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Erste Geflügelschau nach Stallpflicht

Mühlenbeck Erste Geflügelschau nach Stallpflicht

Die Mühlenbecker Kleintierzüchter stellten am Osterwochenende ihre Tiere aus – darunter auch Geflügel. Als erste Schau nach der Aufhebung der Stallpflicht im Landkreis waren rund 450 Tiere von 33 Ausstellern zu sehen. Die letzten Monate hätte dabei die Zuchtarbeit erheblich behindert.

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Christian Brüsch mit einem seiner wildfarbigen Seidenhühner. Zu Hause hat er weiteres Geflügel und um die 50 Kaninchen.

Quelle: Marco Winkler

Mühlebeck. Als vergangenen Montag, 10. April, die Nachricht kam, dass die Stallpflicht nun endgültig für ganz Oberhavel aufgehoben worden sei, ging ein Ruck durch die Geflügelzüchter im Kreis. Auch Christian Brüsch fiel ein Stein vom Herzen. Der 41-Jährige ist Vorsitzender des Mühlenbecker Kleintierzuchtvereins D399. „Wir haben gleich alle Hebel in Bewegung gesetzt.“ Ziel: Die erste Ausstellung mit Geflügel im Kreis. „Die Absprachen mit dem Veterinäramt haben reibungslos geklappt.“

Am Wochenende zeigten die rund 33 Aussteller dann ihre guten Stücke in Mühlenbeck. „Eine Ausstellung war eh geplant“, so ihr Chef. „Aber eben nur mit Kaninchen und ohne Geflügel.“ Es musste schnell gehandelt werden: Umorganisieren, Käfige anbauen.

Befruchtung der Tiere war eine Herausforderung

Die Stallpflicht habe bei vielen Zuchtfreunden – im Verein sind es mittlerweile 30, darunter auch welche aus Berlin, Kemmen und Linum – zu Frust geführt. Die Tiere waren nicht glücklich, die Züchter eh nicht. „Die Befruchtung der Tiere hat bei vielen nicht gut geklappt, gerade bei Enten und Gänsen ging es schlechter.“

Am Sonnabend und Sonntag waren auf dem Vereinsgelände rund 450 Tiere zu sehen – und zu kaufen. Wer Glück hatte, konnte Küken sogar live schlüpfen sehen. Schon ein paar Tage alte Exemplare waren unter Infrarotlichtern zu sehen. Das sei schon recht einmalig im Kreis.

Die Rasseküken zogen vor allem die Blicke auf sich

Die Rasseküken zogen vor allem die Blicke auf sich.

Quelle: Marco Winkler

Christian Brüsch, selbst leidenschaftlicher Züchter natürlich, leitet den Verein seit fast acht Jahren. Die Nachwuchssuche sei etwas schwierig. Er selbst ist mit der Zucht groß geworden. Seine Eltern „infizierten“ ihn. Vier Jugendliche gibt es im Verein. „Es könnten natürlich mehr sein.“ Aber der Mühlenbecker habe auch Verständnis, wenn in den Jugendjahren andere Hobbys die Zucht verdrängen. Gerade der Computer und das Internet. „In einer globalisierten Welt brauchen das die Jugendlichen ja auch“, sagt er. Ob es der Verein, den es seit gut 80 Jahren gibt, in Zukunft noch schwerer haben wird, werde sich zeigen. Hauptsache, die Geflügelpest komme nicht wieder.

Dabei traf es den Kreis in den letzten zehn Jahren drei mal. Nach 2007 und 2014 versetzte im letzten Jahr ein Ausbruch Oberhavel erneut in Aufregung. Schon zuvor, am 14. November, wurde die Stallpflicht eingeführt. Ein schwarzer Tag für die Züchter.

Der 2. Dezember 2016 war dann ein noch schwärzerer Tag – vor allem für Familie Müller in Schwante. Auf den Hof der Landwirte brach die niedrigpathogene (gering krankmachende Form) Influenzavariante H5N1 aus. 500 Tiere mussten notgekeult werden, 40 Jahre Zucht von Karl-Heinz Müller waren dahin. Doch die Spendenbereitschaft war riesig, die Familie konnte mit viel Unterstützung und eigenem Optimismus vorm Ruin bewahrt werden.

Von Marco Winkler

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