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Oberhavel Eine künstlerische Brücke geschlagen
Lokales Oberhavel Eine künstlerische Brücke geschlagen
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07:05 01.05.2017
Die ausstellenden Künstler der Mühlenbecker Fotogruppe „Sichtweisen“ vor ihren Werken in der Ema-Galerie des Glienicker Rathauses. Quelle: Foto: Ulrike Gawande
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Glienicke

Es gibt Brücken als Verbindung zwischen Ländern, zwischen Stadt und Land. Brücken in der Natur, aber auch zwischen Lebensabschnitten oder sogar Jahrhunderten. Je nach Sichtweise.

Mit der Ausstellung „Brücken“, die noch bis Ende Mai in der Ema-Galerie, der neuen Ausstellungsfläche am Einwohnermeldeamt, im Glienicker Rathaus zu sehen ist, wurde eine weitere Brücke geschlagen: Eine Brücke zwischen zwei Gemeinden, denn die ausstellenden Künstler gehören zur Fotogruppe „Sichtweisen“ aus dem Mühlenbecker Land. Vor zehn Jahren fand die Gruppe nach einem Fotoworkshop zusammen. Mittlerweile ist sie auf 24 Aktive angewachsen. „Wir sind alles begeisterte Fotografen, die eines verbindet: die Kreativität und die Begeisterung für Fotos“, erklärt Gründungsmitglied Axel Beerschneider.

Zu sehen sind in der Glienicker Ausstellung insgesamt 19 Bilder von 15 Fotografen. „Wir zeigen Dinge, die man sonst im Alltag nicht wahrnehmen würde, wobei sich unser Gruppenname in den Fotos widerspiegelt.“ So sei der Anspruch nicht, schöne, sondern vor allem für den Betrachter interessante Fotos zu machen, die Raum für eigene Interpretationen lassen, so Beerschneider.

Und so hängt in der Ausstellung neben einer abendlichen Ansicht der Öresundbrücke, die Dänemark und Schweden verbindet, ein Bild des Oranienburger Louise-Henriette-Stegs in einer Lichtstimmung, die den Steg in ein Schmuckstück zu verwandeln scheint, wie eine Besucherin anerkennend feststellt. Dem Fotografen Jürgen Naß aus Zühlsdorf, der erst seit 2016 Mitglied der Gruppe ist, ist durch einen hohen Dynamikumfang diese eindrucksvolle Aufnahme gelungen.

Fotografie sei eben Lichtmalerei, erklärte Rainer Musold, von dem in Glienicke eine Berliner Brücke, in Nebel getaucht, zu sehen ist. Gleich daneben präsentiert Gudrun Engelke vermutlich die ungewöhnlichste Brückenfotografie der Ausstellung: Ein Gebiss in Großaufnahme.

Mit der Spiegelung einer Brücke im Wasser, gelang es Petra Witte, eine mächtige Eisenbahnbrücke fragil erscheinen zu lassen. „Das war schwer umzusetzen“, lobt Musold und erklärt, dass Bilder eben bewusst gestaltet werden. Manchmal müsse man für das perfekte Foto auch früh aufstehen, so Musold.

Wie Katja Boll, die bei Ebbe eine Seebrücke am Myrtle Beach in South Carolina fotografiert hat, die ins Nichts zu führen scheint. „Mithilfe der Fotografie nehme ich oft Dinge besser wahr, kann sie besser verarbeiten, als wenn ich sie nur sehe“, so die Glienickerin. Alles ist eben eine Frage der Sichtweise.

Von Ulrike Gawande

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