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Oberhavel Erholungsstätte Briesewald
Lokales Oberhavel Erholungsstätte Briesewald
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14:22 20.03.2018
Der jüngste der Gedenksteine erinnert nahe der Briese an den „Tag des Waldes“ am 21. März 1993. Quelle: Bernd Erzmann
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Birkenwerder

Der Briesewald verdankt seinen Namen dem durchfließenden Briesebach. Er besitzt keine echte Quelle, sondert entwässert den Wandlitzsee über einen Graben bis zum Rahmersee, weiter durch den Lubowsee. In historischen Karten oder Messtischblättern wird die Briese oftmals auch als Mühlenfließ dargestellt. Weiter fließt sie als schmaler Bach bis zur historischen „Zühlsdorfer Mühle“ durch das „Naturschutzgebiet Westbarnim“. Heute prägen sumpfige Wiesen und naturbelassene Mischwälder aus Kiefern, Buchen, Birken und dominierenden Schwarzerlen die Landschaft im Brieseverlauf. Deshalb oftmals auch die Bezeichnung als Erlenbruchwald. Schwarzerlen vertragen hohe Feuchtigkeit und dank ihrer Adventivwurzeln können sie auch schwankende Wasserstände vergleichsweise gut verkraften.

Ab der Schlagbrücke (Landstraße L 121 von Lehnitz nach Summt) beginnt die Gemarkung Birkenwerder. Um 1880 ursprünglich als „Steinerne Brücke“ mit gelben Ziegeln gebaut. Diese waren seinerzeit in Birkenwerders Ziegelwerken produziert worden. 1920 erfolgte der heutige Brückenüberbau, mit ihren gemauerten Kanzeln, mit je drei Treppen und Sitzgruppen im Hangbereich, beidseitig der Straße. Ein sehenswertes architektonisches Bauwerk. Deshalb auch die amtliche Bezeichnung „Schlagbrücke“. Zur Überbrückung des tieferliegenden Briesetals wurde der Straßenverlauf im Brückenbereich um rund sechs Meter erhöht und die gesamte Verbindungsstraße von Summt nach Lehnitz gepflastert.

Auf dem südlichen unteren Wanderweg entlang des Brieseverlaufs in Richtung Hubertusbrücke stehen am Wegesrand diverse über hundertjährige Scharlach-und Roteichen. Diese nordamerikanische Eichenart ist gut erkennbar an ihren Blattspitzen. Am oberen Wanderweg befindet sich hier auf einer Anhöhe im Jagen 1585 (nach 1945 Bezeichnung: Wald-„Abteilung“) ein kleiner, kaum erkennbarer Gedenkstein mit der Aufschrift: „Bismarck Eichen 1915“. Der Feldstein wurde anlässlich des 100. Geburtstages vom ehemaligen preußischen Ministerpräsidenten Otto von Bismarck aufgestellt.

Als Privatmann war er ein leidenschaftlicher Jäger. Zusätzlich sind um den Gedenkstein eine Baumgruppe mit Scharlach-Eichen angepflanzt worden. Deren Auswahl wurde seinerzeit durch den Direktor des Botanischen Gartens von Berlin festgelegt.

Von 1903-18 war dieser Waldbereich Bestandteil des ehemaligen Kaiserlichen Hofjagdreviers. Die angestellten Forst- und Hegemeister haben ihm zu Ehren den Gedenkstein gestiftet.

Beim verheerenden Waldbrand zwischen Summt und dem Briesefließ vom 30. Juni 1992 reichte das Feuer bis zum Gedenkstein. Rund 250 ha Wald wurden durch diesen Brand vernichtet. Erst nach wochenlangem Einsatz von Feuerwehrleuten aus mehreren Bundesländern konnte der Brand im Unterholz endgültig gelöscht werden. Inzwischen ist ein großer Teil der abgebrannten Waldfläche wieder aufgeforstet.

Durch einen abwechslungsreichen schattigen Mischwald schlängelt sich die Briese bis zur Hubertusbrücke.

Hubertusbrücke mit Quellen und Gedenksteinen

Direkt an der Hubertusbrücke befindet sich eine geräumige Wanderhütte, seit etlichen Jahren zum Ausspannen. Die Brücke ist benannt nach dem heiligen Hubertus, er gilt als Schutzpatron des Waldes. Die Wanderhütte ist schon in die Jahre gekommen. Erhaltungsmaßnahmen sind immer wieder erforderlich. Nach der Letzten fehlt leider der historische „Busfahrplan nach Berlin“! In der Nähe befinden sich Bänke und Tische für eine Rast bzw. zum Verweilen. Hier ist eine Erholungsstation für Wanderer, Radfahrer und Spielplatz für Kinder.

