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Oranienburg Energiegeladen

Vor zwei Jahren hatte sich der Meister für Elektrotechnik, Martin Tausch, mit seiner Firma „Voltmen“ in Berlin selbstständig gemacht, später seinen Bruder Michael mit ins Boot geholt. Die Auftragslage boomt und die neue „Außenstelle“ im Oranienwerk soll Firmensitz werden. Schließlich sind beide Oranienburger.

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Firmeninhaber Martin Tausch (r.) und Bruder Michael (30), der vor einem halben Jahr den kaufmännischen Part im Unternehmen übernommen hat.

Quelle: Heike Bergt

Oranienburg. Mit dicken Bankkrediten hat er nicht viel am Hut. „Mit 500 Euro fing alles an. Dafür habe ich Diesel gekauft, um zum ersten Kunden zu kommen, Laptop und Drucker“, erinnert sich Martin Tausch. Und zum Glück hätten die ersten Kunden auch mitgespielt, ohne „Vorkasse“ wäre es nicht gegangen. Das war vor zwei Jahren. Seitdem ist der einstige Lehrling von „Elektro-Lukes“ in Oranienburg sein eigener Chef. „Da hat man eine gewisse Freiheit. Das wollte ich ausprobieren“, begründet der 28-Jährige seine Entscheidung für die Selbstständigkeit.

Seine Firma startete er in Kreuzberg, aber als sich im Oranienwerk an der Kremmener Straße Räume anboten, griff er zu. Seit Herbst letzten Jahres werden Wände und Kabel gezogen, Türen eingebaut, stehen noch Werkzeug herum, aber auch schon Tisch und Stühle für die Kunden. Vor allem die alten Fabrikfenster geben der Werkstatt das gewisse Etwas – „das hat hier alles Charakter“ findet Martin Tausch. Noch ist es die Voltmen-Zweigstelle, die aber Firmensitz werden soll. Schließlich ist Martin Tausch in Oranienburg zu Hause.

Und nicht nur er, auch Bruder Michael. Nachdem sich Martin Tausch von seinem anfänglichen Geschäftspartner getrennt hatte, holte er vor einem halben Jahr Bruder Michel ins Boot. Seitdem geht es mit „Voltmen“-Elektrotechnik steil bergauf. Der Chef ist bundesweit bei Kunden unterwegs, Bruder Michael Tausch ordert das Material, managt die Touren, packt die Technik und schreibt die Rechnungen. Und Mutter Monika hält ihren Jungs in Sachen Finanzamt den Rücken frei.

Auf einer Karte haben sie mit Pins alle Orte ihrer bisherigen Aufträggeben fixiert: Viele Pikser gibt es in Niedersachsen, mehr werden es in Sachsen: „Ich war im Saarland, in Bayern, am Bodensee. In den vergangenen sechs Monaten haben wir 120 Kraftwärmekoppelungsanlagen ans Netz gebracht“, sagt Tausch mit Stolz. Dabei helfe ihnen bei den Aufträgen auch ihr witziger Firmenname. „Elektro-Tausch – zu langweilig“, fand der Firmenchef. Und vertraute auf das Gespür von Cousin René Tausch und seiner Media-Designfirma „Chickenonspeed“ in Oranienburg. „Wir wollten einen kreativen Namen und eine Marke prägen.“ Das ist mit „Voltmen“ schon gelungen.

Step by step wollen Martin und Michael Tausch weitermachen. So wie Geld verdient ist, wird investiert. Firmenphilosophie ist auch, sich „von keinem abhängig zu machen“. Was nütze der Millionenauftrag einer Firma, der alle Kräfte bindet und zum Schluss die Rechnung offen bleibe? So gehören viele Privatleute zur Kundschaft, ebenso seinen sie im Neubau unterwegs. „Voltmen“ baut Elektroanlagen bis zur Steckdose, Brand- und Rauchmelder, macht Energie-Checks, installiert Baustromleitungen, baut LED- Beleuchtungssysteme. Absolut im Trend: „Smarthome“. So können nicht nur Heizung, Rollläden und Waschmaschine von unterwegs bedient werden, „da ist auch die Pfanne schon heiß, wenn man nach kommt“, beschreibt es Martin Tausch mit einem Schmunzeln. Wie es geht, zeigen sie in einer „Showecke“ in der Werkstatt.

Auch Fachleute werden in ihrer neuen Werkstatt geschult. Nicht nur die Produkte der Branche würden immer vielfältiger, auch der Umgang mit dem Kunden will gelernt sein: Einmal sollte Martin Tausch Leitungen verlegen, aber bitte ganz ohne Lärm. „Ich durfte dann doch bohren“, verrät er.

2015 hat sich der Elektriker Martin Tausch selbstständig gemacht.

Gelernt hat er bei „Elektro-Lukes“ in Oranienburg, seinen Meister in Potsdam gemacht.

Firmensitz von „Voltmen Elektrotechnik“ ist noch in Berlin-Kreuzberg.

Tausch beschäftigt zwei Elektromonteure und zwei Helfer.

Er sucht einen Elektroinstallateur und würde gern einen Azubi ausbilden.

Die Firma ist bundesweit unterwegs.

I n den Ausbau des neuen Büros hat Martin Tausch rund 10 000 Euro investiert.

Von Heike Bergt

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