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Oberhavel Er ist der Herr über Schleuse und Brücken
Lokales Oberhavel Er ist der Herr über Schleuse und Brücken
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21:48 23.10.2015
Udo Heinemann ist verantwortlich für den Betrieb der Schleuse und der Brücken am Trödel. Quelle: Andrea Kathert
Liebenwalde/Zerpenschleuse

Udo Heinemann sieht alles. Acht Bildschirme hat er vor sich. Und deshalb kann er ganz genau beobachten, wer über die Brücke in Liebenwalde fährt oder was sich in Zerpenschleuse an den beiden Brücken an der Forststraße und an der B109 oder an seiner Schleuse abspielt. Seit Juni fuchst sich Heinemann in der Schaltzentrale im Schleusenwärterhaus ein. Als gelernter Vollmatrose und Binnenfischer ist er bestens mit der Materie vertraut.

Alle vier Bauwerke am Langen Trödel sind nun fertig, von seinem Schreibtisch aus kann Heinemann sie alle steuern. Auf dem Grund des Langen Trödel liegt ein dickes Kabel, das zehn Kilometer weiter bis nach Liebenwalde reicht und dem Schleusenwärter Echtzeitbilder von der Klappbrücke an der L 21 liefert. Mit wenigen Knopfdrucken kann er die Ampeln auf Rot stellen, die Straße sperren, die Schranken herunterlassen und die Brücke aufklappen. Jeder Arbeitsgang ist über die Bildschirme genau zu verfolgen. Die Kameras liefern Bilder aus verschiedenen Positionen. Zur Sicherheit steht an jeder Brücke noch mal ein kleiner Schaltraum. Von dort aus kann jede Brücke noch einzeln gesteuert werden.

Bei der letzten Funktionsprobe am Donnerstag vergangener Woche wurde an der Liebenwalder Klappbrücke ein Notfall simuliert. Ließe sich die Brücke bei Stromausfall selbst mit einem Notstromaggregat nicht wieder schließen, muss ein schwerer Autokran her, der die Platte langsam wieder absenkt. Zwei kräftige Männer waren nötig, um die Bremsen an den Hubzylindern vorsichtig zu lösen. „So einen Notfall muss man mal durchspielen“, sagt Hans Frodl, der Geschäftsführer des Wasser- und Bodenverbandes „Schnelle Havel“. Seit zweieinhalb Jahren hat er den Hut auf für alle Baumaßnahmen am Langen Trödel. „Das war jetzt die letzte Stufe“, sagt er und klingt ein wenig erleichtert. Das große Projekt mit dem Bau dreier Brücken, einer Schleuse und der Schiffbarmachung des Langen Trödel war kein Pappenstiel. Ein Wasser- und Bodenverband hat normalerweise nicht Maßnahmen mit einem Investitionsvolumen von zwölf Millionen Euro zu bewältigen.

Die nächste Saison verspricht für Freizeitkapitäne ein neues Vergnügen. Der Lange Trödel ist zwischen Liebenwalde und Zerpenschleuse wieder schiffbar. Drei neue Brücken und eine neue Schleuse können die Wassertouristen auf der Fahrt bestaunen, bevor der Finowkanal den Oder-Havel-Kanal kreuzt.

Die Betreiber des Liebenwalder Stadthafens werden sich auf die nächste Saison freuen. Endlich können größere Boote anlegen. Die gelangen über den Voßkanal in den Langen Trödel. Der Trödel ist der erste Abschnitt des Finowkanals. Die Fahrrinne ist bereits mit roten und grünen Bojen markiert. Vom Stadthafen oder der Marina Liebenwalde aus sind es dann knapp zehn Kilometer auf dem Langen Trödel in Richtung Osten nach Zerpenschleuse. Als erstes Bauwerk treffen die Schiffsführer auf die neue Hubbrücke an der Forststraße. Hier ging es vor den Baumaßnahmen nicht mehr weiter. Die Fahrt endete am Anfang von Zerpenschleuse.

Zu beiden Seiten jeder Brücke sind nun Haltepunkte aufgebaut, an denen die Schiffe auf die Öffnung der Brücken warten können. In der Ortslage Zerpenschleuse wurden mehrere Stege zum Anlegen eingerichtet, damit die Bootsfahrer im Dorf auch aussteigen können. Die nächste Brücke ist eine Klappbrücke an der B 109. Sie ist baugleich mit der in Liebenwalde. Als Letztes folgt die neue Schleuse. Sie ist 6,20 Meter breit und hat eine Nutzlänge von 41,50 Metern, das ist Finowmaß.

Wenn Udo Heinemann auf seinem Schleusengelände steht, kann er schon die Schubverbände auf dem Oder-Havel-Kanal sehen, der den Finowkanal kreuzt.

Von Andrea Kathert

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