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Erst fließt Schweiß, dann Geld

11. Benefizlauf des Strittmattergymnasiums Gransee Erst fließt Schweiß, dann Geld

Sie laufen und laufen und laufen: Die Granseer Gymnasiasten, Verstärkung von den Grundschulen aus Menz, Zehdenick und Gransee sowie Mädchen und Jungen der Kita Bärenwald schrubbten am Mittwoch Kilometer um Kilometer für eine Klinik in Gambia.

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Los geht es bei der elften Auflage des Benefizlaufes am Granseer Gymnasium.

Quelle: Uwe Halling

Gransee. Das war am Mittwochmorgen schon ein etwas ungewohntes Bild: Landrat Ludger Weskamp in Sportkleidung und an der Startlinie des Benefizlaufes des Strittmattergymnasiums Gransee. „Als Landrat stehe ich häufiger vor Herausforderungen. Aber das hier heute ist eine ganz große“, sagte er zur Eröffnung vor den zirka 530 Startern. „Aber ich möchte damit genau so zeigen, dass jeder was machen kann, um die Randbedingungen in Afrika zu verbessern.“ Die Schülerinnen und Schüler wussten, was er meint, denn sie unterstützen das Projekt im afrikanischen Gambia schon seit Jahren. Das Geld geht eins zu eins in eine kleine Klinik. Damit er nicht eine halbe Stunde durchlaufen musste, bildete Weskamp mit seinem Stellvertreter Egmont Hamelow, Kreispressesprecher Ronny Wappler und Schulleiter Uwe Zietmann die „Landratstaffel“, die dank Takeda 400 Euro pro Runde bezahlte.

Mit ihrem Benefizlauf sammeln die Granseer – sie erhielten Unterstützung der Grundschulen aus Menz, Zehdenick und Gransee sowie der Kita Bärenwald – Bares. Das Prinzip ist einfach: Jeder Schüler besorgt sich einen Sponsor, der pro Runde bezahlt (zum Beispiel 10, 25, 50 Cent). Das sind die Eltern, Oma, Opa, eine Firma oder – ein Lehrer. Roland Freitag zum Beispiel. Er ist Lehrer einer 10. Klasse und hat seit Jahren eine Vereinbarung mit seinen Schülern: Er zahlt für sie, sie für ihn. „Ich laufe etwa 25 Runden, das sind 2,50 Euro für jeden. Ich zahle 60, 70, 80 Euro für die Klasse. Deutschland öffnet gerade das Herz. Da wir Deutschen nun nicht am Hungertuch nagen, kann man auch schon mal in die Tasche greifen.“

Aber erst einmal floss der Schweiß auf der Laufbahn um den Granseer Sportplatz. Im Halb-Stunden-Takt wurden die Jahrgänge losgeschickt – von früh bis Mittag. Bunt gekleidet, mit dem Handy in der Hand, Stöpsel im Ohr, mal flott zu Fuß, mal im Schritt. Und diese acht liefen den ganzen Vormittag durch: Lucas Halle, Christian Busch, Dennis Hinrich, Mareen Dahlenburg, Jan-Sven Kroß, Alex Dehne, Friederike Stendel und Julius Puzalla.

Die Gelduhr lief und lief. Wie viel herausgekommen ist, stand gestern nicht fest. „Das wissen wir erst später“, sagt Matthias Bormeister. Der Granseer Zahnarzt hat dem Gymnasium das Gambia-Projekt vor fünf Jahren über seinen Verein „Ärzte helfen“ ans Herz gelegt. Seitdem sammelte allein die Schule mehr als 50 000 Euro für die kleine Klinik mit sieben Behandlungszimmern und 25 Betten. „Das ist für dortige Verhältnisse richtig viel Geld. Ohne diese Unterstützung würde es das Haus nicht geben“, so Matthias Bormeister. „Deshalb wird sie auch German Klinik genannt. Die Menschen dort wissen das zu schätzen.“ In der Klinik, die von Gudrun Lehmbeck und Beatrice Weigelt geleitet wird, werden im Jahr 35 000 bis 40 000 Patienten behandelt (Entbindungen, Impfungen, Aidsbekämpfung), in der Regel von mittleren medizinischen Kräften. Zahnärzte gibt es in dem 1,6-Millionen-Einwohner-Land nur fünf. „Ich finde den Einsatz der Schule phänomenal, das ist gelebte humanitäre Hilfe“, findet Matthias Bormeister.

Von Stefan Blumberg

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