Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Erste Flüchtlinge kommen nächste Woche

Infoveranstaltung zum Asylbewerberheim in Bärenklau Erste Flüchtlinge kommen nächste Woche

Nicht, wie ursprünglich prognostiziert, erst im November, sondern voraussichtlich schon Mitte kommender Woche werden die ersten Flüchtlinge im Asylbewerberheim in Bärenklau Aufnahme finden. Das wurde am Dienstagabend in einer Informationsveranstaltung vor rund 250 Zuhörern in der Turnhalle der Vehlefanzer Nashorn-Grundschule mitgeteilt..

Voriger Artikel
Angst um Kinder und Flüchtlinge
Nächster Artikel
Wie bleibt Oranienburg flüssig?

Das Asylbewerberheim in Bärenklau.

Quelle: Robert Tiesler

Oberkrämer. Als im Januar in Oberkrämer schon einmal eine Infoveranstaltung zum geplanten Bärenklauer Asylbewerberheim stattfand, lagen noch ganz andere Zahlen als heute vor. Damals hieß es, der Landkreis müsse 640 Geflüchtete aufnehmen, inzwischen wird von 2500 Menschen ausgegangen. Das verändert auch für Bärenklau die Situation. Das machte Matthias Rink, Sozialdezernent in Oberhavel, am Dienstagabend in Vehlefanz noch einmal deutlich. Etwa 250 Menschen waren in die Sporthalle der Nashorn-Grundschule gekommen, um zu erfahren,wie es in Bärenklau weitergeht.

Bereits Mitte der nächsten Woche werden die ersten Flüchtlinge in das Gebäude an der Veltener Straße, Ecke Leegebrucher Chaussee einziehen. Ursprünglich war das erst einige Wochen später geplant. Zunächst könnten 189 Geflüchtete einziehen, im Laufe der kommenden Wochen erhöht sich die Zahl auf 250 Menschen. Im August 2016, mit Beendigung des zweiten Bauabschnittes, kommen weitere 120 Flüchtlinge hinzu. Landrat Ludger Weskamp (SPD) betonte, dass in Oberkrämer darüber hinaus bislang keine Notunterkünfte geplant sind. Wie zu hören war, sind ist allerdings mindestens ein weiteres Objekt besichtigt worden.

Zwar kamen in der Vergangenheit eine große Mehrzahl von Männern, aber auch das ändere sich momentan, sagte Matthias Rink. Die Zahl der hier ankommenden Frauen und Kinder steige.

Wie Harald Schmidt vom Landesamt für Schule und Lehrerbildung am Dienstagabend sagte, komme es an den Schulen aber zu keinen Engpässen. „Es sind genügend Kapazitäten da“, ergänzte er. Man gehe davon aus, dass etwa zehn bis 15 Prozent der Bewohner schulpflichtig seien. Die jüngeren Kinder, die im Bärenklauer Asylbewerberheim wohnen werden, besuchen vorrangig die Vehlefanzer Nashorn-Grundschule. Das Heimgelände liegt zwar direkt an der Grenze zu Leegebruch, der zuständige Schulbezirk sei jedoch Oberkrämer, obwohl schon der Bärenklauer Ortskern recht weit weg liege. Ein Bewohner aus Oberkrämer kritisierte dies und wünschte sich einen Kompromiss zwischen den Verwaltungen in Leegebruch und Oberkrämer. Bürgermeister Peter Leys verwies aber nochmals auf die eingeteilten Schulbezirke und machte deutlich, dass es da wohl keinen Kompromiss geben würde. Landrat Ludger Weskamp geht dagegen davon aus, dass sich die Verwaltungen darüber austauschen werden.

Lars Borchardt, der Leiter der Polizeiinspektion in Oberhavel, wies – wie auch schon in den Infoveranstaltungen in anderen Orten – darauf hin, dass sich Straftaten in der Umgebung von Asylbewerberheimen laut Statistik nicht vermehrt hätten. Er räumte aber ein, dass es innerhalb der Heime zu Konflikten komme. Er wies zudem Gerüchte zurück, wonach es in Lehnitz eine von Asylbewerbern verübte Sexualstraftat gegeben haben solle.

In dem Zusammenhang sagte Werner Moll, Gründer der Willkommensinitiative für Oberkrämer, Leegebruch und Velten, dass man mit einer „Vorurteilsflut“ zu kämpfen habe. Die geflüchteten seien „oft gesetzestreuer als so mancher Deutscher“, sagte er. Die meisten Teilnehmer der Veranstaltung waren sich einig, dass die künftigen Heimbewohner so schnell wie möglich die deutsche Sprache lernen sowie über die hiesige Kultur aufgeklärt werden müssten.

Auch Hans-Joachim Haese meldete sich zu Wort. Er war von 1992 bis 1999 Leiter des Asylbewerber- und Aussiedlerheimes, das sich in eben jenem Gebäude befand, in dem nun wieder Flüchtlinge unterkommen sollen. Nachdem einige Zuhörer kritische Fragen hinsichtlich der fremden Männer, Kultur und Gesundheit gestellt hatten, meinte er: „Man sollte sich doch erst mal mit den Leuten beschäftigen, ehe man Ängste bekommt.“

Von MAZonline

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg