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Erdkabel oder Ortsumgehung

Höchstspannung in Birkenwerder Erdkabel oder Ortsumgehung

Entweder Erdverkabelung oder Ortsumgehung – im Zusammenhang mit dem Neubau einer Höchstspannungsleitung erneuert die Bürgerinitiative A 10-Nord ihre bisherige Forderung. Ein propagierter schlankerer Masttyp sei dagegen keine Lösung, sagt BI-Sprecher Peter Kleffmann.

Birkenwerder. Sogenannte „Kompaktmasten“ sind seit einigen Wochen der Renner in der Öffentlichkeitsarbeit, wenn es um den Ausbau von Hoch- und Höchstspannungsleitungen in Deutschland geht. In einer breit angelegten Kampagne, im Verbund mit dem Bundeswirtschaftsministerium (BMWI) und der Bundesnetzagentur (BNA) sind sowohl Stromnetzbetreiber als auch Mastenhersteller mit Presseartikeln, Vorträgen, Workshops und persönlichen Präsentationen unterwegs, um dieses neue Konzept anzupreisen. Um die erhoffte Verbesserung der Akzeptanz der Bürger für den Netzausbau mit Freileitungen zu erreichen, werden auf diese Weise Bürgerinitiativen, Umweltverbände, Tourismusbehörden, Windmüller, Bauämter und Bürgermeister kontaktiert und in die Diskussion eingebunden. Mit von der Partie ist die Bürgerinitiative (BI) A 10-Nord.

Der schlankere Mast

„Im Gegensatz zum herkömmlichen Stahlgittermast handelt es sich beim Kompaktmast um eine geschlossene Bauweise mit einem Stahlrohrmantel oder aus Beton oder einer Kombination aus beidem“, beschreibt Peter Kleffmann die Unterschiede. Winkelabspannmasten, die durch Richtungsänderungen der Leitungen wesentlich höhere Lasten aufnehmen müssen, hätten dann entweder einen erheblich größeren Durchmesser oder kämen als verbundene Doppelmasten zum Einsatz. Die Höhe dagegen verändere sich gegenüber den herkömmlichen Gittermasten nur geringfügig. „Lediglich die Auslegung der Traversen wird geringer“, sagt Kleffmann. Bei einigen Versionen liegen alle Leitungen nebeneinander, was die Höhe verringert, aber die Ansichtsbreite erhöhen und die maximale Feldstärke am Boden beeinflussen kann. „Möglich für Waldgebiete, aber nichts für Ortslagen“, resümiert der BI-Sprecher und nennt die Folgen für die Ortsquerung in Birkenwerder: „Aufgrund der Überspannung von Wohngebäuden können hier die Leitungshöhen schon wegen der elektrischen Felder und Sicherheitsabstände nicht geringer werden – damit können auch Kompaktmasten hier nicht grundlegend niedriger sein.“ Lediglich die Traversenbreite würde sich unwesentlich verringern. Statt einer Stahlgitterkonstruktion würden dann Vollwandmasten mit dichten Leitungspaketen in der Ortslage empor ragen – „keinerlei Vorteil, und über Geschmack lässt sich streiten“, schlussfolgert Kleffmann. Da jedoch allein vom Havelkanal bis zur Eisenbahnbrücke sieben Winkelmasten (WE-/WA-Masten) in der Ortslage geplant sind, hätten es die Einwohner mit sieben massiven Einzel- oder Doppel-Stahl- oder Betonsäulen zu tun – „eine Vorstellung, die jenseits von streitbarem Geschmack liegt“.

In Deutschland gibt es bisher noch keine Höchstspannungsleitung mit Kompaktmasten, da das Gesamtkonzept dafür noch in der Entwicklung steckt. Für Birkenwerder bleibe es daher laut Kleffmann bei der Forderung: Entweder Erdverkabelung auf einem kurzen Abschnitt in der Ortslage entlang der Autobahn oder eine weiträumige Umgehung der Wohngebiete mit Freileitung – unabhängig vom Masttyp.

Umstrittenes Projekt

Die 50 Hertz Transmission GmbH plant den Neubau einer Höchstspannungsleitung vom Umspannwerk Neuenhagen (Märkisch-Oderland) zum Umspannwerk Wustermark (Havelland).

Diese 80-Kilometer-Leitung durchquert die Landkreise Barnim und Oberhavel.

Die Investition beläuft sich auf rund 110 Millionen Euro.

Die Bürgerinitiative A 10-Nord fordert deshalb seit Jahren eine verträgliche Trassenplanung mit den Kommunen, bewohnte Gebäude nicht mit Freileitungen zu überspannen, innerorts auf die 57 Meter hohen Maste zu verzichten, Ortslagen zu umgehen und auf alternative Kabellösungen zurückzugreifen.

 

Von Helge Treichel

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