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Oberhavel Ellen Brunner: Alles für das Scheunenviertel
Lokales Oberhavel Ellen Brunner: Alles für das Scheunenviertel
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15:35 03.03.2017
Ellen Brunner vor der „Scheunen 29“ in Kremmen. Quelle: Enrico Kugler
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Kremmen

Egal ob beim Kürbisfest oder Weihnachtsmarkt, bei der Kinder-Kunst oder der Bluesnacht, eine Person trifft man bei diesen Veranstaltungen immer im Kremmener Scheunenviertel: Ellen Brunner.

Sie ist nicht nur Mitbegründerin des Vereins des Scheunenviertels und seit Jahren dessen Vorsitzende, sondern die 68-Jährige ist auch gebürtige Kremmenerin. Deshalb will sie vor allem, dass in der alten Ackerbürgerstadt auch etwas los ist. „Früher war ich oft in Berlin, aber seit Andreas Dalibor sein Theater eröffnet hat, nicht mehr. Der hat immer neue Ideen, davon können andere Ort nur träumen. Kremmen liegt mir am Herzen, und das Scheunenviertel muss weiterleben.“

Das Theater „Tiefste Provinz“ im Scheunenviertel. Quelle: Robert Tiesler

Lediglich zum Studium ging die diplomierte Agraringenieurin nach Rostock. Dort lernte sie auch ihren Mann Christoph kennen, der von 1993 bis 2008 Bürgermeister und Ortsvorsteher von Kremmen war. Auch er kommt aus der Landwirtschaft, ist bis heute Geschäftsführer der Orion Agrar GmbH.

Bis zur Wende hatte noch Ellen Brunner die LPG in Kremmen geleitet. „Mein Mann hat sie in die neue Zeit geführt.“ Sie selber ging zum Finanzamt und war bis zum Beginn ihrer Altersteilzeit 2008 im Nordwestkreis für landwirtschaftliche Betriebsprüfungen zuständig. In unzähligen Lehrgängen hatte sich die Mutter von drei Kindern dafür weitergebildet. „Es war ein super Job, man war viel in den Betrieben unterwegs, kam mit den verschiedensten Menschen zusammen: Im kleinen Blumenladen, über den Fischzuchtbetrieb bis zum großen Agrarbetrieb.“

Es sei wichtig, dass Verwaltungsangestellte auch vor Ort leben würden, erklärt sie mit Hinweis auf den Umzug ihrer Finanzabteilung nach Kyritz, damit sie miterleben, welche Folgen ihre Entscheidungen in den jeweiligen Orten haben.

Idylle im Scheunenviertel. Quelle: Robert Tiesler

Auf die Frage, wie sie zum Scheunenviertelverein gekommen sei, antwortet Brunner humorvoll: „Ich habe einen Sprachfehler, ich kann nicht nein sagen.“ Aber es sei eine angenehme Aufgabe, zu der auch gehöre, Mitstreiter zu motivieren. Derzeit hat der 1995 gegründete Verein, der eine bewegte Geschichte hinter sich hat, rund 40 Mitglieder. Teilweise habe es sogar zwei Vereine gegeben, erinnert sich die vierfache Großmutter, die gerne mit dem Rad das Kremmener Umland erkundet.

„Es war nicht nur notwendig, die Scheunen zu sanieren, sondern sie müssen auch mit Leben gefüllt werden. Ein Anziehungspunkt sein.“ Ideal sei, dass man im Scheunenviertel bei schlechtem Wetter auch nach drinnen ausweichen könne. Einmal im Monat trifft sich der Verein in der Scheune 29, um Ideen zu besprechen. „Zum Jahresbeginn gab es ein gemeinsames Abendessen, bei dem neben den Vereinsmitgliedern auch 30 andere Helfer eingeladen waren. Wir wollten einmal Danke sagen. Die Idee kam gut an.“

Wichtigstes Projekt ist in diesem Jahr ein Spielplatz für das historische Viertel. „Der ist ein uraltes Vorhaben.“ Sie erzählt, dass früher der Satz: „Wenn sie ihre Kinder langweilen wollen, gehen sie ins Scheunenviertel.“ gegolten habe. Das soll sich ändern. „Wir haben Lottomittel von der Sparkasse bekommen.“ Drei Spielgeräte sollen gekauft werden. Doch das Lotto-Geld reicht dafür nicht aus. „Wir suchen Kremmener Betriebe und Bürger, die uns finanziell unterstützen und beim Aufbau helfen“, sagt Ellen Brunner. „Das schwierigste waren die Absprachen mit dem Denkmalschutz.“ Nun gab es grünes Licht.

Scheunenviertel im Winterschlaf. Quelle: Robert Roeske

Zur „Kinder-Kunst Kremmen“ am 18. Juni – für die noch Künstler gesucht werden – soll alles fertig sein, wenn es nach der engagierten Rentnerin geht. „Irgendjemand muss die Verantwortung ja übernehmen, ich will ja niemanden enttäuschen. Viele wissen immer, was gemacht werden müsste, aber fassen nie mit an.“

Sie selber bezeichnet sich als Saisonarbeiterin. „Ich brauche Druck, mir muss die Faust im Nacken sitzen.“ Vom Ruhestand kann man bei beiden Brunners nicht sprechen. „Ich bin aktiv, ein Mittagschlaf wäre schade um den Tag. Ich arbeite in Haus und Garten, mache die Buchführung, lese täglich Zeitung und interessiere mich für Politik.“

Umso gespannter sieht sie daher Neu-Bürgermeister Busse entgegen. „Ich hoffe, dass er Entscheidungen nicht nur in Paragrafen suchen wird, sondern auch Augenmaß walten lässt, die Vernunft einschaltet. Die Angst von jungen Leuten, etwas falsch zu machen, kann viel Engagement kaputt machen.“

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