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Ermordeten Sportlern gedacht

Oranienburg Ermordeten Sportlern gedacht

Seit Sonntag gibt es einen Gedenkort mehr auf dem Gelände der Gedenkstätte Sachsenhausen. Er ist den Sportlern gewidmet, die im KZ gequält wurden und ums Leben kamen. Stellvertretend für sie steht der Name eines polnischen Sportlers, der 1936 Kapitän seiner Olympiamannschaft war.

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Stellvertretend für die Sportler, die im KZ Sachsenhausen gelitten haben, wurde vom Kreissportbund ein Gedenkstein für einen polnischen Ruderer enthüllt.

Quelle: Fotos: Robert Roeske

Oranienburg. Nur noch wenige Stuhlreihen standen gestern Nachmittag vor dem Eingang zum Neuen Museum. An den Tagen, da der Befreiung des KZ Sachsenhausen gedacht wird, sind sie den ehemaligen Häftlingen vorbehalten. Doch gestern blieben viele Stühle leer. Um so mehr ein Zeichen, die grausame Geschichte des Nationalsozialismus weiter zu erzählen. Denn die Zeugen dieser Zeit werden es bald nicht mehr können. Nur noch acht von ihnen waren am Sonntag nach Sachsenhausen gekommen, zum 72. Jahrestag der Befreiung.

Etliche Stühle, die für die ehemaligen Häftlinge reserviert waren

Etliche Stühle, die für die ehemaligen Häftlinge reserviert waren. blieben leer.

Quelle: Robert Roeske

Wie in jedem Jahr suchten die einzelnen Opferverbände ihre speziellen Gedenkorte auf. Gestern ist ein neuer hinzugekommen. Fast am Ende der ehemaligen Lagerstraße steht nun ein Gedenkstein, der an die zahlreichen Sportler erinnern soll, die in Sachsenhausen zu Tode kamen. Stellvertretend für sie steht der Name eines polnischen Ruderers auf dem Stein. „Wlodzimierz Dlugoszewski war Kapitän der polnischen Olympiamannschaft“, erzählte Professor Günter Morsch, der Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten. Und gewann 1936 Bronze mit seinem Team. Ausgerechnet in dem Jahr, als das KZ Sachsenhausen gebaut wurde.

Am Sonntag war der 72

Am Sonntag war der 72. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge des KZ Sachsenhausen.

Quelle: Robert Roeske

Wlodzimierz Dlugoszewski war am 6. April 1905 in Krakau zur Welt gekommen. Er gehörte den Pfadfindern an und studierte Philosophie und Pädagogik und arbeitete später als Journalist. Als Ruderer wurde Dlugoszewski vier Mal polnischer Meister, zuletzt 1939.

Nach dem Überfall Hitlers auf Polen ging der junge Sportler in den Untergrund. Doch am 6. November 1942 wurde er verraten und schließlich verhaftet. Mit der Häftlingsnummer „79036“ wurde er ins KZ Auschwitz-Birkenau gebracht. Und später nach Sachsenhausen. Als am 21. April 1945 die Todesmärsche begannen, war auch Wlodzimierz Dlugoszewski dabei. Auf diesem Marsch wurde er bis zur Bewusstlosigkeit zusammengeschlagen. Die SS-Leute glaubten, der Pole wäre tot und ließen ihn am Straßenrand liegen. Doch er kam wieder zu sich und schleppte sich weiter. Doch am 25. Juli 1945 starb Wlodzimierz Dlugoszewski. „Dieses ganze Wissen geht auf seine Mitkameraden zurück“, erzählte Morsch. Ausführlich war recherchiert worden, ob Dlugoszewski noch Verwandte in Polen hat. Doch es wurde niemand gefunden.

Jedes Jahr möchte der Kreissportbund hier einen Kranz niederlegen

Jedes Jahr möchte der Kreissportbund hier einen Kranz niederlegen.

Quelle: Robert Roeske

Diesem Mann und allen Sportlern, die in Sachsenhausen leiden mussten, einen Gedenkstein zu widmen, war die Idee des Kreissportbundes. „Im Vorfeld des Sachsenhausen-Gedenklaufes werden wir jetzt jedes Jahr hier einen Kranz niederlegen“, sagte Frank Müller, der Vorsitzende des Kreissportbundes. Am 1. Mai wird der Gedenklauf zum 50. Mal stattfinden. Auch Kreistagspräsident Karsten Peter Schröder sprach einige Worte zur Enthüllung des Steins. Nicht nur den Kreis Oberhavel sondern viele Kommune verbindet eine enge Partnerschaft mit den polnischen Nachbarn.

Wie wichtig die Gedenkorte für die Opfergruppen sind, zeigten beim 72. Jahrestag der Befreiung die vielen Blumen vor den Stelen, Skulpturen und Gedenksteinen.

Von Andrea Kathert

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