.10.2016
Anzeige