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Evakuierung bei Brand in Velten

Kellerbrand in Velten-Süd Evakuierung bei Brand in Velten

Weil am Dienstagabend in Velten-Süd ein Keller brannte, mussten die Bewohner von 135 Wohnungen wegen der starken Rauchentwicklung evakuiert werden. Aber hinter den nackten Zahlen der Statistik würden sich stets Menschen verbergen, wie es schon der stellvertretende Stadtwehrführer Enrico Neumann auf der jüngsten Jahreshauptversammlung angemerkt hatte.

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Großeinsatz der Feuerwehr wegen eines Kellerbrandes in Velten-Süd am Dienstagabend.

Quelle: Fotos: ulrike Gawande

Velten. Lägen nicht ein paar verkohlte Rohre im Vorgarten der Veltener Jacob-Plohn-Straße Nummer sieben und stünden nicht zahlreiche Fahrzeuge eines Elektro-Unternehmens vor der Tür, würde nichts mehr am Mittwochvormittag darauf hindeuten, dass nicht einmal 24 Stunden vorher, hier in Velten-Süd ein Großeinsatz der Feuerwehr stattgefunden hatte, bei dem 126 Anwohner vorübergehend evakuiert werden mussten.

Gegen 19 Uhr war der Alarm bei den Kameraden auf der Veltener Feuerwache eingegangen. 20 Feuerwehrmänner mit sechs Fahrzeugen rückten aus. Es brannte in dem Keller genau jenes Mehrfamilienhauses, in dem vor zwei Wochen ein Kinderwagenbrand im Hausflur schon einmal für Aufregung bei den Bewohnern gesorgt hatte.

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Weil am Dienstagabend in Velten-Süd ein Keller brannte, mussten die Bewohner von 135 Wohnungen wegen der starken Rauchentwicklung evakuiert werden. Aber hinter den nackten Zahlen der Statistik würden sich immer Menschen verbergen, wie es schon der stellvertretende Veltener Stadtwehrführer Enrico Neumann auf der jüngsten Jahreshauptversammlung angemerkt hatte.

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Schon um 19.30 Uhr war das Feuer unter Kontrolle und gelöscht. Das größte Problem aber sei die starke Rauchentwicklung gewesen, erklärte Veltens Stadtwehrführer und Einsatzleiter Heiko Nägel. Aufgrund der verbundenen Kellerräume über den gesamten Block, konnte sich der Rauch auch in die Nachbarhäuser, vor allem in den Treppenhäusern ausbreiten, so dass sämtliche Bewohner zügig evakuiert werden mussten. Eine Mammutaufgabe für die Veltener Kameraden, die von 13 Kollegen der Hennigsdorfer Wehr unterstützt wurden.

126 Bewohner aus 135 Wohnungen wurden in der benachbarten Turnhalle in Sicherheit gebracht, wo sie auch registriert wurden. 30 Wohnungen mussten zwangsgeöffnet werden. Aufgang für Aufgang. Viele Mieter der Wohnungen, die zur Wohnungsgenossenschaft „Vorwärts Velten“ gehören, saßen beim Abendbrot, lagen in der Badewanne oder brachten gerade die Kinder ins Bett, als man sie aufforderte das Haus zu räumen.

So wie Mandy Schulze. Nachbarn hatten bei der schwangeren Mutter geklopft und sie über den Brand informiert. „Der gesamte Flur war schon voller Rauch“, erzählt die junge Mutter, als sie mit ihrer Tochter Emilia-Marie zu den Nachbarn, die einen Balkon in ihrer Wohnung haben, hinüber ging. An der frischen Luft wartete man dann auf die Hilfe der Feuerwehr. Als es jedoch galt in den Korb der Drehleiter einzusteigen, habe sich die Sechsjährige geweigert, erzählte die Mama. Kurzerhand versprach Feuerwehrmann Tim Conrad der Kleinen einen Teddybären als Belohnung. Schon hatte er gewonnen. Und er hielt sein Versprechen. Die Mutter wählte hingegen den Weg durch das Treppenhaus, mit entsprechendem Atemschutz versehen. Glücklich traf man sich vor dem Haus wieder. Schnell wurde die Kleine mit Feuerwehrteddy im Arm von den Rettungskräften mit einer warmen Decke versehen.

Insgesamt wurden bei dem Einsatz zehn Personen verletzt, darunter auch ein Feuerwehrmann, der einen Stromschlag erlitt – jedoch schon am Abend wieder am Einsatz beteiligt war. Fünf Personen wurden ambulant im Krankenhaus behandelt.

Ein großes Dankeschön an die Feuerwehr möchte deshalb Mandy Schulze am Mittwochmorgen an ihre Retter ausrichten. Die Nacht hatte die kleine Familie bei der Oma verbracht. Weitere 15 Bewohner der 25 Wohnungen im Brandhaus, das bis auf weiteres gesperrt ist, und dessen Strom- und Wasserversorgung erst wieder hergestellt werden muss, konnten bei Familie oder Freunden unterkommen. Neun Personen wurden von der Hausverwaltung in einem Veltener Hotel untergebracht.

Als sich am Morgen nach dem Brand einzelne Mieter, die zum Kleidungholen oder Haustierfüttern gekommen waren, vor der Haustür versammeln, wird intensiv Ursachenforschung betrieben. „Das kann doch kein Zufall sein, dass schon wieder das selbe Haus brennt“, macht sich ein Bewohner Gedanken.

Zusammenhänge, die auch die Polizei beschäftigen. Michael Rittmüller, Einsatzleiter der Polizeiinspektion Oberhavel erklärte, dass der Brandort im Keller beschlagnahmt und von Spezialisten der Kripo untersucht wurde. Nach ersten Erkenntnissen gehe man von Brandstiftung aus. „Ich fühle mich in der Wohnung nicht mehr sicher“, erklärt Mandy Schulze. Zumindest Rauchmelder würde sie sich zukünftig im Haus wünschen.

Von Ulrike Gawande

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