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Oberhavel Elf Schicksale des Jahres 1945
Lokales Oberhavel Elf Schicksale des Jahres 1945
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02:17 11.07.2015
Jana Aberle (14) mit „ihrem“ Zeitzeugen Heinrich Müller (90). Quelle: Helge Treichel
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Birkenwerder

„Man kann sich das alles sehr gut vorstellen. Jetzt verstehe ich das richtig gut“, sagt Jana Aberle. Die 14-Jährige hat gemeinsam mit Altersgenossen das Ende des Zweiten Weltkrieges erforscht und dazu Zeitzeugen aus Birkenwerder befragt.

Einer von ihnen ist Heinrich Müller. Der 90-Jährige erzählte dem Mädchen von den Ereignissen unmittelbar vor seiner Kriegsgefangenschaft: Im Januar 1945 war der junge Unteroffizier nach einer Verwundung in einer Genesenen-Kompanie in Potsdam stationiert worden. Zum Monatsende kam er in eine neue Division, die an der Oder gegen die sowjetischen Truppen kämpfen sollte. Vier Tage später wurde ein erste Aufgebot an die Front geschickt – weil Militärfahrzeuge fehlten, in einem Doppelstockbus. Dabei wurde Heinrich Müller klar, dass die Männer im Bus zwar Panzerfäuste und Sturmgewehre hatten, daran aber gar nicht ausgebildet waren. „Ein Verbrechen der militärischen Führung“, sagt Müller. Während der Fahrt musste er die Soldaten mit der Handhabung ihrer Waffen vertraut machen. Am 4. Februar wurden sie zum Einsatz nach Seelow abkommandiert. Am Tag darauf wurde Müller erneut verwundet. Granatsplitter durchbohrten sein Kinn und sein linkes Bein. Zuletzt in einem Bayreuther Lazarett behandelt, wurde er am 20. April von amerikanischen Truppen gefangen genommen.

Elf Zeitzeugen haben Schülern Erinnerungen geschildert

Insgesamt elf Zeitzeugen aus Birkenwerder haben ihre Erlebnisse geschildert, 23 Schüler aus der Klasse 9c der Regine-Hildebrandt-Gesamtschule haben das dokumentiert. Die Aufzeichnungen sind zusammen mit vielen Exponaten in einer Ausstellung zusammengefasst, die am Mittwoch im Kleinen Saal des Rathauses eröffnet wurde. Titel: „Spuren des Jahres 1945 – Birkenwerderaner Zeitzeugen berichten“.

Zu den sehr anschaulichen Exponaten gehört unter anderem dieser Wagen, der die Flucht der Menschen symbolisiert. Quelle: Helge Treichel

Es handelt sich dabei die zweite Ausstellung des Freundeskreises Geschichtsstübchen in diesem Jahr – und sie ist ein Novum für den Verein, sagte Vorsitzende Erika Schürhoff zur Eröffnung. Erstmals hätten Jung und Alt in einer Koproduktion zusammengearbeitet. 70 Jahre nach Kriegsende sei es fast die letzte Chance, die Erlebnisse auf diese Weise für die Nachwelt festzuhalten. Das Museum werde zum Gedächtnis der Gemeinde. Wie sehr die Zeit davonläuft, habe die Krankheit zweier Zeitzeugen während des Projektes gezeigt.

Nur zwei Wochen im Rathaus zu sehen

Die Ausstellung wird nur bis zum 22. Juli zu sehen sein. Eine Besichtigung ist dienstags von 10 bis 13 Uhr, donnerstags von 14 bis 18 Uhr sowie sonnabends von 11 bis 13 Uhr möglich. Wer außerhalb dieser Zeiten eine Führung wünscht, kann einen gesonderten Termin unter  03303/50 15 01 vereinbaren.

„Göbbels-Schnauze“, Gasmaske und Stahlhelm eines Blockwartes: Auf einem Tisch präsentiert das Geschichtsstübchen als anerkanntes Museum seine Exponate im Rathaus. Der Ausstellungsraum im Clara-Zetkin-Haus an der Summter Straße wird übrigens erst ab 19. September wieder geöffnet sein, sagt Erika Schürhoff (Foto). Quelle: Helge Treichel

Von Helge Treichel

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