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„Es wird hart, da brauche ich nichts schön reden“

Hoffnung für krebskranke Tessa „Es wird hart, da brauche ich nichts schön reden“

Auf diesen Anruf hat sie sehnsüchtig gewartet: Tessa Szereiks aus Birkenwerder (Oberhavel) ist an Leukämie erkrankt. Nun wurde ein passender Stammzellspender für die 22-Jährige gefunden. Im Februar hatten mehr als 1000 Menschen bei einer Typisierungsaktion mitgemacht.

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Tessa ist an Leukämie erkrankt. Die 22-Jährige kann nun aber wieder hoffen. Der genetische Zwilling wurde gefunden.

Quelle: FOTO: Robert Roeske

Birkenwerder. Der Anruf kam am Montag um 12 Uhr, danach war die Erleichterung riesengroß: Für die krebskranke Tessa (22) aus Birkenwerder gibt es nun Hoffnung. Ein Stammzellenspender sei gefunden, hieß es beim Anruf aus dem Virchow-Krankenhaus in Berlin. „Ich bin natürlich mega happy“, so Tessa im MAZ-Gespräch. „Am 26. Mai muss ich rein. Dann werde ich langsam auf die Transplantation vorbereitet.“ Ihre Eltern waren die ersten, die die Neuigkeit erfuhren. Dass die besagte Stecknadel im Heuhaufen gefunden wurde, sei der „Wahnsinn“, sagt Tessa. „Ich hätte nicht erwartet, dass das so schnell geht.“

Bis zum Beginn der Behandlung im Krankenhaus möchte die Schülerin der Regine-Hildebrandt-Schule nun so viele Freunde treffen, wie es nur geht. „Und natürlich eine Menge Zeit mit der Familie verbringen“, sagt Tessa, die noch ihre Großeltern in Sachsen besuchen wird. „Ich werde mir jeden Tag etwas vornehmen und ordentlich feiern.“

Denn die Schülerin der 13. Klasse ahnt „so grob“, was auf sie zukommt. „Fies ist aber, dass es mir zurzeit gesundheitlich super geht. Ich weiß jedoch, dass schwere Zeiten auf mich zukommen werden. Danach wird aber alles besser sein“, zeigt sich Tessa stark. „Ich habe schon so viel geschafft. Ich weiß, dass alles gut wird. Daran habe ich keinen Zweifel. Ich habe meine Familie und viele Freunde, die mir Kraft geben.“ Angst habe sie nicht. „Es wird hart. Da brauche ich nichts schön reden.“

Die Nachricht vom genetischen Zwilling verbreitete sich wie ein Lauffeuer. Die Freude war groß. „Was für eine schöne Nachricht“, meint auch Veronika Neumeister, als sie die Information auf der Facebookseite von Tessa gelesen hatte. „Wir drücken ihr weiterhin die Daumen, wünschen ihr alles Glück dieser Welt.“

Auch Birkenwerders Bürgermeister Stephan Zimniok strahlt: „Tessa hat mir geschrieben, dass ein passender Spender gefunden sei. Ich bin sehr erleichtert“, so Zimniok. Bei einer Typisierungsaktion in der Heimatstadt von Tessa hatten sich im Februar 1327 Menschen bei der DMKS (einst Deutsche Knochenmarkspenderdatei) registriert. „Das war beeindruckend“, erinnert sich Tessa, die selbst bei der Spendenaktion vorbei kam und angesichts der Hilfsbereitschaft überwältigt war. Zimniok hatte dafür die Schirmherrschaft übernommen. „Ich bin stolz, dass die Schule so ein tolles Team an Lehrern und Schülern hat, das die Aktion auf die Beine gestellt hatte.“ Zimniok ist sich sicher, dass Tessa die Tortur der nächsten Wochen übersteht und sich durchbeißt. Gerade nach dem Anruf am Montagmittag.

Von Sebastian Morgner

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