Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Eine tänzerische Spurensuche
Lokales Oberhavel Eine tänzerische Spurensuche
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:24 09.09.2015
Die Tänzerin Johanne Timm begab sich auf familiäre Spurensuche. Quelle: Ulrike Gawande
Anzeige
Oranienburg

“Ein besseres Denkmal hätten sie ihrer Familie gar nicht setzen können“, lautete das begeisterte Lob von Carmen Dietze aus Berlin an Tänzerin Johanne Timm und ihr Team nach deren Präsentation der Tanzperformance „Baracke & Blumenwalzer“.

Vorgeführt wurde sie anlässlich des 70.Jahrestages der Verlegung des sowjetischen Speziallagers Nr.7/später Nr.1 nach Sachsenhausen, der am Wochenende mit verschiedenen Gedenkveranstaltungen begangen wurde. So fand am Samstagnachmittag ein Zeitzeugengespräch mit ehemaligen Lagerinsassen des 1950 aufgelösten Lagers unter dem Kontext „Lager und Kultur“ statt. In den fünf Jahren seines Bestehens waren sechzigtausend Menschen in dem Speziallager inhaftiert, viele ohne je zur Haft verurteilt worden zu sein. 12000 von ihnen starben an Hunger, Krankheit oder psychischer Erschöpfung.

Mit der Tanzperformance, die in der ehemaligen Häftlingswäscherei für hundert Gäste dargeboten wurde, wagte man eine völlig andere Herangehensweise – auch seitens der Gedenkstätte – an dieses umfangreiche und düstere Kapitel deutscher Geschichte.

Durch die Mitwirkung von Johanne Timm war es außerdem eine sehr persönliche Auseinandersetzung mit dem über lange Zeit wenig erforschten Themenfeld. Denn nicht nur die mittlerweile verstorbenen Großeltern, der in Kühlungsborn geborenen Tänzerin waren in Sachsenhausen inhaftiert, sondern auch weitere Brüder ihres Großvaters. Einer von ihnen, Lukas Timm, hatte am Nachmittag als Zeitzeuge aus seinem Leben erzählt.

Es war bedrückend, wie eindringlich Johanne Timm die Monotonie des Häftlingsalltags mit ihrem Tanz vor dem freien Fenster, das den Blick der Zuschauer auf das verregnete Lagergelände lenkte, widerspiegelte. Damals jedoch seien die Fenster geschlossen gewesen, berichten Zeitzeugen. Die einzige Lampe in der Baracke wurde abends um zehn Uhr gelöscht. Der Kontakt zwischen Männern und Frauen? Streng verboten. Trotzdem lernten sich Johanne Timms Großeltern Dietlinde und Tilmann während der Haft kennen und lieben. Beide waren damals Mitglieder des im Jahre 1946 gegründeten Lagertheaters, das nicht nur Aufführungen für die herrschenden Russen, sondern auch für ausgewählte deutsche Insassen vorführte.

„Uns hat damals das Theater und die Kultur vom tristen Barackenleben abgelenkt. Das Ballett war Arbeit, so haben wir eine Zeit lang sogar unseren Hunger vergessen“, berichtet Eva Schneider, die vor 70 Jahren Teil des Balletts gewesen war, und nun Johanne Timm für die einjährige Vorbereitung der Tanzperformance beratend zur Seite gestanden hatte.

Besonders geliebt habe ihre Oma den Blumenwalzer aus Tschaikowskys „Nussknackersuite“, berichtet Johanne Timm, die mit ihrem Beruf den Traum der Großmutter, Tänzerin zu werden, verwirklichte.

Von Ulrike Gawande

Es waren mehr als tausend Menschen, die sich am Sonnabend ins Scheunenviertel begaben, um bloß nicht den Höhepunkt des Erntefestes zu verpassen. Mit viel Applaus wurden die liebevoll geschmückten Gefährte und ihre Macher begrüßt. Viele, viele Stunden Arbeit und unzählige Ideen steckten in den kleinen und großen Erntekunstwerken.

09.09.2015
Oberhavel Oranienburger Vierlinge sind ein Jahr alt geworden - Zu Besuch bei Familie Zwer

Am Sonnabend sind sie ein Jahr alt geworden: Julian und seine Schwestern Juliane, Greta und Marlene. Seit einem Jahr geht es rund im Hause von Lena und Christian Zwer in Oranienburg. Trotzdem sagen die beiden Pädagogen: „Wir haben viel Hilfe, es geht uns gut.“

09.09.2015

Es ist Anlaufstelle für Kinder, Mütter, Familien. Egal ob sie ihre Freizeit dort verbringen oder sich von verschiedenen Institutionen Rat holen, das Haus an der Albert-Buchmann-Straße ist zu einer festen Größe in Oranienburg geworden. Zehn Jahre ist es nun schon her, dass sich dort zum ersten Mal die Türen öffneten.

09.09.2015
Anzeige