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Susan Strozniak imkert – und will ihr Handwerk in die Welt tragen Es summt in Summt

In Kanada hat Susan Strozniak bereits gelebt und gearbeitet. Doch als Kauffrau für Spedition und Logistik war es schwer, einen dazu passenden Job zu finden. Darum erlernt die 28-Jährige jetzt den Beruf der Imkerin. Mit diesem Handwerk möchte sie dann in Australien arbeiten, mindestens eine Saison lang.

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Susan Strozniak beim Imkern in Summt.

Quelle: Helge Treichel

Summt/Hohen Neuendorf. Routiniert hebt Susan Strozniak den Deckel des Bienenkastens ab, lockert das Rähmchen samt Waben mit dem Stockmeißel und zieht es aus dem Magazin. Nach einem kurzen Kontrollblick stellt sie alles zufrieden zurück. Das Bienenvolk, ihr erstes, entwickelt sich gut.

Die 28-jährige erlernt am Länderinstitut für Bienenkunde in Hohen Neuendorf den Beruf des Tierwirts, Fachrichtung Imkerei. Zwei Auszubildende gibt es aktuell. Susan Strozniak ist im zweiten Lehrjahr und hat in dieser Saison ihr erstes eigenes Bienenvolk übernommen. Es gehört dem Institut, stand in Briese und war ausgeschwärmt. Von einem Kollegen bekam sie dafür das nagelneue Langstroth-Magazin – und einen Platz auf dessen Grundstück in Summt. Direkt am Waldrand summt es nun in Summt.

Tolle Menschen getroffen

Die junge Frau, die aus Thüringen stammt und jetzt in Birkenwerder wohnt, liebt ihren naturverbundenen Beruf. „Man ist viel draußen und körperlich aktiv“, sagt sie. In diesem Metier gebe es außerdem besonders „tolle Menschen“, so ihre Beobachtung.

Im ersten Berufsleben war Susan Strozniak Kauffrau für Spedition und Logistik. „Ich saß im Büro“, beschreibt sie die Tätigkeit. Irgendwann wollte sie nur noch „raus und was Nützliches tun“. 15 Monate zog sie durch Kanada, jobbte hier und da. Doch ihre Ausbildung erwies sich als gänzlich ungeeignet. „Ich habe fast alles gemacht, außer eben Logistik.“

Deshalb stand ihr Entschluss nach der Rückkehr fest, eine zweite Berufsausbildung zu machen. „Ich dachte an Gärtnerei.“ Aber dann wurde sie auf Bienen und die Imkerei aufmerksam. In Bayern hätte sie in die Lehre gehen können, aber die Privatimkerei hatte ein zweites wirtschaftliches Standbein – die Produktion von Holzspielzeug. „Mein Schwerpunkt lag aber klar bei den Bienen“, sagt sie. Ganz kurzfristig habe sich dann die Möglichkeit am Hohen Neuendorfer Institut eröffnet. Die absolut richtige Entscheidung, wie die angehende Imkerin rückblickend sagt. Handwerkliche und wissenschaftliche Kompetenz seien an diesem Standort vereint. Außerdem schätzt sie ihre beiden Meisterinnen dort.

Erst nach Neuseeland, dann nach Australien

Nach Abschluss der Ausbildung möchte Susan Strozniak zunächst ein paar Wochen in Neuseeland verbringen, um dann gleich im Anschluss ihr Work-&-Travel-Visum für Australien einzulösen. „Mich zieht’s halt in die Welt. Und mit dem Imkern kann man das gut verbinden“, sagt sie. Diese Aussicht werde auch auf der Berufsschule in Celle vermittelt. Und die Erfahrung brachte der Kollege von seinem Trip auf die Südhalbkugel mit. Jetzt baut er sich mit einem Partner eine Existenz auf – zusammen mit den Bienen.

Und die eigene Zukunft? Susan Strozniak kann sich vorstellen, aus der Konsumgesellschaft auszusteigen, irgendwo ein Grundstück zu kaufen und Selbstversorger zu werden. Die aktuelle Gesellschaft hält sie auf lange Sicht nicht für bestandsfähig. Sich alleine Durchzukämpfen – „ich bin der Typ dafür“, sagt sie.

Fleißige Bienen

Die Biene ist das kleinste Nutztier der Menschheit, aber der ökonomische Wert ihrer Bestäubungsleistung für die Landwirtschaft sowie den Obst- und Gartenbau wird allein in Deutschland mit 2,5 Milliarden Euro pro Jahr beziffert.

Als Mehrländereinrichtung ist das Bienenforschungsinstitut in Hohen Neuendorf für mehr als 10 000 Imker in Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen zuständig.

Nachwuchsgewinnung ist ein zentrales Anliegen, um dem drastischen Rückgang der Bienenhaltung in den 1990er-Jahren entgegenzuwirken.

Von Helge Treichel

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