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Erkner-Autohaus macht dicht

Oranienburg Erkner-Autohaus macht dicht

Das VW Autohaus Siegfried Erkner & Sohn an der Saarlandstraße 30 wird Ende März schließen. Die Mitarbeiter werden vom Autohaus Zemke im Gewerbegebiet-Nord übernommen. Dort finden auch die VW-Kunden wieder ihren Anlaufpunkt.

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Das VW Autohaus Erkner in Oranienburg schließt Ende März.

Quelle: Enrico Kugler

Oranienburg. Das Autohaus Siegfried Erkner & Sohn an der Saarlandstraße 30 schließt zum Ende März. „Ja, wir geben unseren Standort hier auf“, sagte am Freitagnachmittag Geschäftsführer Sven Erkner. Wirtschaftliche Überlegungen, ob sich große Investitionen für das Familienunternehmen in Oranienburg rechnen würden, waren der Entscheidung vorausgegangen. In Zeiten, in der sich die gesamte Automobilindustrie wandelt, müssen auch die Händler ihre Rolle neu finden. Immense Investitionen wären auf die Erkner-Gruppe zugekommen. Eine Erweiterung des Autohauses hätte angestanden sowie die Anschaffung neuer Technik und die Schulung der Mitarbeiter. „Unser Standort ist zu großen Teilen von Wohnbebauung umgeben“, meinte der Geschäftsführer. Größere Investitionen auf dieser Fläche würden vermutlich wenig Sinn machen.

Aber die Mitarbeiter des Autohauses stehen nicht auf der Straße. Sie werden vom Autohaus Zemke, das im Gewerbepark Nord sitzt und sich ohnehin erweitern wollte, übernommen. Auch Zemke ist ein Familienunternehmen und stammt aus Bernau. „Wir sind sogar befreundet“, sagte Sven Erkner. Das machte die Verhandlungen sicherlich einfacher. Für 80 Prozent der Mitarbeiter, das sind etwa 65, sind die Verträge mit Zemke schon im Reinen. „Mit 20 Kollegen werden wir noch sprechen.“ Fünf Mitarbeiter gehen an ihren Standort nach Rüdersdorf zurück, wo Erkner seinen Hauptsitz hat. „Es gibt einen gleitenden Übergang und ich möchte keinem Mitarbeiter kündigen.“ Jetzt werden die Aufhebungsverträge geschlossen. Auch um die Lehrlinge will sich das Unternehmen kümmern. Zemke übernimmt ebenfalls einen Teil der Technik und der Gerätschaften. „Manche Mitarbeiter nehmen sogar ihren Schreibtisch mit.“

Der VW Konzern war mit dieser Entscheidung einverstanden. Wird seine Verträge nun mit Zemke schließen. In dem Tempo wie Erkner seinen Standort runterfährt, wird das Autohaus Zemke aufstocken.

Im Erkner-Autohaus in Hennigsdorf bleibt alles beim Alten. „Da ist nichts angedacht.“ Es könnte höchstens noch ein wenig erweitert werden, weil die Skoda-Kunden aus Oranienburg vielleicht dorthin wechseln.

Die VW-Kunden werden von Zemke weiter betreut, finden dort sogar die bisherigen Mitarbeiter. Zemke handelt mit VW Pkw und Nutzfahrzeugen und übernimmt auch den Service für Audi.

Auf der etwa 18 000 Quadratmeter großen Fläche in Oranienburg wird, sofern die Stadt einen B-Plan auf den Weg bringt, eine Wohnbebauung entstehen. Die Familie Erkner hatte erst noch eine Fläche zwischen Bahndamm und Saarlandstraße dazu gekauft. Auch dieses Areal könnte bebaut werden. Verhandlungen mit einem Investor hat Erkner bereits geführt. Die Bombensuche ist durch. Nach einem Bodengutachten wurden keinerlei Kontaminationen auf dem Gelände festgestellt.

„Ende April will ich hier den Schlüssel umdrehen“, hat sich der Geschäftsführer zum Ziel gesetzt. Dann wird das Gelände gesichert. Der künftige Investor könne aus seiner Sicht dann auch schon mit dem Abriss der alten Gebäude beginnen.

Geschäftsführer Sven Erkner berichtet über die Gründe für die Standortschließung

Geschäftsführer Sven Erkner berichtet über die Gründe für die Standortschließung.

Quelle: Andrea Kathert

2007 hatte Erkner das damals insolvente Autohaus in Oranienburg übernommen, eine Auffanggesellschaft gegründet und das Unternehmen wieder in Gang gebracht. Derartige Aufgaben hat das Familienunternehmen aus Rüdersdorf schon öfter übernommen. „Aber es ist das erste Mal, dass wir einen Standort abwickeln“, sagte Sven Erkner. Das sei viele schwieriger, als einen wieder aufzubauen.

Die Geschäftsleute Siegfried Erkner, sein Sohn Sven sowie dessen Töchter Belinda und Maria handeln mit Neu- und Gebrauchtwagen der Marken VW, Audi, Skoda und Seat.

Die Erkner-Gruppe ist immer noch ein Familienunternehmen mit bisher 280 Beschäftigten und unterhält neben dem Standort Oranienburg noch Autohäuser in Hennigsdorf, Strausberg, Rüdersdorf und Fürstenwalde. Mehr als 500 Kunden werden täglich von den Fachleuten betreut.

Von Andrea Kathert

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