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Oberhavel Es wird kein leichtes Jahr
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21:09 28.01.2016
Sie wurden stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen der Stadt von Bürgermeister Andreas Schulz auf die Bühne geholt: Antonius Teren, Kerstin Helmecke, Helga Pech, Günter Schultheis, Sabine Malinski, Heidrun Jenrich und Egon Springmann (v.l.). Quelle: MAZ
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Hennigsdorf

Das Buffet frohlockte, auf der Bühne spielte das Berliner Swing-Trio „Die Ladys“. Rund 450 Gäste waren Donnerstagabend zum 21. Hennigsdorfer Neujahrsempfang geladen, darunter Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Kultur oder Sport.

Doch zum Auftakt wurde es ganz still im Saal des Stadtklubhauses. Die Besucher gedachten mit einer Schweigeminute dem verstorbenen, langjährigen Stadtverordnetenvorsteher Detlef Ziesel. Hennigsdorfs Bürgermeister Andreas Schulz (SPD) schwor die Anwesenden in seiner traditionellen Rede auf ein nicht ganz einfaches Jahr 2016 ein. Noch immer leidet die Stadt darunter, dass die Gewerbesteuern 2012 dramatisch eingebrochen sind und sich nur langsam erholen. Durchschnittlich habe die Stadt jedes Jahr nur noch die Hälfte an Gewerbesteuern. „Ich hoffe sehr, dass sich der 2015 abzeichnende Einnahmeanstieg in den folgenden Jahren fortsetzt und wir Schritt für Schritt und vor allem nachhaltig wieder das Niveau von etwa zehn Millionen Euro erreichen können“, sagte Andreas Schulz.

Er erinnerte an Konsolidierungsmaßnahmen, die rund eine Million Euro eingespart hätten: Der Gewerbesteuerhebesatz, die Grundsteuer B und der finanzielle Beitrag der kommunalen Unternehmen zum Haushalt wurden angehoben, die Mieten und Pachten für Garagen und Kleingärten und auch die Musikschulgebühren erhöht. Der Winterdienst auf Radwegen wurde ganz gestrichen. „All diese Schritte sind natürlich niemandem leicht gefallen und führten zu teils heftigen Diskussionen. Aber sie waren notwendig!“

Auch in diesem Jahr müsse die Stadt weiter sparen, um den Haushalt bis 2018 ausgeglichen zu gestalten. Friedhofsgebühren könnten angehoben, und die Trägerschaft der Oberschulen an den Landkreis übergeben werden. „Und lassen Sie mich auch hier deutlich sagen, nach über 20 Jahren Schulträgerschaft, umfangreichen und kontinuierlichen Investitionen und hervorragender Arbeit an beiden Schulen, stellt und beantwortet sich diese Frage nicht leicht“, so Schulz. Die Kinder- und Jugendarbeit, Seniorenverbände, Sportvereine und Kultur sollen aber ohne Abstriche weiter unterstützt werden.

Ausgezeichnete Bürger

Geehrt wurden in diesem Jahr wieder Hennigsdorfer mit Gemeinwesenpreisen für ehrenamtliches Engagement: Kerstin Helmecke leitet die Rollstuhltanzgruppe, engagiert sich in der Selbsthilfegruppe für Parkinsonerkrankung und ist Übungsleiterin im Reha-Sport.

Helga Pech ist Leiterin der „Theaterkiste“, einer kleinen Interessengemeinschaft innerhalb der Volkssolidarität, die sich auf das Spielen von Sketchen spezialisiert hat.

Antonius Teren ist seit Gründung des Geschichtsvereins im Jahr 1993 dessen Vorsitzender. Er ist ein sehr zuverlässiger Partner für das Stadtarchiv und hat langjährige Vorarbeiten zu den „Hennigsdorfer Stadtgeschichten“.

Der Umweltpreis ging an Sabine Malinski, die auf der ehemalige Ackerlandfläche zwischen Oberjägerweg und alter Bahntrasse Beeren- und Obstgehölze angepflanzt hat. Dieser grüne Saum trage dazu bei, Arten und Pflanzenvielfalt zu erhalten.

Auszeichnungen vom Landkreis erhielten Günther Schultheis, der zehn Jahre ehrenamtliche Schiedsperson in Hennigsdorf war, sowie Heidrun Jenrich und Egon Springmann für ihren „Schaugarten – Rosenoase“. Beide haben zwischen den Wohnblöcken in der Heinestraße innerhalb von 40 Jahren einen 500 Quadratmeter großen Garten mit Wildblumen angelegt.

Hennigsdorfs Bürgermeister erinnerte auch an bevorstehende Bauarbeiten wie den Umbau des Ziel-Centers. „Die Ansiedlung von Kaufland und die damit mögliche Revitalisierung des Ziel sind ein Glücksfall für die Attraktivität unseres Stadtzentrums!“ Nach Wiedereröffnung des Centers im Frühjahr 2017 solle der Postplatz barrierefrei gestaltet werden.

Mit Blick auf Asylbewerber in der Stadt rief Schulz zur Solidarität auf: „Es ist unsere Verpflichtung Frauen, Männern und Kindern in Not zu helfen!“. Aktuell leben fast 500 Flüchtlinge in Stolpe-Süd in der Gemeinschaftsunterkunft, 133 weitere in Wohnungen. In diesem Jahr soll das sechste Haus in Stolpe-Süd weitere 156 Menschen aufnehmen. Er würdigte die große Bereitschaft der Hennigsdorfer, zu helfen. „In Kitas, Schulen, Vereinen, in Wohnungsunternehmen bemühen sich jeden Tag Erzieherinnen, Lehrer, Übungsleiter und viele andere, diesen Menschen hier eine neue Heimat zu geben.“ Schulz bedankte sich bei allen Hennigsdorfern, die sich für die Integration der Flüchtlinge einsetzen. „Sie zeigen, dass Hennigsdorf wirklich eine weltoffene Stadt ist und Fremdenfeindlichkeit bei uns auch in Zukunft keine Chance bekommt.“

Aber auch die Hennigsdorfer Bevölkerung wächst stark, seit Jahr 2010 werden jedes Jahr durchschnittlich 225 Kinder geboren. Rund 14 Millionen Euro hat die Stadt deshalb seit 2014 für die Erweiterung von Kitas und Schulen ausgegeben, in diesem Jahr soll die vierte Grundschule An den Havelauen eröffnet werden.

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Beim Neujahrsempfang im Hennigsdorfer Stadtklubhaus steht das Buffet mitten im Saal. Drumherum versammeln sich die Gäste zum Schlemmen und zum Plaudern. „Die Ladys“ sangen auf der Bühne.

Zum Abschluss des offiziellen Teils zeichnete der Bürgermeister stellvertretend für die vielen Ehrenamtlichen in der Stadt wieder Frauen und Männer aus, die sich besonders engagieren. Den Gemeinwesenpreis bekamen Kerstin Helmecke, Helga Pech und Antonius Teren. Mit dem Umweltpreis wurde Sabine Malinski ausgezeichnet.

Das Buffet vom Grünen Turm in Hohen Neuendorf war gespickt mit kleinen Köstlichkeiten, wie Berliner Currywurst-Spieß, Schweinebäckchen mit Grillgemüse, Mini-Haxen, Wildschwein-Häppchen. Außerdem gab es diverse vegetarische Platten.

Von Marco Paetzel

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