Volltextsuche über das Angebot:

17 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Es ist zu eng im Depot

Zehlendorf Es ist zu eng im Depot

Auf die Feuerwehrleute von Zehlendorf ist Verlass. Wenn sie gebraucht werden, sind sie zur Stelle. Und eigentlich wollen sie gar nicht meckern, aber ihr Depot, das ist echt zu klein. Und zeitgemäß schon lange nicht mehr. Ein Anbau könnte Abhilfe schaffen.

Voriger Artikel
Nicht gerade, sondern gewölbt
Nächster Artikel
Schnelles Internet überall

Gerhard Fritz ist seit 1968 bei der Feuerwehr, räumlich hat sich dort seither nicht viel verändert.

Quelle: Andrea Kathert

Zehlendorf. Das Feuerwehrhaus von Zehlendorf liegt zwar mitten im Dorf. Aber nach einem richtigen Depot sieht es eigentlich nicht aus. Ganz bescheiden steht das Haus auf dem Anger, gleich neben der Kirche. „Früher war das hier eine Leichenhalle und ein Gefängnis“, erzählt Gerhard Fritz. Er gehört mit seinen 74 Jahren inzwischen zur Ehrenabteilung und führt gerne durch die Räume. Das dauert auch nicht lange, es gibt nur zwei.

Rechts steht das TSF und links der Hänger

Rechts steht das TSF und links der Hänger. Dahinter stehen Schränke und Tische und Stühle.

Quelle: Andrea Kathert

Hinter dem rechten Rolltor steht das Löschfahrzeug mit dem Wassertank. Daneben ein Hänger. Das war’s schon an fahrbarer Ausrüstung. „Für den Erstangriff sind wir gewappnet“, sagt Fritz. Und mehr Fahrzeuge würden sowieso nicht in die Halle passen. Ganz im Gegenteil. „Das ist Zentimeterarbeit, wenn wir ausrücken.“ Das TSF-W passt gerade so durch’s Tor, eigentlich muss der Fahrer schon fast die Spiegel einklappen. Und vor allem gute Nerven behalten, wenn eigentlich jede Sekunde zählt.

Das ist Zentimeterarbeit, wenn das Fahrzeug zum Einsatz fährt

Das ist Zentimeterarbeit, wenn das Fahrzeug zum Einsatz fährt.

Quelle: Andrea Kathert

Aber das ist gar nicht der Punkt, der die Feuerwehrleute so stört. Es ist einfach zu eng im Depot. Gleich neben dem Löschfahrzeug sind die Garderoben für die Einsatzkleidung. „Männlein und Weiblein zusammen“, zuckt Gerhard Fritz mit den Schultern.

Auch zum Umziehen ist nicht viel Platz

Auch zum Umziehen ist nicht viel Platz.

Quelle: Andrea Kathert

In der Ecke, abgetrennt mit Rigipswänden verbirgt sich hinter der ersten Tür die Küche, höchstens zwei Quadratmeter. „Die Einrichtung haben wir alles zusammengestoppelt.“ Noch kleiner ist der Raum nebenan: die Toilette mit kleinem Waschbecken, natürlich die einzige. „Haben wir alles selbst gefliest.“ Hinter dem Löschfahrzeug muss Gerhard Fritz schon ein bisschen den Bauch einziehen. Denn dort stehen noch zwei Schränke.

Zwei Quadratmeter, größer ist die Küche auf keinen Fall

Zwei Quadratmeter, größer ist die Küche auf keinen Fall.

Quelle: Andrea Kathert

Der eine ist für die Uniformen, im anderen lagern die Pappteller und Putzmittel. Und daneben hängen schon die Hosen und Jacken für die Jugendfeuerwehr. An der Wand neben dem Feuerwehranhänger stehen Stühle gestapelt, ein paar Tische und ein Kühlschrank. Die Zehlendorfer Feuerwehrleute sind offenbar Meister darin, auf kleinem Raum zu improvisieren. Jeder Zentimeter ist ausgenutzt.

„Und hier ist unser Versammlungsraum“, macht Gerhard Fritz eine Tür auf. Ein langer Tisch, an dem zwölf Leute Platz haben und in der Ecke ein Schreibtisch gequetscht – das Büro des Löschgruppenführers. „Na, wenn wir Versammlung oder Schulung haben, da stapeln wir uns fast übereinander“, lacht der 74-Jährige. Immerhin ist in dem Raum noch Platz für die Traditionsecke, die Gerhard Fritz betreut, und für die Chronik, die seit 1995 liebevoll geführt wird. Das zweite Buch hat Fritz jetzt in seiner Verantwortung, er ist schließlich schon seit 1968 dabei. Und auch der Feuerwehrverein trifft sich dort.

Im Versammlungsraum spielen sich das Feuerwehrleben und die Ausbildung ab

Im Versammlungsraum spielen sich das Feuerwehrleben und die Ausbildung ab. Dort ist die Traditionsecke, das Büro des Löschzugführers und der Platz für die Chronik, die jetzt Gerhard Fritz weiterführt.

Quelle: Andrea Kathert

Wenn in Zehlendorf Not am Manne ist, dann springt die Feuerwehr ein. Auf die kann sich Ortsvorsteher Holger Mücke immer verlassen. Selbst beim alljährlichen Frühjahrsputz sind die Feuerwehrleute, die jungen und die alten, sofort zur Stelle. Der Ortsvorsteher will sich mit stark machen, dass die Feuerwehr erweitert wird. Man könnte aufstocken oder anbauen, das ist alles möglich. „Das muss ja überhaupt kein Neubau sein, aber wir brauchen wenigstens eine vernünftige Basis“, sagt der Ortsvorsteher. Mücke weiß, dass er eine tolle Truppe hat. „Aber mit solchen Verhältnissen kann man auch niemanden hinterm Ofen vor locken.“

Die Freiwillige Feuerwehr Zehlendorf

Die Zehlendorfer Feuerwehr wurde 1904 gegründet. Sie ist der Löschzug 10 der Feuerwehr Oranienburg.

Das Gebäude diente früher als Gefängnis und Leichenhalle der Kirche. In den 1970er-Jahren wurde der Schlauchturm angebaut.

Zurzeit hat die Wehr 16 Aktive, ein Mitglied in der Jugendfeuerwehr und fünf in der Altersabteilung.

Löschzugführer ist Steven Giese, seine Stellvertreterin ist Grit Bielicke.

Jeden ersten Dienstag im Monat findet ab 17 Uhr die Ausbildung im Depot statt.

Von Andrea Kathert

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Oberhavel


MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg