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Eulzer hat den Grünen Daumen

Hennigsdorf Eulzer hat den Grünen Daumen

Rund 70 Prozent seines Energiebedarfs kann der Hennigsdorfer Glückwunschkarten-Verlag Eulzer selbst decken. Dafür hat das Unternehmen im vergangenen Jahr eine Solaranlage und ein Blockheizkraftwerk auf seinem Gelände bauen lassen. Dafür bekam Eulzer nun Auszeichnungen von Land und IHK.

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Rund 50 Mitarbeiter gibt es bei Eulzer in Hennigsdorf. Firmenchef Reinhard Nowozin (r.) führte Umweltminister Jörg Vogelsänger (2.v.r.) durch das Unternehmen.

Quelle: Foto: Enrico Kugler

Hennigsdorf. Es ist ein freundlicher Mittwochmorgen, die Sonne scheint aufs Firmendach mit der Solaranlage. Drinnen macht sich das bemerkbar. „Heute haben wir schon 48 Kilowattstunden Strom produziert“, erklärt Benjamin Nowozin, Juniorchef des Eulzer Glückwunschkartenverlages. Er steht vor einem Monitor im Foyer der Firma, die Daten vom Dach werden in Echtzeit übertragen. Neben Nowozin steht Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) und nickt.

Gemeinsam mit Peter Heydenbluth, dem Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Potsdam, war der Minister am Mittwoch in das Hennigsdorfer Unternehmen gekommen, um die Kurt Eulzer Druck GmbH & Co. für ihr Engagement für die Umwelt zu ehren. Vogelsänger übergab die Urkunde zur Umweltpartnerschaft Brandenburg, die bislang in der Stadt nur das Hennigsdorfer Krankenhaus vorweisen kann. Im ganzen Land sind es 65 umweltbewusste Unternehmen, die vorbildlich vorangehen.

Jede Form der Energieerzeugung sorge für Konflikte, erklärte Jörg Vogelsänger. Für die Atomkraft müsse man Endlager finden, gegen die Windkraft protestierten Bürger. „Sie mit einer Solaranlage entschärfen Konflikte, es ist die unproblematischste Art der Energiegewinnung.“. IHK-Chef Peter Heydenbluth indes übergab das Umweltsiegel. „Mit der Einführung eines betrieblichen Umweltmanagementsystems haben Sie einmal mehr bewiesen, dass eine erfolgreiche unternehmerische Tätigkeit sowie nachhaltiges Wirtschaften Hand in Hand gehen können.“

Rund 600 000 Euro hatte das Unternehmen im vergangenen Jahr unter anderem in den Bau eines Blockheizkraftwerks auf dem Gelände sowie einer Solaranlage auf dem Dach investiert. Rund 70 Prozent seines Energiebedarfs kann das Unternehmen seitdem selbst decken. Dazu werden die rund 50 Mitarbeiter im Unternehmen angehalten, sparsam mit Abfall im Unternehmen umzugehen. Zum Energiesparen gehört bei Eulzer außerdem, dass in Gebäuden stromsparende LED-Leuchten installiert sind. „Wir wollen die Umwelt möglichst besser verlassen als wir sie vorgefunden haben“, erklärt Junior-Chef Benjamin Nowozin. Zudem helfe es dem Unternehmen natürlich auch finanziell, wenn es sich selbst versorgen könne.

Auch einen Rundgang gab es am Mittwoch. Angefangen in der Kreativabteilung, wo Grafiker neue Glückwunschkarten am Monitor entwerfen ging es bis zum Lager, wo aktuell Karten im Wert von 1,5 Millionen Euro in Regalen schlummern.

Rund 22 ,5 Millionen Karten werden pro Jahr in der Herrmann-Schumann-Straße gedruckt, das Traditions-Unternehmen gehört zu den Top-10 der Branche in Deutschland. 3500 Motive umfasst die aktuelle Kollektion. „Wir begleiten damit den Menschen von der Geburt bis zum Tod“, erklärt Benjamin Nowozin. So gibt es von der Gratulation zum Nachwuchs bis zur Trauerkarte alles. Und das wohl auch in Zukunft – trotz der Digitalisierung. „Hat jemals einer eine Trauerbekundung per Whatsapp oder SMS bekommen?“, fragt Nowozin rhetorisch. Für die besonderen Anlässe seien persönliche Zeilen auf einer solchen Karte beliebt wie eh und je. Jörg Vogelsänger stimmte zu. „Ich habe einen großen Schuhkarton mit Karten zu Hause, weil ich immer vorbereitet sein will auf alle Ereignisse.“

Von Marco Paetzel

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