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Es knirscht bei der CDU in Oberhavel

Oberhavel Es knirscht bei der CDU in Oberhavel

Wenige Tage vor den Vorstandswahlen gibt es Streit bei der CDU Oberhavel. Grund dafür ist ein Schriftstück, in dem Nicole Walter-Mundt von Kreischef Frank Bommert unter anderem die Zusicherung haben möchte, den Fraktionsvorsitz übernehmen zu können. Im Gegenzug würde die Oranienburgerin auf ihre Kandidatur für den Vorsitz verzichten.

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Nicole Walter-Mundt, zurzeit Beisitzerin im Kreisvorstand der CDU Oberhavel und Frank Bommert, Kreisvorsitzender der Christdemokraten.

Quelle: privat

Oranienburg. Wenn sich die CDU des Kreises Oberhavel am 25. November im Bürgerhaus in Löwenberg trifft, um unter anderem einen neuen Vorstand zu wählen, wird nach Lage der Dinge ein angespanntes Klima herrschen. Das dürfte nicht nur daran liegen, dass es neben dem jetzigen Amtsinhaber Frank Bommert mit Nicole Walter-Mundt einen weiteren Kandidaten für den Vorsitz gibt. Für Verstimmungen in den Reihen der Christdemokraten des Kreises Oberhavel hat vielmehr ein Schriftstück gesorgt, das der Presse zusammen mit einem anonymen Schreiben zugespielt wurde. Danach soll Nicole Walter-Mundt versucht haben, sich für den Fall der Wiederwahl von Frank Bommert als Kreisvorsitzender Posten wie den Fraktionsvorsitz oder die Mitgliedschaft im Koalitions- beziehungsweise Kreisausschuss per Unterschrift von Frank Bommert sowie dem stellvertretenden Kreisvorsitzenden Frank Stege zusichern zu lassen. Dies wurde jedoch von den beiden kategorisch abgelehnt und auf der jüngsten Kreisvorstandssitzung, wo es öffentlich gemacht wurde, heftig diskutiert.

Nicole Walter-Mundt hat am Dienstag gegenüber der MAZ zum Ausdruck gebracht, dass sie fassungslos und schockiert über die, wie sie es nannte „Kampagne“ ist, die jetzt gegen sie entfacht wurde. Mit dem erwähnten Schriftstück, das sie selber als Arbeitspapier bezeichnet, habe sie lediglich anregen wollen, die Arbeit in der Kreis-CDU auf viele Schultern zu verteilen. Angesichts der Ämterhäufung bei Frank Bommert sei sie überzeugt davon, dass der Kreisvorsitzende diese ganze Arbeit nicht so leisten könne, wie es eigentlich notwendig wäre. Dabei hätten die jüngsten Wahlergebnisse gezeigt, dass auch die Christdemokraten sich noch aktiver um die Sorgen und Nöte der Bürger kümmern müssen. Sie, so Nicole Walter-Mundt, sei dazu bereit, diese ehrenamtliche Arbeit zu leisten und tue dies aus Überzeugung. Natürlich ließen sich bestimmte Aufgaben schneller und intensiver bearbeiten, wenn man in Führungspositionen tätig sei. Vielleicht, so räumte Nicole Walter-Mundt ein, sei sie in der Vergangenheit ein wenig zu gutgläubig gewesen, dass sie mit Gesprächspartnern im CDU-Kreisvorstand auf Augenhöhe reden könne. Dass es offensichtlich nicht so sei, enttäusche sie. Wichtig seien am Ende nicht Unterschriften auf einem Arbeitspapier, sondern wie man innerparteilich miteinander umgehe.

Frank Bommert findet es schade, dass das Klima in der CDU durch das Bestehen auf bestimmte Ämter seitens Nicole Walter-Mundts so belastet werde. Im Gegenzug dafür, dass sie auf eine Kandidatur für den Kreisvorsitz verzichtet, habe sie sich den Fraktionsvorsitz zusichern lassen wollen. „Das können und werden weder ich noch Frank Stege tun“, unterstrich Frank Bommert am Dienstag im MAZ-Gespräch. Die Entscheidung darüber liege immer noch bei den Fraktionsmitgliedern selbst. Da müssten sich alle ohne Ansehen der Person an die demokratischen Spielregeln halten.

Frank Bommert selbst lässt keinen Zweifel daran, dass er weitere zwei Jahre für das Amt des Fraktionsvorsitzenden der CDU Oberhavel zur Verfügung steht. „Wir stehen vor einer ganz entscheidenden Zeit“, sagte er. 2019 stünden Kommunalwahlen an. „Unser Ziel ist es, stärkste Fraktion zu werden und möglichst viele Kreistagsmitglieder zu stellen“, so Frank Bommert. „Ich sehe mich in einem Alter und mit ausreichend Erfahrung bei der politischen Arbeit ausgestattet, um das gut hinzubekommen. Und wir haben in der Kreis-CDU eine Truppe zusammen, mit der man Wahlen gewinnen kann.“ Dass Oberhavel einer der stärksten Kreise ist, sei nicht unwesentlich ein Verdienst der Christdemokraten, die seit Jahren Mitverantwortung bei der Entwicklung des Kreises tragen. Damit dies weiter so bleibe, das wisse er aus seiner Tätigkeit im Landtag, sei mitunter zähes und hartes Verhandeln mit der Landesregierung notwendig. Dazu bedürfe es einer großen Portion Erfahrung. Trotz seiner Ämter sieht Frank Bommert nicht die Gefahr, sich als Kreisvorsitzender nicht genügend einsetzen zu können. Er habe keine Kinder mehr, um die er sich täglich kümmern müsse. Im Gegenteil, sein Sohn könne ihm in der Firma bei Bedarf gut den Rücken frei halten.

Von Bert Wittke

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