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Oberhavel Eltern müssen 175 Euro Schulgeld berappen
Lokales Oberhavel Eltern müssen 175 Euro Schulgeld berappen
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17:37 06.09.2017
Die Eltern Jenny Gerecke und Mario Kunze mit Philipp vor ihrer Wunschschule in Sachsenhausen. Quelle: Marion Bergsdorf
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Oranienburg

Nichts hat genützt. Das Schulamt blieb bei seiner Ansicht. Der zwölfjährige Philipp aus Oranienburg-Süd sollte seine Schulzeit an der Libertasschule in Löwenberg fortführen. Dagegen waren die Eltern Jenny Gerecke und Mario Kunze Sturm gelaufen (MAZ berichtete). Denn ihr Sohn hat nicht nur eine Lernschwäche und bedarf der Förderung, sondern hätte mit den Linienbussen von Oranienburg-Süd mit Umsteigen am Bahnhof Oranienburg nach Löwenberg rund 90 Minuten Fahrzeit für eine Richtung.

Nach wie vor halte das Staatliche Schulamt in Neuruppin einen solchen Fahrweg für zumutbar, berichtet Vater Mario Kunze. Auch alle Alternativvorschläge, so zum Beispiel die Aufnahme einer zusätzlichen siebten Klasse an der städtischen Oberschule Jean Clermont in Sachsenhausen durch Aufstellen eines Schulcontainers oder an der Torhorst-Gesamtschule des Landkreises Oberhavel durch Auslagerung der 10. Klassen nach Lehnitz auf das Kasernengelände wurden von den Schulträgern abgelehnt.

Ein bisschen Hoffnung hatte Oranienburgs Bürgermeister Hans-Joachim Laesicke der Familie gemacht. Durch Wechsel zu freien Schulen gebe es stets zu Schuljahresbeginn Korrekturen, würden doch noch Plätze an Wunschschulen frei. Auch diese Hoffnung hatte sich zerschlagen.

Nun haben die Eltern von Philipp die Notbremse gezogen, damit ihr Sohn nicht täglich nach Löwenberg fahren muss. Sie haben Philipp in der Adventschule Oberhavel im Oranienburger Stadtteil Friedrichsthal angemeldet. Träger dieser allgemeinbildenden Oberschule mit christlich-adventistischem Profil ist der Advent-Wohlfahrtswerk e. V.. Der Anwältin, die Philipps Eltern eingeschaltet hatten, war zu Ohren gekommen, dass an dieser Schule noch zwei Plätze frei seien. Jenny Gerecke und Mario Kunze machten sofort einen Besichtigungstermin aus und meldeten ihren Sohn dort an. Phillip ist natürlich erst zwei Tage an dieser Schule. Doch es gefalle ihm, dass nur zwölf Schüler in seiner Klasse seien, berichtet sein Vater. Auch das Mittagessen sei lecker, an der Schule werde noch selbst gekocht, kein Essen von einer Großküche geliefert.

Doch die Lösung hat ihren Preis. Philipps Eltern müssen monatlich ein Schulgeld in Höhe von 175 Euro aufbringen. Hinzu kommt die Jahreskarte für den Bus für 280 Euro. Die Eltern fühlen sich vom Staat alleingelassen und zu dieser finanziellen Mehrbelastung genötigt. „Doch für unseren Sohn nehmen wir das auf uns“, sagen sie. Sie behalten sich jedoch weitere rechtliche Schritte vor. Notfalls wollen sie einen Platz an Philipps Wunschschule, der Jean-Clermont-Schule in Sachsenhausen, einklagen. Letztlich soll das ihr Sohn entscheiden. Wenn er sich an seiner neuen Schule in Friedrichsthal einlebt und dort bleiben will, wollen das die Eltern ermöglichen.

Was die christliche Ausrichtung der Adventschule Oberhavel angeht, sind die Eltern „entspannt“. Philipp solle ruhig mittwochs an den Gottesdiensten teilnehmen und sich das anhören. Dann wisse er wenigstens besser als seine Eltern Bescheid, was es mit den Feiertagen wie Ostern und Weihnachten auf sich habe, meint Mario Kunze. Die Lehrpläne der Schule würden sich außerdem an den Bildungsanforderungen des Landes Brandenburg orientieren.

Von Marion Bergsdorf

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