Unterhalb der Hubertusbrücke sprudelte einstmals Quellwasser in die Briese. Es war eine natürliche Bodenquelle. Im Volksmund weithin als Elsenquelle oder Hubertusborn bekannt. Nur noch ein kleiner rötlicher Findling mit der Inschrift: „Elsenquelle als Naturdenkmal geschützt“ erinnert daran.

Die Elsenquelle wurde um 1900, von Forstmeister Hans Kampmann aus Oranienburg und dem Gastwirt Robert Bacherneck aus Briese, als Naturdenkmal installiert und hatte die Briese mit einem „armdicken Wasserstrahl“ gespeist. Sie wurde somit zu einem beliebten touristischen Ausflugsziel von Birkenwerder.

Die Elsenquelle, Aufnahme um 1900. Quelle: privat

Die Namensgebung basiert auf den hier dominierenden Erlenbruchwald beziehungsweise Elsbruch hin. Wobei sich Els  vom niederdeutschen Wort für Erle ableitet, also Else = Erle. Man sagte dem ehemaligen eisenhaltigen Quellwasser Heilkräfte nach.

Als das Quellwasser noch sprudelte, war es bis circa 1955 traditioneller Brauch, dass die jungen Mädchen am Ostersonntag noch vor Sonnenaufgang aus der Elsenquelle „klares Osterwasser“ heimbringen, das ihnen angeblich Heil- und Segenskraft verleihen sowie einige Schönheiten garantieren sollte. Dabei durfte auf dem Hinweg kein Wort miteinander gesprochen werden. Dies war eine richtige Mutprobe für junge Mädchen! Hierbei trieben die Burschen mit den Mädchen auf dem Hinweg oftmals mancherlei Späße!

Seit 1974 ist sie leider versiegt. Der Gedenkstein weist auf den Standort der ehemaligen Elsenquelle hin. Auf dem rötlichen Findling ist nur noch schwach die Inschrift zu erkennen. Entlang dem Brieseverlauf ober- und unterhalb der Hubertusbrücke, gegenüber der Elsenquelle, sprudeln seit geraumer Zeit mehrere kleine Helenenquellen unweit des Wanderweges, eisenhaltiges Quellwasser jeweils über schmale Rinnsale in das sumpfige Areal in die Briese. Über einen kleinen Laufsteg beziehungsweise Naturlehrpfad aus Kunststoffrecyclingmaterial wird auf die dort vorhandenen Helenenquellen auf Erläuterungstafeln hingewiesen.

Gedenkstein der Elsenquelle. Quelle: Bernd Erzmann

Die sichtbaren Helenenquellen sind erkennbar an ihrem Wasseraustritt durch den ausgeschwemmten hellen Feinsand im Sumpfgebiet. Weiter unterhalb speist eine weitere Wasserquelle unsichtbar eine Suhle für Rot- und Schwarzwild.

Die Namensgebung basiert hier vermutlich nach der Fürstin „Helene zu Waldeck“ (1831 – 1888) aus Bad Pyrmont. Dem Wasser der dortigen Quellen wurden sagenhafte Heilkräfte nachgesagt.

Gedenkstein zum Tag des Waldes

Ebenfalls an der Hubertusbrücke befindet sich ein weiterer Findling gegenüber der Wanderhütte, schon etwas eingewachsen, als Gedenkstein mit der Aufschrift: „Tag des Waldes 21.3.1993“. Der Gedenkstein ist 1993 im Beisein vom ehemaligen brandenburgischen Ministerpräsidenten Manfred Stolpe und weiteren politischen Persönlichkeiten zum „Tag des Waldes“ eingeweiht worden.

Gleichzeitig wurden noch drei „Speierlinge“ unter Anleitung von Forstmeister Hubert Simon vom Forstamt Borgsdorf in vorbereiteten Gruben gepflanzt. Der Speierling (Sorbus domestica) war zum Baum des Jahres 1993 ernannt worden. Er ist ein mittelgroßer Laubbaum und eng mit der Eberesche verwandt. Nach der Birke ist diese seltene, fast ausgestorbene Baumart eine der Ersten gewesen, die nach der Eiszeit den Grundstock für unsere Wälder bildete. Leider ist von diesen Speierlingen keiner mehr vorhanden.

In Deutschland findet der „Tag des Waldes“ bisher wenig Beachtung. Ein Grund hierfür ist sein ungünstiger Zeitpunkt in der Natur. Der 21. März ist auch in frühzeitig wärmeren Jahren noch kein Datum an dem Bäume mit ihrem Blattaustrieb beginnen. Allerhöchstens sind die Blüten einiger Baumarten (Esche, Erle) schon soweit ausgebildet, aber selbst frühe Sorten wie die Birke sind am 21. März noch nicht beim Blattaustrieb.

