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Erster „Späti“ in Oranienburg

Einkaufen bis Mitternacht in der Berliner Straße Erster „Späti“ in Oranienburg

Einkaufen bis Mitternacht, das ging bisher maximal an der Tankstelle in Oranienburg. Vor rund sechs Wochen nun hat Diyar Mahmood Amiin den ersten „Spätkauf“ in der Stadt eröffnet. In der Havelstraße — offizielle Adresse: Berliner Straße 23 — wo es zuvor Fisch zu kaufen gab.

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Diyar Amiin aus Leegebruch in seinem Geschäft

Quelle: Foto: Heike Bergt

Oranienburg. Einkaufen bis Mitternacht, das ging bisher maximal an der Tankstelle in Oranienburg. Vor rund sechs Wochen nun hat Diyar Mahmood Amiin den ersten „Spätkauf“ in der Stadt eröffnet. In der Havelstraße — offizielle Adresse: Berliner Straße 23 — wo es zuvor Fisch gab. Doch der Fischverkauf machte nach einigen Monaten wieder dicht.

Die Chance für Diyar Amiin, der zusammen mit Frau und Kind in Leegebruch zu Hause ist. Vor 17 Jahren kam der Kurde aus dem Irak, von Beruf Kellner, nach Deutschland, lebte anfangs lange in Jülich, wo er mehrere Geschäfte betrieb, vor elf Jahren dann kam er nach Berlin. Als seine Frau vor drei Jahren Arbeit in Leegebruch fand, zogen sie dorthin. Heute betreiben die beiden einen Imbiss in Berlin und die neue Spätverkaufsstelle in Oranienburg.

Geöffnet ist sozusagen immer: von Montag bis Sonntag jeweils von 10 Uhr bis Mitternacht. Die Kundschaft habe ihn längst entdeckt. Hier gibt es Zigaretten, Getränke, auch gut gekühlt, Hochprozentiges und Bier, Süßigkeiten, aber auch Telefonkarten, Eis, Grillkohle und Konserven. Alles, um sozusagen mal fix eine Party zu feiern oder nachzukaufen, falls man was vergessen hat.

„Immer mehr Leute fragen nach Lebensmitteln“, so der 38-Jährige. Die will er jetzt peu à peu ins Sortiment nehmen: Butter, Wurst, Käse, Brot. Diyar Amiin hofft, dass sein Geschäft immer besser läuft. Er ist optimistisch, „immer nachmittags geht es richtig los“. Viele kauften Zigaretten, daran verdiene er zwar kaum etwas, aber meist greife man dann noch zu einem Getränk, einer Tüte Chips oder einem Eis, nur so könne er über die Runden kommen. Er fühle sich wohl hier: „Ich bin in Deutschland ja sozusagen erwachsen geworden.“ Man müsse sich dem neuen Land anpassen, findet er, „sonst muss man eben wieder gehen. Es zwingt einen ja schließlich keiner, hier zu bleiben.“ Von Geld aus Behörden wolle er nicht leben. „Sondern von meinem selbst verdienten.“ Er hofft, dass die Kundschaft im Spätverkauf immer mehr wird.

Von Heike Bergt

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