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Oberhavel Gedenkstein für Hitler-Attentäter
Lokales Oberhavel Gedenkstein für Hitler-Attentäter
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12:55 10.11.2014
Gäste der Veranstaltung am Gedenkstein. Quelle: Ulrike Gawande, dpa
Sachsenhausen

Die Stimmung bei der Enthüllung des Gedenksteines für den Hitler-Attentäter Johann Georg Elser im Skulpturengarten der Gedenkstätte Sachsenhausen auf dem Gelände der ehemaligen Kommandantur erinnert an eine Bestattung im Friedwald. Unter hohen Bäumen lassen letzte Herbstsonnenstrahlen den Kalk des Gedenksteines warm leuchten. Das Material stammt aus dem Steinbruch im württembergischen Königsbronn, aus dem der Schreiner Elser das Dynamit für das fehlgeschlagene Attentat am 8. November 1939 im Münchener Bürgerbräukeller besorgt hatte.

Zwischen den Reden, die an das Geschehen vor genau 75 Jahren erinnern, als Hitler durch seine wetterbedingt verfrühte Abreise dem Attentat von Elser entging, erklingt bewegende Musik. Einfühlsam gespielt von Andreas Spohn auf der Zither, dem Instrument, das auch Elser während seiner fünfjährigen Isolationshaft (1940–45) als persönlicher Gefangener Hitlers im KZ Sachsenhausen gespielt hat.

Rund 100 Gäste

Nur die Befehle aus der nahen Polizeischule, von der bei Übungen immer wieder ein „Halt! Stehen bleiben! Polizei“ herüberweht, stören auf fast makabere Art die bewegende Gedenkveranstaltung, zu der rund hundert Gäste gekommen sind. Unter ihnen auch der Dramatiker Rolf Hochhuth. Er macht sich seit Jahren stark für eine Würdigung von Elsers Zivilcourage, die dieser durch sein Attentat auf Hitler schon fünf Jahre vor der Gruppe um Stauffenberg bewiesen hatte.

Aufgrund seiner Herkunft als „einfacher Arbeiter“, der Durchführung der Tat als Einzeltäter und historischer Missdeutungen wurde erst 1964 nach dem Bekanntwerden der Münchner Gestapo-Vernehmungsprotokolle aus dem Jahr 1939 begonnen, Elsers Leistung anzuerkennen. Kritisch wird bis heute gesehen, dass Elser beim Attentat den Tod von Unbeteiligten in Kauf genommen hatte. Er jedoch sah Hitler als Haupttäter und Kriegstreiber. Die Worte „Ich wollte den Krieg verhindern!“ bilden deshalb sein Konterfei auf der Gedenkplatte.

Ausnahme für Elser

Dass dieser Stein nun in Sachsenhausen errichtet wurde, ist einmalig, denn dies ist eigentlich nur dort verstorbenen Gefangenen vorbehalten. Elser jedoch hatte man kurz vor Kriegsende nach Dachau verlegt, wo er am 9. April 1945 durch Genickschuss hingerichtet wurde. Eine Leiche wurde nie gefunden. 1950 erklärte man ihn offiziell für tot. „Der Gedenkstein aus der Heimat, gesetzt am Ort seiner Leiden, wird so zum Grabstein für Elser.“ Pfarrer Jürgen Quandt von der Georg-Elser-Initiative Berlin dankte der Gedenkstätte Sachsenhausen deshalb für die Zustimmung zu diesem Gedenkstein als Ort der Erinnerung.

Von Ulrike Gawande

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