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Eine große Anlage für ein kleines Dorf

Investitionen des Zweckverbandes Liebenwalde Eine große Anlage für ein kleines Dorf

Der Zweckverband Liebenwalde hat viel Geld investiert, damit das Dörfchen Schluft in der Gemeinde Schorfheide eine ordentliche Abwasserentsorgung bekommt. Das erste Musterprojekt ging schief, aber der Verband holte sich das Geld von der Firma zurück. Jetzt wird das Abwasser der Schlufter über Druck- und Gefälleleitung bis ins Klärwerk nach Liebenwalde gefördert.

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Sie drehten am Rad (v. l.): Ortsvorsteher Peter Fiebig, Bürgermeister Uwe Schohknecht, der technische Leiter Wolfhard Raasch und der TAV-Geschäftsführer Hans-Christian Schnur.

Quelle: Andrea Kathert

Liebenwalde/Schluft. Normalerweise bekommt ein 120-Seelen-Dörfchen nicht solch eine komfortable Anlage, wie sie der Trink- und Abwasserzweckverband (TAV) Liebenwalde am Donnerstag in Schluft einweihte. Doch für den kleinen Ortsteil der Gemeinde Schorfheide, sechs Kilometer von Liebenthal entfernt, „ist dies jetzt eine hervorragende Lösung“, sagte TAV-Geschäftsführer Hans-Christian Schnur. 400 000 Euro hat der Verband investiert, 70 000 Euro davon kamen als Landesfördermittel für das Abwasser.

Die Gemeinde Schorfheide und damit auch Schluft gehören zum Liebenwalder Verbandsgebiet. Seit den 1950er-Jahren hat das Dorf eine separate Trinkwasserversorgung und ein eigenes Klärwerk. Doch die alte Kläranlage, 800 Meter vom Dorfkern entfernt im Wald gelegen, entsprach nicht mehr den technischen Parametern. Eine spezielle Anlage für die geringen Abwassermengen aus Schluft wurde gebaut. Doch sie funktionierte nicht. Das Musterprojekt ging schief. „Die Bürger hat das aber nichts gekostet“, sagte Schnur. „Der Verband hat das gesamte Geld von der Firma zurückbekommen.“ Zweieinhalb Jahre musste das Abwasser mit Tankwagen aus Schluft nach Liebenwalde gekarrt werden. Nun ist Schluss damit.

Der Verband baute eine knapp vier Kilometer lange Druckleitung. Das Schmutzwasser wird nun nach Liebenthal gepumpt, gelangt dort ins vorhandene Kanalsystem und wird weiter nach Hammer transportiert. Über eine Gefälleleitung gelangt es schließlich nach Liebenwalde. Etwa 20 Kilometer ist das Abwasser von Schluft auf dem Weg. Etwa zehn Kubikmeter fallen täglich im Dorf an. An manchen Spitzentagen waren es auch schon mal 30 Kubikmeter. Doch das ist für die beiden Pumpenpaare im Hauptpumpwerk Schluft kein Problem. „Das schaffen die mühelos“, sagt Wolfhard Raasch, der technische Leiter des Klärwerkes in Liebenwalde. Sobald im Pumpenschacht ein gewisser Pegel erreicht ist, springen die Pumpen an.

So sieht es im Pumpenschacht aus, wo das Abwasser der Schlufter ankommt

So sieht es im Pumpenschacht aus, wo das Abwasser der Schlufter ankommt. Ist ein bestimmter Pegel erreicht, springen die Pumpen an. Zwei Pumpenpaare arbeiten im Tandembetrieb.

Quelle: Andrea Kathert

Aber nicht nur ins Abwasser hat der TAV investiert. Genau über der Schmutzwasserleitung verläuft eine neue Trinkwasserleitung, beide wurden in einem Kanal verlegt. Teilweise auf kürzestem Wege im Brandschutzstreifen der Forst, was die Sache billiger machte. Der Brunnen, aus dem die Schlufter ihr Trinkwasser vorher bezogen, lieferte eine sehr gute Qualität, das Wasser war sehr weich. Doch der Brunnen liegt direkt neben einer Deponie, die auch nicht verschwinden wird. Niemand weiß, ob der Wasserleiter vielleicht mal verschmutzt wird. Deshalb gibt es nun diese sichere Versorgungslösung für das Trinkwasser.

Von Andrea Kathert

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