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Oberhavel Erfolgsstory mitgeschrieben: Kaatz in Ruhestand
Lokales Oberhavel Erfolgsstory mitgeschrieben: Kaatz in Ruhestand
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00:32 26.03.2018
Takeda-Senior-Direktor Hans-Joachim Kaatz räumt den Stuhl des Regisseurs. Quelle: Enrico Kugler
Oranienburg

Aufgeräumt hat Hans-Joachim Kaatz in seinem Büro noch nichts. „Es gibt Arbeit bis zum letzten Tag“, sagt er. Der wird am 30. März sein. Dann ist Schluss für den Senior-Direktor im Pharma-Riesen Takeda. Am Freitagnachmittag wird Hans-Joachim Kaatz offiziell bei der Betriebsversammlung verabschiedet. Hendrik Fischer, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft und Energie in Brandenburg, kommt deshalb nach Oranienburg.

Keiner kennt das Unternehmen an der Lehnitzstraße so wie Hans-Joachim Kaatz. 43 und ein halbes Jahr lang hat er hier gearbeitet. Ein ganzes Berufsleben lang für OranienburgsTablettenbude“, wie sie von vielen liebevoll genannt wird. Und er macht es bis heute sehr gern.

Berufsstart bei Takeda war Zufall

Im November 1974 hat Kaatz hier begonnen. Und das war Zufall. Nach seinem Mathematikstudium hatte er die Wahl zwischen Rechenzentrum Köpenick und Oranienburg. Er entschied sich für Oranienburg. „Und ich habe mich in meiner Diplomarbeit mit der mathematischen Darstellung von Schwingungen befasst.“ Der Bau des Rechners verzögerte sich, die Diplomarbeit damit auch. Als er diese verteidigt hatte, war die Stelle besetzt. „Und ich habe im neuen Bereich der Wissenschaftlichen Arbeitsorganisation begonnen. Ein Glücksfall.“ So habe er alle Produktionsbereiche im VEB Pharma jeweils vier Wochen durchlaufen, „überall Mitarbeiter und Prozesse kennengelernt, die ich ja optimieren wollte“. Keiner konnte ihm dann ein X für ein U vormachen, jedem war klar, Hans-Joachim Kaatz weiß, wovon er spricht.

1985 ergab sich die Chance für Neues. Der Direktor für Ökonomie ging in Rente, Kaatz trat seine Nachfolge an. Mit 33 Jahren. „Auch da bin ich reingewachsen.“ Zwei turbulente Jahre begannen mit der Wende 1989. „Wir waren Teil des Kombinats Germed und trafen die Entscheidung, eigenständig bleiben zu wollen.“ Im Mai 1990 wurde das Oranienburger Pharmawerk gegründet. Vorteil der Produktionsstätte: „Wir haben schon zu DDR-Zeiten weltweit exportiert, vor allem Aspirin.“ Und man entschied sich für die rentable Arzneimittelherstellung. Während bei anderen Produkten viele nach der Wende auf die West-Produkte umstiegen, „profitierten wir davon, dass weder Patient noch Arzt gern wechseln“. Acesal ist bis heute ein Renner.

Oranienburg liefert, was die Welt braucht

Nach dem Rückkauf der Firma durch Byk Gulden 1991 und „dem Bekenntnis zum Standort ging es bergauf. Auf diese Stinkebude in der Stadt hätte wohl damals niemand gewettet. Aber die Eigentümer meinten es ernst“. Zwischen 1993 und 1995 entstand die neue Fabrik. Seitdem wird hier vor allem der Magensäurehemmer Pantoprazol hergestellt. „Pantoprazol hat den Standort groß gemacht. Oranienburg hat geliefert, was die Welt brauchte.“ Von 2002 bis 2004 wurde das zweite Modul angebaut. 2007 ging Altana an Nycomed, 2011 an Takeda. 2017 wurde das dritte Modul fertig. Hans-Joachim Kaatz oblag die Leitung des 100-Millionen-Euro Projekts.

Dass in Oranienburg immer wieder investiert worden sei, „war auch ein Zeichen des Vertrauens. Man wusste, die Oranienburger, die packen das. Die Leute arbeiten dort mit Herzblut“. Jeder Wachstumsschritt des Global Players ist im Büro von Hans-Joachim Kaatz fotografisch dokumentiert. In einem Schrank sind die Produkte aufbewahrt, die über die Jahre hier hergestellt wurden.

Ehrenamt oder Garten?

Am kommenden Sonntag feiert Hans-Joachim Kaatz seinen 66. Geburtstag. Dann schon a. D. Was er dann vorhat, weiß er noch nicht so genau. „Vielleicht werde ich ein Ehrenamt übernehmen.“ Aber es gebe auch auf dem heimischen Grundstück in Schönerlinde, wo er mit seiner Frau lebt, reichlich zu tun. Im Garten zum Beispiel. Denn Kaatz ist auch ausgebildeter Gartenfacharbeiter. „Dann werde ich wohl dieses Berufsfeld stärker nutzen“, sagt er mit einem Schmunzeln.

Von Heike Bergt

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