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Oberhavel Einwohnerin bekommt Nationalorden
Lokales Oberhavel Einwohnerin bekommt Nationalorden
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12:40 30.03.2018
Petra Winkler-Maître mit den beiden Orden. Quelle: Helge Treichel
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Hohen Neuendorf

Petra Winkler-Maître aus Hohen Neuendorf wurde eine Ehre zuteil, wie sie in den vergangenen gut 200 Jahren erst ganz wenigen Deutschen und noch seltener deutschen Frauen widerfuhr: Vom französischen Botschafter Philippe Etienne wurde ihr der „L’Ordre national de la Légion d’Honneur“ verliehen, der Nationalorden der Ehrenlegion.

Dieses Ritterkreuz ist die ranghöchste Auszeichnung für militärische und zivile Verdienste und wurde im Jahr 1802 von Napoleon Bonaparte geschaffen. Alle französischen Regierungen und Systeme haben die „Ehrenlegion“ gleichermaßen anerkannt. Verliehen werden Orden und Mitgliedschaft im Namen und auf Vorschlag des jeweiligen Staatspräsidenten, in diesem Fall François Hollande. Zu den ersten Deutschen, die in die Ehrenlegion aufgenommen wurden, gehört übrigens Johann Wolfgang von Goethe.

Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft

Bürgermeister Steffen Apelt (CDU) nahm diese Würdigung von internationaler Tragweite, der er am 31. Mai in der französischen Botschaft persönlich beiwohnen durfte, am Donnerstag zum Anlass für einen neuerlichen Eintrag ins Ehrenbuch der Stadt Hohen Neuendorf. Darin ist nunmehr der Grund für die Ehrung vermerkt, nämlich die „Anerkennung ihrer Verdienste um die deutsch-französische Freundschaft“.

Die Seite des jüngsten Eintrags ins Ehrenbuch der Stadt. Quelle: Helge Treichel

Für diese Beziehungen engagiert sich Petra Winkler-Maître seit 16 Jahren quasi auf Regierungsebene. 1992 war sie als Pressereferentin ins Bundesverkehrsministerium gekommen. In diesem Hause, das seitdem mehrfach umbenannt wurde und derzeit für die Ressorts Verkehr und digitale Infrastruktur verantwortlich zeichnet, ist die 57-Jährige seit dem Jahr 2000 als Sonderbeauftragte für die deutsch-französischen Beziehungen tätig. In dieser Funktion berate sie den Minister und bereits Reisen und Treffen vor, sagt sie. Gleichzeitig sei sie ein Verbindungspunkt zwischen Frankreich und Deutschland, insbesondere der Ministerien. Diese Tätigkeit hätten insbesondere die französischen Freunde zu schätzen gelernt. Als Ausdruck dessen hatte die Hohen Neuendorferin bereits 2009 den von Staatspräsident de Gaulle 1963 geschaffenen Nationalen Verdienstorden, die zweithöchste Auszeichnung Frankreichs, verliehen bekommen (blau).

Sogar ihr Mann stammt aus Frankreich

In der nordhessischen Kleinstadt Hofgeismar aufgewachsen, pflegte Petra Winkler-Maître bereits seit dieser Zeit Beziehungen in die dortige Partnerstadt Pont-Aven in der Bretagne. Später war sie Dozentin an einer französischen Universität, wo sie auch ihren Mann Bruno Maître kennenlernte, der in Hohen Neuendorf im eigenen Geschäft Faltboote und Wein vertreibt und mit dem sie seit 1992 verheiratet ist. Ihre gemeinsame Tochter wurde zweisprachig erzogen, für ihre Schulen organisierte sie Schüleraustausche. Seit 2004 lebt die Familie in Hohen Neuendorf. Hier schätzt die “wunderbare Nachbarschaft“, zu der auch der Bürgermeister gehört. „Die Stadt wurde dadurch vom Wohnort zum Heimatort“, sagt Petra Winkler-Maître.

Bürgermeister Apelt erhofft sich nun auch neue Impulse für die Kontakte in die eigene französische Partnerstadt Ville de Maing. „Eine Partnerschaft muss gelebt werden“, sagt er. Und die nach Maing sei derzeit ziemlich eingeschlafen, weil irgendwann die handelnden Personen nicht mehr verfügbar waren. Das solle sich wieder ändern.

Ein Orden, der Türen öffnen kann

Die Orden selbst würden – wenn überhaupt – nur zu Staatsbanketten oder ähnlichem getragen, sagt die Ausgezeichnete. Für andere Anlässe gebe es ein dezentes Bändchen, das in Frankreich aber genüge, um Türen zu öffnen. Andere Vergünstigungen wie etwa eine finanzielle Würdigung seien mit der Auszeichnung nicht verbunden, jedenfalls nicht für Ausländer. „Hier geht es nur um die Ehre“, sagt sie.

Der Nationalorden der Ehrenlegion (l.) und der Nationale Verdienstorden. Quelle: Helge Treichel

Und weil so etwas viel zu häufig im Verborgenen stattfinde, habe er um einen Eintrag ins Ehrenbuch gebeten, sagt Bürgermeister Apelt. Im März hatte sich auf seine Bitte hin bereits der Komponist und Kirchenmusiker Manfred Schlenker darin verewigt.

Petra Winkler-Maître mit Botschafter Philippe Etienne, der die Laudatio hielt. Quelle: Privat

Das Ehrenbuch der Stadt

Der erste Eintrag im Ehrenbuch der Stadt Hohen Neuendorf ist zehn Jahre alt und stammt von Evy Woods, geborene Goldstein. Sie war fünf Jahre alt, als ihre jüdische Familie im Nazi-Deutschland untertauchte.

2008 schrieb sich der Buchdrucker und Holocaust-Überlebende Adolf Burger ein – der als jüdischer Häftling eine wichtige Rolle in der Geld-Fälscherwerkstatt im KZ Sachsenhausen spielte.

Weitere der insgesamt elf Einträge stammen zumeist von Vertretern aus den Partnerkommunen Hohen Neuendorfs.

Vertreten sind allerdings auch die Frauenmannschaft vom SV Blau-Weiss Hohen Neuendorf, die 2008 in die 2. Bundesliga aufgestiegen war, und die Männermannschaft der Rugbyunion, die seit 2014 in der 1. Bundesliga spielt. Sie trugen sich anlässlich ihres Aufstiegs im Ehrenbuch ein.

Von Helge Treichel

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