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Einer, der lieber Gitarre spielte, als im Stahlwerk zu arbeiten

Trauer um Manfred Krug Einer, der lieber Gitarre spielte, als im Stahlwerk zu arbeiten

Viele Menschen reagieren bestürzt auf die Nachricht, dass der Schauspieler Manfred Krug gestorben ist. Krug, der in Hennigsdorf aufwuchs und im Stahlwerk Brandenburg Schmelzer gelernt hatte, sei eher Künstler als Stahlwerker gewesen. Einmal soll er sogar im Werk eingeschlafen sein.

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Manfred Krug im Film „Spur der Steine“.

Quelle: dpa

Hennigsdorf. „Man geht immer davon aus, dass großartige Menschen ewig da sind. Und dann sind sie auf einmal doch weg“, sagt Monika Tansina, Fachdienstleiterin Kultur, im Hennigsdorfer Rathaus. Der Tod von Manfred Krug mache sie traurig. Der Schauspieler und Musiker, der in seinen jungen Jahren in Hennigsdorf gelebt hatte, war bereits am vergangenen Freitag mit 79 Jahren in Berlin gestorben. „Er war ein hervorragender Jazz-Musiker und hat die Rolle im Defa-Film ,Spur der Steine’ toll verkörpert“, so Tansina. Vor allem vielen älteren Hennigsdorfern sei Krug, der in der Marwitzer Straße 50 gewohnt hatte, noch sehr präsent.

Einer, der im Konsum jedem die Hand gegeben hätte

Auch Jürgen Nix vom Stahlwerker-Traditionsverein reagierte betroffen auf die Todesnachricht. „Manfred Krug war ein unruhiger Mensch, der mit seiner Kunst in der DDR natürlich oft anecken musste“, sagt Nix. Vor Jahren habe er Krug, der im Stahlwerk in Brandenburg Schmelzer gelernt hatte, bei einem Konzert in Oranienburg um ein Autogramm gebeten. „Ich habe zu ihm gesagt, dass ich auch Stahlwerker bin. Er sagte ,ach, du auch?’“ Krug sei nie abgehoben gewesen. Einer, der im Konsum jedem die Hand gegeben hätte und immer freundlich gewesen sei.

Mittagsschlaf im Stahlwerk

Manfred Krug war aber wohl eher Künstler als Stahlwerker gewesen, glaubt Jürgen Nix. Im Brandenburger Werk habe man sich erzählt, dass Krug lieber Gitarre gespielt als gearbeitet hätte. In einer Mulde zur Befüllung eines Siemens-Martin-Ofens soll er sogar einmal ein Mittagsschläfen gemacht haben. „Die Stahlwerker haben aber viel auf ihn gehalten, weil er so ungezwungen war“, sagt Jürgen Nix.

Auch Krugs Vater Rudolf, der 1940 mit der Familie in die Stadt gezogen war, sei für Hennigsdorf wichtig gewesen. Er habe nach dem Krieg darauf hingewirkt, dass das Stahlwerk Hennigsdorf den Betrieb wieder aufnimmt. „Er hat den Russen klargemacht, dass wieder Stahl produziert werden muss“, so Nix.

Von Marco Paetzel

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