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Einmal rund um den Marktplatz

Kremmen Einmal rund um den Marktplatz

Sollten Sie einmal auf die Idee kommen, mit Kremmens Ortsvorsteher Eckhard Koop einen Rundgang durch Kremmen machen zu wollen, planen Sie viel Zeit ein. Hier ein Schwätzchen, da einen guten Tag. Man kennt und schätzt ihn. Und kaum einer kennt die Stadt so gut wie Koop. Auch den Marktplatz.

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Im Sommer hat Obst- und Gemüsehändler Güllenbay Levent (l. mit Ortsvorsteher Eckhard Koop) regionale Ware aus Schwante im Angebot. Im Frühling auch Stiefmütterchen.

Quelle: Ulrike Gawande

Kremmen. Sollten Sie einmal auf die Idee kommen, mit Kremmens Ortsvorsteher Eckhard Koop einen Rundgang durch Kremmen machen zu wollen, planen Sie viel Zeit ein. Hier ein Schwätzchen, da einen guten Tag. Man kennt und schätzt ihn. Und kaum einer kennt die Stadt so gut wie Koop. Selbst in Kremmen geboren, verbrachte er die Kindheit im Zeitungskiosk der Großmutter, der einst am Marktplatz stand.

Doch seitdem habe sich viel verändert, so Koop. In den Farbenladen ist die Bäckerei Plentz eingezogen, im einstigen Deli-Laden wirkt nun ein Tierarzt und im Spielzeug- und Schreibwarenladen befindet sich jetzt ein Tattoo-Studio. Bis zur Wende konnte man auch Eisenwaren, Autoteile und Uhren sowie Lebensmittel im HO – in dem früher Koops Mutter und Tante ihr Geld verdienten –, auf dem Markt kaufen oder in der Klubhausgaststätte einkehren.

Heute ist es ruhiger geworden. Der Anteil der Dienstleister überwiegt. Trotzdem herrscht noch Leben auf dem Markt, besonders wenn donnerstags die Marktstände den Platz beleben. Seit elf Jahren kommt Güllenbay Levent mit Obst und Gemüse nach Kremmen. Er sei zufrieden mit dem Umsatz, habe viele Stammkunden, so der Berliner. „Auf dem Dorf ist das schwierig, früher war Kremmen ein Knotenpunkt, heute hat jedes Dorf einen Supermarkt“, so Levent, der vor allem für ältere Bürger, die Qualität suchen, ein wichtiger Anlaufpunkt ist.

Zahlreiche Stammkunden hat auch Hannelore Wurow, die seit mehreren Jahren in einem der ältesten Häuser des Marktes eine liebevoll dekorierte Drogerie und Parfümerie betreibt. Früher habe sie auch draußen geschmückt, so die Flatowerin, aber in letzter Zeit werde alles gestohlen, was nicht niet- und nagelfest sei. Selbst der Fahrradständer wurde versucht zu stehlen. „Gäbe es auf dem Markt mehr Läden, gäbe es auch mehr Kunden“, so Wurow, die sich wünscht, dass auch andere Läden ihre Fassaden mit Blumenschmuck aufwerten und einladender gestalten. „Den durchreisenden Touristen gefällt mein Laden“, so Wurow, „sie sagen: So etwas findet man sonst nicht mehr.“

Die kostenlosen Parkplätze seien neben dem Supermarkt und den Ärzten positive Faktoren, die den Markt beleben, weiß Apotheker Sebastian Kretzschmar, dessen Mutter schon in den 1970er Jahren die Apotheke führte. Damit das auch in Zukunft so bleibt, dürften jedoch nicht noch mehr Läden schließen. Das zu tun sage sie sich mindestens einmal pro Woche, verrät Silvia Schöneberg und macht doch weiter. Ihren Sportladen hat sie um einen Paketversand, Schusteraufträge, Reinigung und Angelbedarf ergänzt. „Man muss die Innenstadt wieder attraktiv machen“, ist sie sich mit Eckhard Koop einig. Besonders wenn für den Laden noch Miete gezahlt werden müsse, werde es schwer, so Koop. Er würde gern die Aufenthaltsqualität auf dem Platz steigern.

Von Ulrike Gawande

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