Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Oberhavel Er wurde vom Handyverkäufer zum Bambi-Gewinner
Lokales Oberhavel Er wurde vom Handyverkäufer zum Bambi-Gewinner
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:26 06.04.2017
Lars Dittrich besuchte das Puschkin-Gymnasium in Hennigsdorf. Quelle: privat
Hennigsdorf

Lars Dittrich liebt den Blick in den Rückspiegel. Er kommt ins Plaudern. „Während meiner Schulzeit am Puschkin-Gymnasium hatte ich Alexander Grella kennengelernt“, erinnert sich der heute 42-Jährige. „Er war zwei Klassenstufen höher als ich.“ Gemeinsam mit Grella hatte der Schüler Dittrich die Idee, eine Firma zu gründen. Neben dem BWL-Studium. Sie hatten sich eine „Einraumwohnung mit Außentoilette“ als Büro angemietet.

Ursprünglich wollten sie Kosmetika vertreiben. Bis sie schon bald darauf stießen, dass in einem anderen Markt weit und breit jede Konkurrenz fehlte: dem Verkauf von Mobiltelefonen. „In meinem Freundeskreis gab es immer mehr Anfragen, wie man an Handys kommen könne“, so Dittrich. „Das Interesse war groß.“ Der Aufwand auch. „Ich habe schnell ein Urlaubssemester eingereicht.“

Dittrich 2007 vor seinem Firmenlogo. Quelle: Sonstige

Über „Mund-zu-Mund-Propaganda“, erinnert sich Dittrich, sprach sich schnell im Ort herum, dass die neue Firma DUG Handys direkt vor Ort anbiete. Die Kundenbesuche seien häufiger geworden. Dittrich ließ sein Betriebswirtschaftsstudium sausen – und hielt stattdessen Ausschau nach einem richtigen Ladengeschäft, was 1997 in Oranienburg gefunden wurde.

Dann ging es Schlag auf Schlag. Mitte 1998 wurde die Zentrale der nun schon fünf Filialen zählenden und weiter stark expandierenden Firma ins Gewerbegebiet von Borgsdorf verlegt. „Es hatte in meinem Heimatort einfach keine geeigneten Flächen dafür gegeben“, sagt Dittrich. Ein Jahr später gab es zwölf „Telecomshop“-Filialen, 2000 waren es bereits 30. 104 Angestellte verkauften nun Handys, Faxgeräte und Telefonzubehör. „Viele meiner Freunde haben uns unterstützt. Maler, Elektriker, Maurer – sie alle hatten Lust, beim Projekt mitzumachen“, so Dittrich. „Noch heute arbeiten einige, die bei DUG begonnen haben, als Manager und haben Karriere gemacht. Darauf bin ich unheimlich stolz.“ Mit dem Umzug nach Oberkrämer entstand ein eigenes Logistikzentrum.

Die Punkte markieren seine Läden – deutschlandweit. Quelle: Privat

Eine Episode bringt die Augen von Lars Dittrich zum Leuchten. „Nokia hatte mal einen Serienfehler und wir sollten tausende von Handys einsammeln und reparieren“, schwelgt Dittrich in Erinnerungen. „Palettenweise kamen die Geräte zu uns. Es ging nur um ein Teil. Wir sollten dann die neuen Stücke aus Hamburg abholen. 100 000 waren das.“ Dittrich nahm das Telefon in die Hand und wollte einen LKW bestellen. „Doch mein Kollege klärte mich auf: Die Teile waren so klein, dass wir die problemlos in die Tasche packen konnten. Der Konzern war so groß geworden, dass selbst der Chef nicht alles wusste.“

Eine aufregende Zeit. Dittrich hatte Mut bewiesen – die Handy-Ladenkette DUG wurde Ende 2006 an Debitel verkauft. Dittrich blieb im Vorstand von DUG und wurde zudem Vertriebsvorstand von Debitel.

Dittrich mit „Er ist wieder da“-Darsteller Oliver Masucci. Für den Film gab es einen Bambi. Quelle: Privat

2009 war dann Schluss. „Ich wollte was anderes machen und eröffnete ein Büro in Berlin“, erzählt Lars Dittrich. Gemeinsam mit Freund Christoph Müller hatte er 2013 die Mythos Filmproduktion gegründet. „Da bin ich Produzent“, fiebert Dittrich neuen Projekten entgegen. Der Film „Er ist wieder da“ war das erste Werk seiner Filmproduktion, die bei der TV-Gala am Potsdamer Platz 2016 einen Bambi bekam. Im Film läuft Hauptdarsteller Oliver Masucci als Adolf Hitler verkleidet durch das Deutschland von heute. Zehn Wochen lang war der Schauspieler unterwegs und traf auf echte Menschen. Die Reaktionen sind mal urkomisch, mal verstörend.

Dittrichs Unternehmen war Co-Produzent der Winnetou-Trilogie (mit Jürgen Vogel und Oliver Masucci), die zu Weihnachten auf RTL Premiere feierte.

Trotz des Erfolges ist Lars Dittrich auf dem Boden geblieben. Es ist ihm spürbar unangenehm, wenn ihn jemand auf seine Karriere anspricht. Dittrich ist ein Hennigsdorfer Junge geblieben. Die Treffen mit seinen Kumpels und die Gespräche über damals, als er mit seinem 3er Golf durch die engen Straße in Nord düste, will er nicht missen. Der Blick in den Rückspiegel tut gut.

Von Sebastian Morgner

Zu seinem 70. Geburtstag stellt der Oranienburger Maler Jürgen Gerhard in der Klostergalerie Zehdenick aus. Es ist eine Werkschau mit mehr als 100 Arbeiten.

05.04.2017
Oberhavel Verletzter harrt 50 Minuten aus - Lkw kracht auf Gülle-Traktor

Ein Lastwagen ist am Mittwochnachmittag zwischen Mühlenbeck und Schönerlinde (Barnim) gegen einen Traktor mit Gülle-Anhänger gekracht. Dabei wurde der Fahrer schwer verletzt. Die ganze Straße lief mit der Gülle voll. Bevor die Feuerwehr den Schwerverletzten aus dem Lkw befreien konnte, musste sie erst die Keimfalle beseitigen.

06.04.2017
Oberhavel Ehepaar seit 70 Jahren verliebt - “Ohne sie wäre ich nicht mehr am Leben“

Angela und Hans Weinkauf aus Glienicke/Nordbahn feierten das seltene Fest der Gnadenhochzeit. Sie sind seit 70 Jahren verheiratet und noch genauso verliebt wie zu Beginn ihrer Ehe. Das Paar hat uns verraten, warum die letzten 25 Jahre die besten waren.

05.04.2017