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Oberhavel Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt
Lokales Oberhavel Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt
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12:40 30.03.2018
Ursula und Manfred Schlenker vor dem Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt Hohen Neuendorf. Quelle: Helge Treichel
Hohen Neuendorf

In der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia besaß der Komponist und Kirchenmusiker Manfred Schlenker bereits einen eigen Eintrag, seit Freitag hat er einen solchen auch im Ehrenbuch der Stadt Hohen Neuendorf. Dort verewigte sich der Senior, der in dieser Woche seinen 90. Geburtstag feierte, gemeinsam mit seiner Frau Ursula Schlenker, Kirchenmusikerin und langjährig Leiterin der Chorgemeinschaft Stolpe. „In Würdigung ihrer musikalischen und kulturellen Verdienste in und über Hohen Neuendorf hinaus“, heißt es in dem Eintrag vom 18. März.

Bürgermeister Steffen Apelt mit dem geehrten Musikerpaar. Quelle: Helge Treichel

Den Anstoß dazu hatte der erst zu Monatsbeginn in sein Amt eingeführte Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) gegeben. Schließlich gebe es erst „eine Hand voll Eintragungen“. Er wolle dem bislang eher als Gästebuch genutzten Dokument zu neuen Ehren verhelfen, sagte Apelt. Der nächste Eintrag sei bereits geplant. Der erste ist zehn Jahre alt und stammt von Evy Woods, geborene Goldstein. Sie war fünf Jahre alt, als ihre jüdische Familie im Nazi-Deutschland untertauchte. 2008 schrieb sich der Buchdrucker und Holocaust-Überlebende Adolf Burger ein – der als jüdischer Häftling eine wichtige Rolle in der Geld-Fälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen spielte. Weitere der insgesamt zehn Einträge stammen zumeist von Vertretern aus den Partnerkommunen. Vertreten sind allerdings auch die Frauenmannschaft vom SV Blau-Weiß Hohen Neuendorf, die 2008 in die 2. Bundesliga aufgestiegen war, und die Männermannschaft der Rugbyunion, die seit 2014 in der 1. Bundesliga spielt.

Die neueste Seite im Ehrenbuch. Quelle: Helge Treichel

Mit einem Kompliment über die exzellente Verfassung des 90-Jährigen setzte der Bürgermeister ein kurzweiliges Gespräch in Gang, in dem der Jubilar das Geheimnis seiner Fitness verriet. Seine Konstitution verdanke er seinem abwechslungsreichen Beruf. „Jeder Tag und jede Stunde waren anders.“ Hinzu komme der Umgang mit freundlichen Menschen, wobei er seine Frau und seine „Kinderschar“ (5) ausdrücklich einbezog. Bereitwillig erzählte der Senior die Geschichte, wie er durch Zufall auf die Gedichte von Rudolf Baumbach stieß. Anlässlich seines 90. Geburtstages wurde in der Hohen Neuendorfer Kirche Manfred Schlenkers Baumbach-Hommage „Auf dem gelben Wagen“ aufgeführt, eine an seinem Lebenslauf orientierte Abfolge von 24 Gesängen für Solisten, Chor und Instrumente. Das Stück war vor einem Jahr von der Chorgemeinsaft in Stolpe uraufgeführt worden.

Von Helge Treichel

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