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Erst kam die Feuerwehr, dann die Rechnung

Frau aus Schildow musste 460 Euro zahlen Erst kam die Feuerwehr, dann die Rechnung

Wer Feuerwehreinsätze verursacht, muss zahlen. Diese Erfahrung musste Lydia Zudnick aus Schildow (Oberhavel) machen. Nach einem gesundheitsbedingten Autounfall, zu dem die Feuerwehr anrückte, bekam sie einen Kostenbescheid über 460,18 Euro. Dabei hatte ihr Sohn nur den Krankenwagen angefordert.

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Wer Feuerwehreinsätze verursacht, muss zahlen.

Quelle: Peter Geisler

Mühlenbecker Land. Als es am Heck knallte, war Lydia Zudnick aus Schildow wieder hellwach. Sekunden vorher hatte sie einen blutdruckbedingten Blackout erlitten und war mit ihrem Auto rückwärts gegen einen Mauerpfeiler geknallt. Doch der eigentliche Albtraum begann jetzt erst für sie. Nachdem sie wieder aus dem Krankenhaus entlassen war, ohne Verletzungen und ohne beängstigenden Befund, bekam sie einen Kostenbescheid für den Feuerwehreinsatz: 460,18 Euro. 14 Feuerwehrleute für je 25 Minuten kosten 206,22 Euro, hinzu kommen die Fahrt des Tanklöschfahrzeuges und des Hilfsleistungslöschfahrzeuges.

Für Lydia Zudnick ein Schreck. Schließlich habe keine Notwendigkeit für eine technische Hilfeleistung bestanden: „Sie mussten mich nicht aus dem Auto befreien. Es bestand auch keine Gefahr für die öffentliche Sicherheit und Ordnung“, sagt sie. Es sei nicht einmal klar, wer die Feuerwehr überhaupt gerufen hatte.

Das war offenbar ihr Sohn, Zeuge des Unfalls, der eigentlich nur einen Krankenwagen gerufen hatte. Bei der Rettungsleitstelle lief die Alarmierung unter „Verkehrsunfall mit Personenbergung“. Ab diesem Moment greift die lokale Alarm- und Ausrückeordnung, erläuterte Fachbereichsleiter Jörg Matthes aus dem Mühlenbecker Rathaus. Entsprechend dieses Plans seien die Kräfte ausgerückt, um einem derartigen Unglück wirksam begegnen zu können. Es hätte sich ja auch ein Feuer entwickeln oder Öl austreten können.

Besagter Kostenbescheid ist nach den Worten von Matthes nichts Außergewöhnliches. Nach nahezu allen Feuerwehreinsätzen auf den Straßen der Gemeinde würden derartige Bescheide verschickt. Grundlage dafür ist eine kommunale Satzung „über die Erhebung von Kostenersatz und Gebühren für Hilfs- und Dienstleistungen der Freiwilligen Feuerwehr“. Im Regelfall übernehme die jeweilige Haftpflichtversicherung die Rechnung. Und wenn bei der Versicherungsgesellschaft Bedenken bestanden hätten zur Rechtmäßigkeit oder Verhältnismäßigkeit des Feuerwehreinsatzes, hätte Widerspruch eingelegt werden können. Das sei im Fall von Frau Zudnick nicht erfolgt.

Auch in ihrem Fall hat die Haftpflichtversicherung eines namhaften Anbieters gezahlt. Allerdings wurde der Rentnerin auch angeboten, die Summe selbst zu übernehmen. Wenn sie sich dagegen entscheidet, wird allerdings ihr Versicherungsbeitrag hochgestuft. Lydia Zudnick wurmt das: „Ich bin 40 Jahre unfallfrei gefahren.“

Von Helge Treichel

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