Staustufen im Briesewald

Im „Briesetal Boten“ vom 14. April 1935 von Birkenwerder wurde seinerzeit eine groß angelegte Werbeaktion publiziert. Im Briesetal sollten oberhalb vom Ortsteil Briese bis zur Schlagbrücke drei ausgedehnte Waldseen für Bootsfahrten und Badebetrieb künstlich angelegt werden. Geplant war der Aufbau von drei Staustufen im Brieseverlauf. Umfangreiche Vorarbeiten begannen schon vorab, wie Fällarbeiten, Bergung von Fichten und Erlen, Anlieferung von Feldsteinen für die Staudämme und so weiter. Überwiegend wirtschaftliche Interessen steckten hinter diesem Projekt. Zu einer endgültigen Realisierung, mit immensen Eingriffen in die Natur, ist es aber nicht mehr gekommen!

Hinter dem Ortsteil Briese erreicht das Briesefließ die eigentliche Ortschaft Birkenwerder. Die Briese durchfließt die Gemeinde diagonal von Nordost nach Südwest durch etliche Niederungen und Seen oder wird daran vorbeigeleitet. Nach rund 17 Kilometern mündet die Briese am Ende der Havelstraße hinter einer ehemaligen Treidelbrücke in die „Alte Havel“.

Biber im Briesetalverlauf

Seit circa 2006 haben sich entlang des gesamten Brieseverlaufes zeitweise mehrere Biberfamilien an unterschiedlichen Standorten angesiedelt. Ihre Spuren sind an vielen Stellen erkennbar. Die Tiere selbst nicht – sie sind nachtaktiv!

Wegen des jahrelangen Aufstauens des Wasserstandes im Brieseverlauf durch die Biberstaudämme sind unzählige Erlen inzwischen abgestorben. Erlen vertragen zwar Wasser, es müssen aber auch Trockenperioden folgen. Anfangs hat die Forstwirtschaft noch einige Stämme bergen können. Inzwischen ist der Baumbestand im Briesetal der Natur überlassen worden! Die aufgestauten Wassermengen stellen somit ein riesiges Wasserreservoir dar.

Die Waldschule im Briesetal

Die „Waldschule Briesetal“ im Ortsteil Briese ist als waldbezogene Umweltbildungseinrichtung 1979 vom ehemaligen Forstwirtschaftsbetrieb Oranienburg als Naturlehrkabinett errichtet worden. Nach 1990 gab es Probleme am ursprünglichen Standort mit den Alteigentümern. Deshalb 1997 ein Neubau der Waldschule im Briesetal auf einem nahegelegenem landeseigenen Grundstück, in Trägerschaft des Amtes für Forstwirtschaft (AfF) Borgsdorf und der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, mit Fördermitteln der EU, des Landes Brandenburg und Geldern einer Vielzahl regionaler Sponsoren. Offizielle Eröffnung der Waldschule Briesetal am 2. Oktober 1998, einschließlich des circa 5000 Quadratmeter umfassenden Außengeländes. Heute ist es ein gemeinnütziger Verein „Waldschule Briesetal e.V.“.

Zahlreiche Exponate machen die hiesige Natur anschaulich. Quelle: Helge Treichel

Ziel des Vereins ist es, einer breiten Bevölkerungsschicht den Wald als Lebensraum für Flora und Fauna näherzubringen, Verständnis für die Vorgänge in der Natur zu wecken und zu fördern und damit die Menschen aller Altersgruppen zu umwelt- und waldgerechtem Verhalten zu motivieren. Zudem sollen die Schulen im Einzugsbereich bei ihrem Lehrauftrag in den Bereichen Natur- und Umweltbildung unterstützt werden. Und es geht darum, Kindern und Jugendlichen Möglichkeiten einer kreativen, spannenden und sinnvollen Freizeit- und Feriengestaltung anzubieten sowie die Integration sozialer Randgruppen zu fördern. Bis heute besuchen die Waldschule jährlich mehr als 12 000 Kinder und Erwachsene.

Vor der Waldschule befindet sich ein großer asphaltierter Parkplatz mit Spielwiesen. Ehemals war dieses Gelände eine tiefe Senke. Beim Autobahnbau der A 10 um 1970 wurde das vorhandene Moor im Kreuzungsbereich mit der Nordbahn circa fünf Meter tief ausgebaggert und damit die Senke verfüllt. Für Testzwecke erfolgte später auf moorigem Untergrund die Asphaltierung des gegenwärtigen Parkplatzes! Von hier aus können ausgedehnte Wanderungen für Jung und Alt in unterschiedlicher Länge in der weitläufigen Umgebung unternommen werden. In den Sommermonaten besteht in unmittelbarer Nähe ein umfangreiches gastronomisches Angebot. Im unweit entfernten Briesesee befindet sich ein Freibad mit Liegewiesen. Ein Spaziergang dorthin lohnt sich, Beide laden kostenfrei zum Verweilen ein.

Von Bernd Erzmann

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