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Oberhavel Eine neue Werkstatt entsteht
Lokales Oberhavel Eine neue Werkstatt entsteht
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04:56 28.11.2015
Marcel Teichmann (l.) und Christoph Lau stehen vor dem Komplex, der jetzt umgebaut wird. Quelle: Andrea Kathert
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Oranienburg

Acht Jahre ist es her, dass der Aldi-Markt im Aderluch seine Pforten schloss. Und mit ihm machten auch der Bäcker, der Schlecker, der Blumenladen und andere dicht. Rund 1000 Quadratmeter des Erdgeschosses in dem Wohn- und Geschäftskomplex stehen leer. Aber nicht mehr lange. Die Caritas Einrichtung St. Johannesberg richtet im ehemaligen Aldimarkt eine neue Werkstatt ein in der Menschen mit Behinderungen beschäftigt sind.

In Eigenregie haben die Mitarbeiter den ehemaligen Verkaufskomplex bereits entkernt. Zwischendecken, Wandverkleidungen, Rohre und Kabel _ alles ist raus. „Wir wollen die gesamte Fläche nutzen und mehr“, sagt Werkstattleiter Christoph Lau. Die Caritas arbeitet in ihren Werkstätten an der Berliner Straße schon längere Zeit für die Firma G-Elit aus Berlin-Reinickendorf. Das Unternehmen beschäftigt mehr als 400 Mitarbeiter, ist damit der größte wirtschaftliche Arbeitgeber in Reinickendorf und eingebunden in die international tätige Gühring Gruppe. Produziert werden Präzissionwerkzeuge für den weltweiten Markt.

G-Elit hat seine Aufträge für die Caritas nun erweitert. „Wir verarbeiten bisher 3,5 Millionen Bohrrohlinge pro Monat“, erzählt Lau. Nun sollen es vier Millionen werden. Dafür reicht der Platz in der Berliner Straße nicht mehr aus.

Marcel Teichmann (l.) und Christoph Lau diskutieren die Pläne für die neue Werkstatt im Aderluch. Quelle: Andrea Kathert

Bevor das Entkernen des Objektes im Aderluch begann, hat die Caritas die Mieter des Komplexes zu einem kleinen Fest eingeladen. „Wir wollten uns einfach mal vorstellen“, sagt der Werkstattleiter. Das sei sehr gut angekommen. Zum ersten Mal wird eine Werkstatt der Caritas mitten in einem Wohnkomplex liegen. Das Objekt ist ideal für die Zwecke, lange hat die Einrichtung nach so etwas gesucht. Es gibt eine Rampe zur Anlieferung der Rohlinge, die als Schüttware kommen. Die großzügige Halle und die Nebenräume bieten genug Platz für die Fertigung, Sanitäranlagen, Umkleide- und Aufenthaltsräume. Rundherum in der Halle werden Fensterdurchbrüche geschaffen, dort liegen die Arbeitsplätze der Beschäftigten. Etwa 400 000 Euro sind für den Umbau des Komplexes veranschlagt. „Im Februar wollen wir hier beginnen“, sagt Marcel Teichmann. Er ist der künftige Produktionsleiter im Aderluch.

Im Erdgeschoss des Gebäudekomplexes befanden sich vor Jahren ein Aldi-Markt und andere kleinere Geschäfte. Darüber liegen Wohnungen. Quelle: Andrea Kathert

In der Hauptwerkstatt in der Berliner Straße sind zurzeit 24 Leute mit der Bohrervorfertigung beschäftigt. In der neuen Werkstatt sollen es 36 sein. Auch zwei andere Arbeitsgruppen werden ins Aderluch ziehen. Im Gegenzug kann sich die Holzabteilung und der Bereich Gartenbau in der Berliner Straße etwas vergrößern. „Insgesamt werden wir dann 420 Plätze für Beschäftigte haben“, sagt Christoph Lau. „Das ist aber unsere letzte Ausbaustufe.“ 70 Mitarbeiter beschäftigt die Caritas im Moment. Weitere werden noch gebraucht. „Wir suchen noch einen Koch oder eine Köchin, einen Gärtner und einen technikaffinen Gruppenleiter“, meint Lau.

Tag der offenen Tür

Die Caritas-Werkstatt St. Johannesberg in der Berliner Straße 93 ist ein modernes Fertigungs- und Dienstleistungsunternehmen. Mehr als 400 Menschen mit Behinderungen sind unter anderem in der Holz- und der Metallverarbeitung, der Garten- und Landschaftspflege und der Wäscherei beschäftigt.

Am Freitag, 27. November, lädt die Caritas von 10 bis 16 Uhr zum „Tag der offenen Tür“ und zur Besichtigung aller Bereiche in die Berliner Straße 93 ein.

Von Andrea Kathert

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