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Oberhavel Eisige Kälte in den Hausfluren
Lokales Oberhavel Eisige Kälte in den Hausfluren
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00:35 22.03.2018
Die Glasvorbauten der Wohnblocks gibt es seit 1992. Quelle: Christina Koormann
Zehdenick

Gerhard Jährig hat es erwischt: Eine dicke Erkältung hat sich der 72-Jährige zugezogen – nach eigener Aussage im Treppenhaus. „Morgens um fünf hole ich meine Zeitung aus dem Briefkasten, und vor der Wohnungstür schlägt einem auf der Treppe zum Postkasten direkt die Kälte entgegen“, sagt der Rentner. „Man muss sich Mantel, Mütze und feste Schuhe anziehen, um drei Schritte vor die Tür zu machen, sonst holt man sich sofort etwas weg.“

„Im Winter ist es besonders zugig“

Den Grund für die eisigen Temperaturen, die trotz doppelter Haustür durch alle Ritzen dringen und den gesamten Flur einnehmen, sieht Jährig in dem gläsernen Vorbau des Wohnhauses. In der Straße des Friedens, in der drei Wohnblöcke seit 1992 mit diesen Glasanbauten ausgestattet sind, fehlt seiner Ansicht nach etwas Essentielles: Eine richtige Haustür. Das Glas, das den Eingangsbereich umgibt, sei viel zu dünn und halte die niedrigen Temperaturen im Winter nicht zurück. Dicht sei das Konstrukt auch nicht. Wenn es regne oder taue, käme das Wasser in den Flur und sammle sich dort. Im Zuge einer Modernisierung wurden die alten Eingänge in den Neunzigern gegen die „Glaskästen“ getauscht. Seitdem, so Jährig, sei es im ganzen Haus im Winter besonders zugig, und gerade für die Bewohner der Parterrewohnungen sei der Glasanbau eine Zumutung. „Ohne Heizung in der Küche geht es bei uns nicht, und unsere Heizkosten steigen dementsprechend“, ärgert sich Jährig.

Kälte zieht in die Wohnung

Auch andere Anwohner in den „betroffenen“ Blocks erleben die Glaskästen als wenig vorteilhaft. „Wir wohnen direkt über der Waschküche, und dort ist es zu dieser Jahreszeit eisig“, sagt Margarete Sticka, die mit ihrem Mann im Nachbarhaus der Jährigs lebt. Anders als viele andere Bewohner haben sie keine doppelte Eingangstür, weshalb die Kälte es noch einfacher hat, in die Wohnung zu gelangen. „Obwohl wir viel heizen, wird es bei uns einfach nicht mehr richtig warm“, sagt Sticka.

„Der Gewo geht es um ein schönes äußeres Ansehen“, meint Gerhard Jährig, der seit 1982 in einem der Wohnblocks an der Straße des Friedens zuhause ist. „Ob wir hier frieren, lässt den Geschäftsführer kalt.“

Gewo: Bisher erst eine Beschwerde

Das sieht Eckart Diemke, Geschäftsführer der Gewo Zehdenick, ganz anders. Beschwerden von Seiten der Anwohner seien bei ihm bis auf die von Gerhard Jährig bisher nicht eingegangen. Auch, dass die Bewohner wegen der Glasbauten mehr Geld zum Heizen ausgeben müssten, kann er nicht bestätigen. „Wir haben die Heizkosten im Erdgeschoss des Wohnblocks überprüft, dort wird nicht mehr Wärme bezogen als anderswo im Haus“, sagt Diemke. „In anderen Hausfluren ist es auch kalt, und die Leute sind froh, wenn sie den zusätzlichen Platz in den Glasvorbauten dazu nutzen können, ihre Kinderwagen abzustellen.“ Eine weitere Tür im Eingangsbereich einzubauen, entspräche nicht den Rettungswegvorschriften und würde außerdem den Transport der Fahrräder in den Keller zusätzlich erschweren. „Ich sehe hier absolut keinen Handlungsgrund“, sagt Diemke.

Von Christina Koormann

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