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Oberhavel Erdbebenhilfe für Ecuador privat organisiert
Lokales Oberhavel Erdbebenhilfe für Ecuador privat organisiert
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17:37 14.07.2016
Mit diesem Foto bedankte sich Fernando Lamino (4. v. l.) bei seinen deutschen Freunden. Quelle: Privat
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Birkenwerder

Ihre letzte Begegnung lag schon fast zwei Jahre zurück. Als aber im vergangenen April die Erde bebte in Ecuador, da dachte Thomas Weber sofort an seinen langjährigen Freund Fernando Lamino – und er organisierte private Hilfe. Den heute 59-Jährigen hatte der Geschäftsmann aus Birkenwerder in den 1990er-Jahren kennengelernt: Drei Wochen lang war er damals mit Frau, seiner jüngsten Tochter und Fernando durch Ecuador gereist. Der Inhaber eines kleinen Reisebüros hatte ihm Land und Leute näher gebracht. So nahe, das Tochter Carolin ein paar Jahre später ihr elftes Schuljahr in Ecuador absolvierte – und natürlich spanisch lernte.

Fernando Lamino (M.) mit Werner Lindenberg und Thomas Weber bei der WM in Deutschland im Jahr 2006. Quelle: Privat

Der Kontakt riss seit diesen intensiven, spannenden und interessanten Urlaubswochen nie ab. Via E-Mail und Skype klappte der Austausch quer über Atlantik und Kontinent. Und als Fernando Lamino 2006 eine Fußballreise für eine 60-köpfige Gruppe zur WM in Deutschland organisierte, wurde Webers Firmensitz auch zur Reisezentrale: Von hier aus wurden die beiden Busse organisiert. „300 Eintrittskarten lagen im Tresor“, erinnert sich Weber. Zum Dank für die Schützenhilfe durften er und sein Geschäftspartner Werner Lindenberg am 20. Juni mit zum Spiel Ecuador – Deutschland mitfahren (0:3). Noch heute schwärmen beide von der tollen Stimmung im ecuadorianischen Fanblock. Während des Aufenthaltes spielten die Fußballtouristen in Birkenwerder auch gegen eine Altherrenmannschaft des BBC 08. Spiel und Grillabend sind ebenfalls ein unvergessliches Erlebnis für alle Beteiligten.

Erinnerungsfoto von der deutsch-ecuadorianische Fußballbegegnung in Birkenwerder. Quelle: Privat

Und dann das Erdbeben der Stärke 7,8, das schwerste seit fast 40 Jahren in Ecuador. Mehr als 600 Menschen starben. Thomas Weber sammelte Geld im Freundeskreis und steuerte zusammen mit Lindenberg selbst eine größere Summe bei. 1800 US-Dollar schickten sie ihrem Freund als schnelle Soforthilfe. „Jetzt kommen viele Familien zu uns“, hatte Fernando geschrieben. „Wir helfen mit Lebensmitteln, Zelten und Wasser. Wir brauchen Generatoren, Maschinen für Trinkwasser und Sägen.“ Die Sägen, um Särge zu zimmern. Bereits vier Tage nach dem verheerenden Beben teilte Fernando mit, dass er einen Generator gekauft hatte, außerdem 500 kg Reis sowie 500 kg Zucker, Salz, Thunfischdosen und Getreide. Aber auch Toilettenpapier, Seife, Zahnpasta, Handtücher und Decken. Dies sei für 50 Familien in Portionen aufgeteilt worden. Der Reiseunternehmer berichtet von mehreren Hilfsfahrten an die Küste, wo die Schäden am größten waren und er in der Folgezeit 40 Familien mit Lebensmitteln versorgte. Die beiden Töchter der Freunde, die zu dieser Zeit gemeinsam in den USA waren, hatten Trinkwasserfilter geschickt. Die Hilfsfahrten im eigenen Bus waren gefährlich – wegen weiterer Beben und Plünderungen aus blanker Not.

Fernando vor dem zerstörten Elternhaus seiner Frau. Er selbst wohnt in Ibarra, und blieb von Schäden weitgehend verschont. Quelle: Privat

Ein für September geplanter Deutschlandbesuch von Fernando Lamino „wird wohl ins Wasser fallen“, schätzt Weber. Erst müssen die Häuser und Existenzen neu aufgebaut werden.

Von Helge Treichel

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