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Entwarnung: Metallteil war nicht radioaktiv

Leegebruch Entwarnung: Metallteil war nicht radioaktiv

Ein ominöser Gegenstand, der am Mittwochabend in Leegebruch (Oberhavel) entdeckt worden war, hat sich als harmlos entpuppt. Strahlenmessungen haben ergeben, dass das Metallteil nicht radioaktiv war. Gegen den Finder wird nun jedoch ermittelt.

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Feuerwehrleute in Schutzanzügen untersuchten am Mittwochabend das Fundstück auf dem Gelände eines Einfamilienhauses in Leegebruch.

Quelle: Julian Stähle

Leegebruch. Am Mittwochabend herrschte in Leegebruch helle Aufregung: Dort wurde ein radioaktives Fundstück gemeldet. Einen Tag später gab es Entwarnung: Der verdächtiger Gegenstand ist nicht radioaktiv. Das ergaben Messungen von Mitarbeitern der Strahlenschutzbehörde, wie die Polizeidirektion Nord mitteilte. Zur weiteren kriminaltechnischen Untersuchung wurde das Objekt sichergestellt und zu weiteren Ermittlungen ins Landeskriminalamt nach Eberswalde gebracht.

Und das war passiert:

Die Rettungsleitstelle der Feuerwehr war am Mittwochabend von einem 64-jährigen, in der Sandstraße wohnhaften, Leegebrucher alarmiert worden. Der Schrottsammler hatte einen metallähnlichen, etwa faustgroßen Gegenstand mit einem Gewicht von etwa 1,3 Kilogramm gefunden. Weil das metallähnliche Teil nicht magnetisch war, wurde er misstrauisch.

Doch statt den Fund sofort bei der Polizei zu melden, untersuchte der Schrottsammler den metallähnlichen, etwa faustgroßen Gegenstand mit einem Gewicht von etwa 1,3 Kilogramm erst einmal selbst und vergleicht ihn mit Bildern im Internet, ehe er einige Tage später am Mittwochabend schließlich die Feuerwehr verständigt.

Erste Messungen ergaben sehr schwache Strahlung

Daraufhin wurde in Leegebruch im Bereich Sandweg ein Sperrkreis eingerichtet, Betroffen waren 15 Anwohner und der Finder des Gegenstandes. Rund 30 Feuerwehrleute rückten aus, um den Fundort zu untersuchen und vor Ort die Radioaktivität zu messen. Die gemessene Strahlung war schwach, der vor Ort gemessene Wert von 400 Nanosievert ist laut Polizei noch unbestätigt.

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Statt den Fund sofort bei der Polizei zu melden, untersucht der 64-jährige Schrottsammler den metallähnlichen, etwa faustgroßen Gegenstand mit einem Gewicht von etwa 1,3 Kilogramm erst einmal selbst und vergleicht ihn mit Bildern im Internet, ehe er einige Tage später am Mittwochabend schließlich die Feuerwehr verständigt.

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Zum Vergleich: Laut Bundesamt für Strahlenschutz ist jeder Mensch aufgrund natürlicher Strahlenquellen in der Umwelt generell Strahlungen ausgesetzt. Die natürliche Strahlenexposition führt für jeden Bewohner Deutschlands zu einer jährlichen effektiven Dosis von durchschnittlich 2,1 Millisievert. Je nach Wohnort, Ernährungs- und Lebensgewohnheiten kann sie von circa 1 Millisievert bis zu 10 Millisievert reichen.

Polizei leitet Ermittlungsverfahren ein

Nachdem der Gegenstand in einem Spezialbehälter mit Bleimantel gesichert wurde, konnte der Sperrkreis in Leegebruch gegen 20.15 Uhr wieder aufgehoben werden. Vor Ort wurde im eigens eingerichteten Kontaminationsbereich bei keiner der überprüften Personen (Anwohner sowie im Einsatz befindliche Feuerwehrkameraden) eine Kontamination gemessen.

Die Feuerwehr untersuchte den Metallklumpen vor Ort

Die Feuerwehr untersuchte den Metallklumpen vor Ort.

Quelle: Julian Stähle

Im Verlaufe des Donnerstags kamen Mitarbeiter der Strahlenschutzbehörde zum Einsatz. Deren Messungen erbrachten, wie es in einer Information aus der Polizeidirektion Nord hieß, „keine relevanten Feststellungen“. So musste der Klumpen auch nicht – wie zunächst geplant – an Spezialisten des ehemaligen Kernkraftwerkes Rheinsberg übergeben werden, sondern wurde zum Landeskriminalamt nach Eberswalde gebracht.

Die Polizei leitete zunächst gegen den Finder des Metallklumpens ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des unerlaubten Umgangs mit radioaktiven Stoffen ein. Die weiteren Ermittlungen führt nun das Landeskriminalamt. Gemeinsam mit der Staatsanwaltschaft Neuruppin wird dort jetzt auch die rechtliche Bewertung geprüft.

Fundsteht steht möglicherweise in historischem Zusammenhang

Ein Zusammenhang des Fundstücks mit den aus der Oranienburger Geschichte bekannten Auer-Werken wird laut Polizei nicht ausgeschlossen.

Hintergrund: Die Auer-Werke

Die Auergesellschaft war ursprünglich ein Berliner Unternehmen zur Herstellung von Gas-Glühstrümpfen und Metallfadenlampen. Sie wurde 1892 in Berlin gegründet.

In Oranienburg wurde 1926 ein Werk der Auergesellschaft errichtet. Umgangsprachlich wurden die Produktionsstätten auch „Auer-Werke“ genannt.

Bis zum allgemeinen Bekanntwerden der Schädlichkeit radioaktiver Strahlung nach den Atombombenabwürfen auf Hiroshima und Nagasaki im August 1945 produzierte die Auergesellschaft u.a. auch die radioaktive Zahncreme Doramad.

Die Auerwerke reicherten unter Federführung von Nikolaus Riehl Uranoxid aus Südamerika an und waren in Hitlers geheime Bombenpläne (Uranprojekt) eingebunden.

Aus diesem Grund bombardierten nach Bekanntwerden der Produktion die Alliierten 1945 zielgerichtet Oranienburg.

Durch die Explosionskraft der Bomben, welche die Produktionsstätten zerstörten, kam es zur Freisetzung und Verteilung des radioaktiven Materials.

Oranienburg ist seitdem bundesweit der radioaktiv am stärksten belastete Ort.

Das Werk Oranienburg wurde nach der Bombardierung nicht wieder aufgebaut.

Von MAZonline

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