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Eine gewaltige Technik

Ein Besuch im Oranienburger Wasserwerk Eine gewaltige Technik

Das sind schon andere Rohre und Brunnen, als sie die meisten von Zuhause kennen, die Anlagen im Wasserwerk Sachsenhausen. Schüler der Ferienuni ließen sich die technischen Anlagen erklären, staunten nicht schlecht und fragten dem Wasserwerker Ulf Seeger Löcher in den Bauch.

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Ulf Seeger zeigte den Kindern die gesamte Technik.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. „Unser Wasser hat eine Toppqualität“, sagte Wasserwerker Ulf Seeger. Seine jungen Zuhörer hatten es am Dienstag allerdings mehr auf die Technik abgesehen und interessierten sich eher für die großen Brunnen, die riesigen Tanks und die Blockheizkraftwerke. Zwölf Schüler hatten sich innerhalb der Ferienuni angemeldet, um das Wasserwerk Sachsenhausen zu inspizieren.

Ulf Seeger spannte die Kinder auch gar nicht lange auf die Folter und führte sie zu den zehn Tiefbrunnen. „Dürfen wir da mal reinklettern?“, fragten die Jungen, nachdem der Brunnenschacht geöffnet war. Nein, durften sie nicht. So wie noch etliche andere Sachen, die die Jungs gern getestet hätten.

Aus zwölf Metern Tiefe wird das Grundwasser gefördert und ins Wasserwerk gepumpt, 300 Kubikmeter pro Stunde. In zwei Oxydatoren werden Eisen und Mangan aus dem Wasser gelöst, bevor es in die Filteranlagen gelangt. Das gereinigte Wasser hat eine so gute Qualität, dass keinerlei Chemikalien zugesetzt werden müssen. Alle zwei Wochen kommt ein Fremdlabor, um das zu überprüfen. „Wir liegen weit unter den Grenzwerten“, meinte Seeger. Ein Kubikmeter Trinkwasser kostet 1,86 Euro. „Wenn man beim Discounter 1000 Liter Wasser kauft, kommt man etwa auf 430 Euro“, rechnete er den Kindern vor. Zwischen 4500 und 6500 Kubikmeter Trinkwasser verlassen täglich das Werk. Auf seinem Computer verfolgt der Techniker, wie viel Wasser zu welcher Zeit verbraucht wird.

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Für die Jungen, die am Dienstag im Rahmen der Ferienuni im Wasserwerk groß Augen bekamen, war es ein spannender Termin. Die beiden Mädchen waren etwas zurückhaltender während der Führung von Ulf Seeger.

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Damit die Oranienburger auch immer sorglos ihren Wasserhahn aufdrehen können, kümmern sich drei Kollegen um die Anlagen, an jedem Tag des Jahres. Und selbst wenn es in Oranienburg zu einem Stromausfall kommt. „Trinkwasser gibt es immer“, versprach Seeger. Als Notversorgung stehen in der alten Wasserwerkshalle, die eigentlich nur noch als Werkstatt und Lager benutzt wird, zwei Blockheizkraftwerke, die notfalls sogar mit Gas betrieben werden können.

Richtig spannend wurde es für die Schüler, als ihnen Ulf Seeger das Abwasserbecken zeigte. Dort landet das Wasser, mit dem regelmäßig die Filter gereinigt werden. Und es setzt sich eine Menge Eisenschlamm ab. Der wird auf dem Grund des Abwasserbeckens zusammengeschoben und in drei Auffangbecken befördert. Die jungen Besucher sahen am Dienstag etwas ganz Besonderes. „Wir haben diese Becken das erste Mal seit 15 Jahren leergemacht“, erzählte Seeger. Etwa 300 Tonnen Eisenschlamm wurden als Sondermüll entsorgt.

Zu DDR-Zeiten gab es mehrere kleinere Wasserwerke in Oranienburg, so in der Heidelberger Straße oder an der Germendorfer Allee. Das Wasserwerk Sachsenhausen war bis 1998 in Betrieb. Dann wurde der Neubau eingeweiht, der direkt neben der alten Halle errichtet wurde. Das gesamte Stadtgebiet von Oranienburg und die Ortsteile Lehnitz, Friedrichsthal und Malz erhalten vom Werk in der Carl-Gustav-Hempel-Straße ihr Trinkwasser.

Von Andrea Kathert

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