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Oberhavel Krebskranker Nick „würde am liebsten alle umarmen“
Lokales Oberhavel Krebskranker Nick „würde am liebsten alle umarmen“
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23:41 26.02.2018
Nick (13) mit seinen Eltern Stefanie und Nino. Quelle: FOTO: privat
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Hohen Neuendorf

Das Fieber ist zurück. Es kam über Nacht. Nick musste am Dienstag ins Krankenhaus. Wieder einmal. Für den 13-Jährigen nichts Neues. Die Fahrt nach Berlin-Buch ist mittlerweile zum Alltag geworden.

Nick ist tapfer und gibt nicht auf

Immer wieder muss der Junge mit solchen Rückschlägen leben. Doch gemeinsam mit seinen Eltern Stefanie und Nino bleibt Nick optimistisch. Das ist schon seit dem Tag so, an dem er die schlimme Nachricht erhalten hatte: Blutkrebs. „Nick ist so stark“, erzählt Mutter Stefanie mit zitternder Stimme. „Er ist so tapfer und gibt nicht auf.“ Beim ersten Telefonat am Dienstag schlief der Junge. „Nick ist geschafft.“ Er brauche nach den Strapazen der Nacht Ruhe.

Erster Verdacht: Blinddarm

Am 5. Dezember 2017 hatte die Familie die schlimme Nachricht erhalten. Leukämie – eine besonders schwere Form. „Akute Myeloische Leukämie, M5. Nick braucht unbedingt einen Stammzellenspender, weil seine Krankheit ein hohes Rückfallrisiko hat“, klärt Vater Nino auf. Er erinnert sich noch genau, wie es im Dezember seinem Jungen ging. „40 Prozent der Schulklasse war krank. Magen-Darm“, so der 48-Jährige. „Wir waren beim Hausarzt. Der hat uns mit Verdacht auf Blinddarm zur Rettungsstelle geschickt.“ Dort sei ein Blutbild gemacht worden. „Irgendetwas hatte nicht gestimmt. Wir mussten nach Berlin-Buch, wo sich Nick eine Knochenmarktpunktur unterzog.“ Danach war klar: Nick ist todkrank. Sofort wurden erste Maßnahmen getroffen und der „erste Block der Chemo angefangen“, erinnert sich Stefanie. „Insgesamt vier solcher Blöcke muss Nick durchstehen. Wir haben gerade den dritten beendet.“ Während der Zeit sei der Junge schlapp und appetitlos. „Ihm ist übel“, beschreibt die Mutter.

Die Kumpels geben Nick Kraft

Doch Nick bleibt stark. Die Kumpels aus der Schule und die Teamkollegen von Blau-Weiß Hohen Neuendorf geben ihm Kraft. Zudem sei die Riesen-Typisierungsaktion am vergangenen Wochenende in Hohen Neuendorf überragend gewesen. „Nick war beeindruckt, wie viele Menschen für ihn da sind“, so Stefanie. „Er konnte es kaum fassen, was da am Wochenende los war.“ 1737 neue Stammzellenspender hatten sich bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Nun heißt es: Geduld haben und auf die Ergebnisse warten. „Wir können nur hoffen, dass jemand dabei war. Das Warten ist grauenhaft.“ Dass die beiden am Wochenende nicht zur Waldgrundschule gekommen sind, „tut uns leid“, so Stefanie. „Doch wir hatten nicht den Mut und die Kraft.“

Mutter ist rund um die Uhr bei ihrem Sohn

Ihre Ängste und Sorgen wollen die Eltern, die seit 20 Jahren zusammen sind, von Nick fernhalten. Mutter Stefanie ist rund um die Uhr bei Nick. Vater Nino kommt nach der Arbeit und sorgt für gutes Essen und Trinken. Und sorgt zu Hause für Ordnung. 14 Tage wird Nick wohl diesmal im Krankenhaus bleiben müssen. Dann geht es nach Hause. „Dort müssen wir höllisch aufpassen. Nick hat null Abwehrkräfte. Jeder kleine Keim kann zum Infekt mit hohem Fieber führen“, so die 38-Jährige. Zuhause ist Nick die meiste Zeit in seinem Zimmer. Es sei zu spüren, dass er gern seine Kumpels treffen würde. „Doch das geht leider nicht.“ Deshalb sitzt Nick auch oft vor der Playstation. Über das Internet kann er seine Freude sprechen. „Allein die Stimmen tun Nick gut.“

Der Sport gibt ihm Halt

Denn der Fußballverrückte, der für Bayer Leverkusen schwärmt, möchte so schnell es geht wieder dem Lederball hinterherjagen. Das sagt er oft, erzählt die Mutter. Der Sport gibt ihm Halt. Der Stürmer ist der Torjäger der Mannschaft von Blau-Weiß Hohen Neuendorf. „Er ist temperamentvoll und lebhaft“, beschreibt seine Mutter. „Er ist ein kleiner Clown“, fügt der Vater hinzu. Der Besuch letztens von Hertha-Profi Fabian Lustenberger am Krankenbett war etwas ganz Besonderes. Das Trikot liegt griffbereit.

Nick richtet liebe Grüße aus

Auch beim zweiten Anruf am Dienstag schläft Nick. Wieder. Er ist niedergeschlagen und braucht unbedingt Ruhe. „Nick lässt liebe Grüße ausrichten“, sagt Mutter Stefanie. „Er sagt, dass er am liebsten alle umarmen würde, wenn er könnte“. Und: „Nick verspricht, bald wieder im Trikot zu jubeln. Das erste Tor soll Oberhavel gehören.“

Von Sebastian Morgner

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